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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Verhalten der Hunde besser verstehen

28.06.2014

Wesermarsch Insgesamt 189 entlaufene Tiere, vor allem Katzen, hat der Tiersuchdienst Wesermarsch im vergangenen Jahr wieder zu ihren Besitzern zurückgebracht. In diesem Jahr waren es bisher auch schon knapp 100. Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. Hinter den nackten Zahlen steckt viel Arbeit. Und manchmal ist diese Arbeit nicht ganz ungefährlich. Um das Risiko der insgesamt neun Fundtierbeauftragten, die in der ganzen Wesermarsch tätig sind, zu minimieren, werden die ehrenamtlichen Mitarbeiter demnächst an einer Schulung teilnehmen, die sie noch besser auf den Umgang mit den Tieren vorbereitet.

Schulung soll helfen

Anlass, eine solche Schulung in Angriff zu nehmen, ist ein Vorfall, den die Vorsitzende Heidi Huth-Hinrichs selbst erlebt hat, als sie einen entlaufenen Hund einfangen wollte, der nach ihr schnappte. Nicht immer sind die Tiere, mit denen es die Fundtierbeauftragten zu tun haben, freundlich gesonnen. Eine Schulung soll den Tierfreunden helfen, die Körpersprache der Vierbeiner besser zu deuten. Sie dient der Sicherheit und findet bei einer Hundeschule in Oldenburg statt.

Heidi Huth-Hinrichs und ihre Vorstandskollegin Silvia Kerney freuen sich, dass ihre Arbeit im ganzen Landkreis immer mehr anerkannt wird. Das Problem ist allerdings, dass sich die Fälle häufen, in denen der ehrenamtliche Einsatz missbraucht wird. Und das finden die beiden Frauen alles andere als lustig. Nach den Worten von Silvia Kerney ist es mehrfach vorgekommen, dass Hundebesitzer ihre eigenen Tiere beim Verein als Fundtiere melden, weil sie sie auf diese Weise elegant loswerden wollen. Es habe außerdem schon Fälle gegeben, in denen vermeintliche Finder das Tier eines Nachbarn als Fundtier melden, um diesem eins auszuwischen.

Silvia Kerney weist darauf hin, dass gefundene Tiere beim Fundamt der jeweiligen Gemeinde gemeldet werden müssen. Außerdem betont sie, dass eine vorhandene Kennzeichnung nicht zwingend bedeutet, dass eine Katze auch kastriert ist. Der Tiersuchdienst ist dankbar, wenn ein Finder sich entscheidet, ein Fundtier vorübergehend bei sich aufzunehmen. Silvia Kerney rät den Findern aber dringend, mit dem zuständigen Fundamt zu klären, wer die Kosten für eine eventuelle Kastration übernimmt. Nicht selten ist es in der Vergangenheit zu unerwünschtem Nachwuchs gekommen.

Stadt spart Kosten

Der Tiersuchdienst freut sich darüber, dass sich die Zahl der Katzen im Nordenhamer Tierheim zurzeit in Grenzen hält. Ein Grund dafür ist aus Sicht von Silvia Kerney, dass die Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht bei immer mehr Katzenhaltern inzwischen angekommen ist. Der Tiersuchdienst trage durch seine Arbeit ebenfalls dazu bei, dass das Tierheim nicht überlastet ist, weil viele Fundtiere nicht ins Tierheim, sondern relativ schnell wieder zu ihren Besitzern kommen. Allein der Stadt Nordenham seien dadurch im vergangenen Jahr Kosten für die Erstversorgung und die Unterbringung der Tiere in Höhe von 6000 Euro erspart geblieben.