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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Leihomas und Leihopas gesucht

10.02.2018

Wesermarsch Die Kreisarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege und der Landkreis Wesermarsch suchen Omas und Opas zum Ausleihen. Die Idee dahinter ist, dass viele junge Familien nicht die Möglichkeit haben, im Alltag Unterstützung durch Großeltern zu erfahren. Entweder sind diese bereits verstorben, die Beziehung zu den eigenen Kindern ist gestört oder sie wohnen zu weit weg. Auf der anderen Seite gibt es ältere Frauen und Männer, die sich gern häufiger um ihre Enkelkinder kümmern würden. Doch die leben im Ausland oder im Süden Deutschlands – also zu weit weg für einen regelmäßigen Umgang.

So wird man Leihoma oder Leihopa:

Ältere Menschen, die sich für eine Tätigkeit als Leihoma oder Leihopa interessieren, können sich telefonisch, per Mail oder persönlich bei diesen Institutionen melden:

Caritasverband Wesermarsch, Ulmenstraße 1, Brake, Projektkoordinatorin Ursula Parniske-Bielefeld, Telefon: 04401/97 66 17, e-Mail: parniske-bielefeld@caritas-wesermarsch.de

Diakonisches Werk Wesermarsch, Bürgermeister-Müller-Straße 9, Brake, Karin Schelling-Carstens, Telefon: 04401/69 59 02, e-Mail: schelling-carstens@diakonisches-werk-wesermarsch.de

DRK-Kreisverband Wesermarsch, Hafenstraße 47a, Nordenham, Peter Deyle, Telefon: 04731/26 91 90, e-Mail: p.deyle@drkwesermarsch.de

Neben Caritas, Diakonie und DRK sind an dem Projekt der Kreisarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege beteiligt: die AWO, der Paritätische Wohlfahrtsverband und der Landkreis Wesermarsch mit seinem Angebot „Frühe Hilfen“. Gefördert wird das Projekt vom Niedersächsischen Sozialministerium.

Leihomas und Leihopas bekommen ihre Unkosten erstattet. Sie sind bei ihrer Tätigkeit unfall- und haftpflichtversichert.

Großer Bedarf

Bei dieser Konstellation könnte eine Tätigkeit als Leihoma oder Leihopa das Richtige sein. „Der derzeitige Bedarf an Leih-Großeltern ist groß“, sagt Ursula Parniske-Bielefeld von der Caritas, die die Federführung bei diesem Projekt hat. Derzeit werden im Landkreis Omas und Opas für 13 Familien gesucht. Darunter sind zwei alleinerziehende Mütter und ein alleinerziehender Vater. Die zu betreuenden Kinder sind zwischen einem und neun Jahre alt und leben in Familien mit weiteren Geschwistern.

Sieben Leihomas und zwei Leihopas im Alter von 55 bis 73 Jahren sind bereits ein Jahr aktiv in acht Familien in Brake, Jade und Nordenham. „Für sie ist das eine gute Geschichte. Die würden das immer wieder machen“, berichtete Ursula Parniske-Bielefeld in einer Sitzung der Kreisarbeitsgemeinschaft. „Wir vermitteln etwas ganz Wertvolles“, freut sich Susanne Blümer von der Arbeiterwohlfahrt, dass auch ihre Organisation an dem Projekt beteiligt ist.

Bei Anfragen werde manchmal nach einem Babysitter gefragt, erzählt Ursula Parniske-Bielefeld. Dann werde höflich, aber bestimmt darauf hingewiesen, dass die Leihomas und Leihopas genau das nicht machen, keine Haushaltshilfen sind und auch nicht die Tagesmutter ersetzen. Bücher vorlesen, auf den Spielplatz gehen, mit Kindern kochen und backen, singen, basteln oder einfach nur da sein. „Denn Leihoma und Leihopa zu sein ist ein freiwilliges Ehrenamt. Die Leih-Großeltern entscheiden selbst, wie oft und wie lange sie sich engagieren. Sie gestalten gemeinsam und in Absprache mit der Familie den Umfang und die Aktivitäten“, beschreibt die Caritas das Aufgabengebiet.

Aufblühen im Ehrenamt

Carina Hemme vom Fachdienst Jugend in der Kreisverwaltung weiß, „wie Omas und Opas in diesem Ehrenamt noch mal aufblühen“. Sie spricht deshalb von einer Win-Win-Situation für alle Beteiligten. „Und wenn die Chemie mal nicht stimmt, dann kann man die Beziehung wieder beenden“, erklärt Caritas-Geschäftsführer Ralf Bunten, dass es seitens der Eltern keinen Anspruch auf eine Leistung der Leih- Großeltern gibt. „Sie haben die Freiheit zu sagen, dass sie heute mal keine Lust haben. Das ist wie im Umgang mit den eigenen Kindern“, fügt Ralf Bunten hinzu.

„Leihomas und Leihopas sind sehr beliebt“, zieht Ralf Bunten ein erstes Fazit des Projektes. „Deshalb brauchen wir mehr davon“, hofft er auf „Nachwuchs“ aus den Reihen der Seniorinnen und Senioren in der Wesermarsch.

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