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NWZonline.de Region Wesermarsch Blaulicht

Abgesoffene Keller und geflutete Straßen

01.07.2017

Nordenham Die Weserstraße hat am Freitagmorgen ihrem Namen alle Ehre gemacht: Als der Starkregen auf Nordenham herunterprasselte, stand sie zeitweise komplett unter Wasser und glich einem Strom. Für die Autofahrer war das allerdings kein Problem, weil die Weserstraße aufgrund von Kanalbauarbeiten ohnehin für sie gesperrt ist. In anderen Gebieten der Stadt hingegen mussten die Verkehrsteilnehmer überfluteten Straßen ausweichen. Die heftigen Niederschläge sorgten auch für vollgelaufene Keller. Die Feuerwehr rückte zu zehn Einsätzen aus, um die Wassermassen von den Fahrbahnen und aus den Häusern zu pumpen.

Besonders betroffen waren Einswarden und Friedrich-August-Hütte. In diesem Bereich hatte die Einswarder Feuerwehr sechs Einätze zu bewältigen. Ein Teilstück der Straße An den Wurten stand vorübergehend so hoch unter Wasser, dass sie für den Verkehr gesperrt werden musste.

Sandsäcke vor den Türen

Ähnliche Szenen spielten sich auf der Sielstraße, auf der Berliner Straße und besonders auf der Walther-Rathenau-Straße vor dem Rathaus ab, dessen Kellereingänge vorsorglich mit Sandsäcken abgesichert waren. Dort ähnelte die Fahrbahn einer Seenplatte. Die Nordenhamer Feuerwehr schaffte Abhilfe, indem sie das Wasser aus der überlasteten Kanalleitung absaugte und auf die Rathauswiese pumpte.

Laut Stadtbrandmeister Ralf Hoyer waren am Freitag insgesamt 34 Feuerwehrleute im „Regeneinsatz“ – 25 von der Ortswehr Nordenham und 9 aus Einswarden. Die erste Alarmierung gab es um 9.15 Uhr. Gegen Mittag beruhigte sich die Lage. Zu größeren Schäden kam es nach Angaben des Stadtbrandmeisters nicht.

Dass einige Stadtteile glimpflich davon gekommen sind, während andere regelrecht unter Wasser gestanden haben, hängt mit dem Zustand und der Leistungsfähigkeit der Kanalisation zusammen. Der Leiter des Amtes für Baumanagement, Mario Peschke, verweist darauf, dass es an vielen Stellen in Nordenham noch alte Abwasserleitungen mit einem Durchmesser von lediglich 25 bis 30 Zentimetern gibt. Die Standardgröße der Rohre liegt heute bei einem Durchmesser von 60 bis 70 Zentimetern.

Hinzu kommt, dass die alten Leitungen oft auch beschädigt und mit Wurzelwerk zugewachsen sind. Entsprechend begrenzt ist die Aufnahmefähigkeit des Abwassernetzes, wenn ungewöhnlich starke Regenfälle auftreten. Das trifft nach Angaben des Amtsleiters zum Beispiel immer wieder auf die Walther-Rathenau-Straße zu. „Wir wissen, dass der Kanal dort nicht mehr in Ordnung ist“, sagt Mario Peschke, „das haben Untersuchungen ergeben.“ Bei einer Überlastung der unterirdischen Leitungen sprudelt das Wasser aus den Gullys und verteilt sich über die Fahrbahn.

Investitionsprogramm

Um den Problemen mit der veralteten Kanalisation Herr zu werden, hat die Stadt Nordenham ein Investitionsprogramm zur Erneuerung des Entwässerungssystems angeschoben. Nach und nach sollen in allen Stadtteilen die maroden Leitungen saniert oder ausgetauscht werden. „Schritt für Schritt arbeiten wir die Liste ab“, sagt Mario Peschke, „von heute auf morgen geht das nicht.“ Groß sei der Bedarf vor allem in Einswarden, wo nach Schätzung des Amtsleiters „70 bis 80 Prozent“ des Kanalnetzes beschädigt sind.

Der Amtsleiter ist froh, dass am Freitagvormittag kein Hochwasser war, weil es dann schwierig geworden wäre, die Regenmassen in die Weser abzuleiten. „Irgendwann kommen die besten Pumpen nicht mehr dagegen an“, sagt Mario Peschke.


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Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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