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Hauptschule Abbehausen: Vorletzter Jahrgang verabschiedet sich

05.07.2014

Abbehausen Seit 1632 gibt es Schule in Abbehausen. Damals kannte man weder Autos noch Eisenbahn oder Fahrrad. Erst 200 Jahre später sollte die Glühlampe erfunden werden.

Für Christian Schöckel kam beim Blick auf 382 Jahre Schule im Dorf während der Schulabschlussfeier der Hauptschule Abbehausen in der Aula ein bisschen Wehmut auf. Im Herbst 1969, so der Schulleiter, entstand dann das Flachdachgebäude der heutigen Hauptschule als Mittelpunktschule für 700 Kinder der damals selbstständigen Gemeinden Abbehausen, Esenshamm, Stollhamm und Seefeld. Es war die erste Hauptschule in der Wesermarsch überhaupt. Acht weitere im Landkreis folgten. Schöckel: „Doch wie sich die Zeiten ändern: Seit Jüngstem schließt eine Hauptschule nach der anderen. Inzwischen gibt es in der Wesermarsch nur noch die Hauptschule Am Luisenhof und – als einzige selbstständige – noch uns. Aber dies wird auch nur noch bis Mitte nächsten Jahres Realität sein. Das tut schon ein wenig weh.“

Die Hauptschule Abbehausen werde „abgewickelt“, so der Schulleiter, seit drei Jahren sei kein neuer Schülerjahrgang mehr dazugekommen. Von Jahr zu Jahr schrumpften Schülerschaft und Lehrerschaft. Andererseits rücken die, die übrig bleiben, aber auch immer enger zusammen. „Wir sind inzwischen fast schon eine Familie.“ Jeder kenne jeden und wisse um seine Eigenheiten.

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„Ihr seid ein Teil dieses Auslaufmodells – und jetzt geht auch ihr.“ Mit einem weinenden Auge nehme das Kollegium deshalb Abschied. Andererseits sehen die Lehrer ihn natürlich auch mit einem lachenden: „46 Schüler aus den 9. und 10. Klassen haben es geschafft, haben gute und auch beste Leistungen gebracht und haben ihren Abschluss.“ Ohne Furcht könnten sie aus dem Schutzraum Schule jetzt hinaus ins Leben treten. Schöckel: „Wir haben euch fit gemacht und ihr seid heute stark genug, um nicht gleich schon vom ersten Gegenwind umgepustet zu werden.“

Kristian Lellbach als Vertreter der drei Klassenlehrer des 9. und 10. Jahrganges erinnerte an zwei Zeilen aus Hermann Hesses Gedicht „Stufen“. Lellbach: „Was will uns der Dichter damit sagen?“ Jedes Ende sei auch gleich wieder ein Anfang. Man habe etwas erreicht – das schaffe Stolz und Selbstbewusstsein. Und das Wort Zauber im Text stehe für etwas Schönes, Unerwartetes, Überraschendes. „Die Erfahrungen durch Veränderungen führen im Leben auf den richtigen Weg,“ schloss der Deutschlehrer und wünschte allen „alles erdenklich Gute“.

Mit der Verteilung der Zeugnisse schloss der formale Teil. Den gemütlichen feierten die Schüler, ihre Eltern und Freunde mit den Lehrern am Abend bei einem Grillfest mit Musik und Showeinlagen von Ebbys Tanztruppen im Atrium. Kim Schattschneider und Gökan Karakaya dankten in einer kurzen Begrüßung „für all die schöne Zeit. Wir wurden hier schnell heimisch und haben uns immer gut aufgehoben gefühlt.“ Die Klassenlehrerin der Klasse 10, Petra Heinemann, hatte eine Power-Point-Präsentation mit längst vergessenen Fotos aus alten Schülertagen zusammengestellt.

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