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Windkraft auch in Landschaftsschutzgebieten Jader Politik stellt Weichen für bis zu 18 neue Windräder

Neue Windräder für die Gemeinde Jade (Symbolbild): Kommt es zu den von Investoren geplanten Windparks, könnten bis zu 18 zusätzliche Windräder in der Gemeinde gebaut werden.

Neue Windräder für die Gemeinde Jade (Symbolbild): Kommt es zu den von Investoren geplanten Windparks, könnten bis zu 18 zusätzliche Windräder in der Gemeinde gebaut werden.

Torsten von Reeken

Jade - Gleich mehrere grundsätzliche Entscheidungen über zusätzliche Windenergieanlagen in der Gemeinde standen in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Klima, Umwelt und Mobilität in den Räumen der Grundschule Jaderberg am 22. Februar an. Zum einen möchte die Firma Windkonzept an mehreren Stellen im Gemeindegebiet Windkraftanlagen errichten.

13 neue Windräder

Im Bereich Jaderkreuzmoor könnten demnach 13 neue Windräder entstehen. Allerdings: Die Fläche ist zum größten Teil nicht in der kürzlich verabschiedeten Windkraftpotenzialstudie der Gemeinde enthalten. Dort sind die Potenzialflächen Jaderaußendeich und Kreuzmoor als neue Gebiete für Windkraft festgelegt worden. Die jetzt von der Firma Windkonzept vorgeschlagene Fläche enthält allerdings die rund 7,8 Hektar große Fläche Hahner Brake aus der Studie, allerdings innerhalb eines Landschaftsschutzgebietes liegt. Diese Gebiete können gemäß aktueller Gesetzgebung für die Windkraftplanung geöffnet werden. Außerdem möchte Windkonzept auch die in der Potenzialstudie aufgeführte Fläche Schweiburg bebauen. Hier war die Meinung des Ausschusses eindeutiger: Da die Fläche nur für eine Anlage Platz bieten würde, soll sie nicht genutzt werden.

Politik uneinig

Anders war das Ergebnis bei der Fläche Jaderkreuzmoor. Carsten Severin (FDP) sprach sich erneut grundsätzlich gegen jede weitere Ausweisung von Windkraftflächen aus. Zu viele Anlagen ständen zu lange still, die Frage der Wiedervernässung von Mooren sei ungeklärt. Auch Ulrich van Triel (Grüne) hatte Bedenken. „Wir haben mit der Potenzialanalyse beschlossen, einer Öffnung der Landschaftsschutzgebiete keinen Vorschub zu leisten“, sagte er. Klaus Decker (UWG) sprach von einer außerordentlich schwierigen Entscheidung. Die finanziellen Erträge, die die Gemeinde Jade durch die Windkraft zu erwarten habe, dürften nicht im Vordergrund stehen, sie dürften angesichts der massiven Ausgaben aber auch nicht außer Acht gelassen werden. Angesichts der Ziele des Klimaschutzes und der finanziellen Auswirkungen auf die Gemeinde erachte er die Ausweisung einer großen Fläche für 13 Anlagen als sinnvoll, sagte Michael Rettberg (SPD). Marco Hekert (UWG), der als Landwirt eine der betroffenen Flächen bewirtschaftet, nahm an der folgenden Abstimmung nicht teil, in der sich der Ausschuss mit drei zu zwei Stimmen knapp dafür aussprach, die weitere Planung der Fläche Jaderkreuzmoor zu befürworten.

Weitere Fünf Anlagen

Ebenfalls befürwortet – bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung – hat der Ausschuss einen Antrag der Vareler Firma Innovent. In Jade will das Unternehmen fünf Windenergieanlagen mit maximal 200 Metern Höhe auf der Fläche Jader Moormarsch bauen. Auch diese Fläche liegt in einem Landschaftsschutzgebiet.

Eine Anlage könnte von der Gemeinde oder als Bürgeranlage betrieben werden, erläuterte Projektleiter Torben Büsing. Er betonte zudem finanzielle Vorteile, etwa rund 3,5 Millionen Euro Gewerbesteuer über 20 Jahre, eine freiwillige Kommunalabgabe von 112.000 Euro pro Jahr, sowie die Zusicherung von 5000 Euro spenden pro Jahr für gemeinnützige Zwecke.


Plaung am Anfang

Mit den Entscheidungen, die vom Gemeinderat noch bestätigt werden müssen, steht die Planung für neue Windparks erst am Anfang. Bürgermeister Henning Kaars betonte außerdem, auch angesichts skeptischer Äußerungen von Bürgerinnen und Bürgern, dass die Entscheidung über die Öffnung der Landschaftsschutzgebiete letztlich beim Landkreis Wesermarsch liege. Auf Antrag von Carsten Severin soll außerdem der Arbeitskreis Windenergie der Gemeinde wieder eingesetzt werden, in dem Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit der Politik über die Zukunft der Windkraft in der Gemeinde diskutieren sollen.

 

Christian Quapp
Christian Quapp Team Nord (Leitung)
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