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NWZonline.de Region Wesermarsch Blaulicht

Herbert Eilers Aus Bardewisch: Ein Leben für die Feuerwehr

12.03.2020

Bardewisch „Mit 80 Jahren will ich hier nicht mehr rumlaufen“, sagte Herbert Eilers, als er vor fünf Jahren den Hausmeisterjob im Bardewischer Feuerwehrhaus von Rolf Kranz übernahm. Ob das klappt? Inzwischen ist er 77 – und ein Leben ohne Feuerwehr ist noch immer nur schwer vorstellbar.

Für seine 60-jährige Mitgliedschaft in der Ortswehr wurde Herbert Eilers auf dem Seniorennachmittag der Lemwerderaner Feuerwehren geehrt.

Viel hat Herbert Eilers in all den Jahren erlebt und die Leidenschaft fürs Feuerwehrwesen, die schon sein Vater hatte, an seine Söhne weitergegeben. Sein Sohn Wolfgang trat 2003 nicht nur als Bardewischer Ortsbrandmeister in seine Fußstapfen. Seit letztem Jahr steht dieser auch Gemeindebrandmeister Hartwig Sondag als Stellvertreter zur Seite.

Als Kinder durften Herbert Eilers und sein Bruder auf dem Einsatzfahrzeug mitfahren, das die 1926 gegründete Ortswehr von Berne übernahm, erinnert er sich. Von 1942 bis 1958, als es von einem „Opel Blitz“ abgelöst wurde, war es im Einsatz. Und es musste nicht nur angekurbelt werden, was damals gegenüber dem bisherigen Transport der Spritze per Pferd schon ein gewaltiger Fortschritt war, sondern hatte auch Vollgummireifen, denen Hitze und die vielen Scherben der Kriegsjahre nichts anhaben konnten.

1960 durfte der 17-Jährige in die Feuerwehr eintreten und die Aufnahme war, anders als heute, keineswegs selbstverständlich. Den Grundlehrgang – den ersten von vielen Lehrgängen –, die der gelernte Flugzeugmechaniker im Laufe der Zeit absolvierte, machte er beim damaligen Gemeindebrandmeister Ellimar Schnittjer. Bei Alarm machte die Mutter ihren drei Männern immer das Tor auf, erinnert sich Eilers.

Die komplette Bandbreite von Feuerwehreinsätzen hat der Brandmeister in all den Jahren mitgemacht: Großbrände, Verkehrsunfälle mit Toten oder Hilfeleistungen wie das Retten von Pferden.

Das große Feuer, bei dem 1962 eine Yacht komplett ausbrannte, war einer der ersten großen Einsätze, die dem 77-Jährigen bis heute im Gedächtnis sind. Ganz besonders schmerzlich war der Tag, als der zum damaligen Zeitpunkt noch stellvertretende Ortsbrandmeister und seine Kameraden das eigene Feuerwehrhaus löschen mussten. Ein Einbrecher hatte dort im Dezember 1996 Feuer gelegt.

Viele alte Fotos des Archivs fielen dem Brand zum Opfer. Eilers sorgte dafür, dass die verkohlten Teller, Medaillen und Auszeichnungen heute wieder restauriert an den Wänden hängen.

Auf einigen Gegenwind musste sich Herbert Eilers gefasst machen, als er sich in seiner Funktion als Ortsbrandmeister, die er von 1997 bis 2003 inne hatte, für die Aufnahme von Frauen stark machte. Ende November 1998 war Tanja Sudbrink schließlich das erste weibliche Mitglied in Bardewisch. Auch die Gründung der Kinderfeuerwehr fünf Jahre später trieb er mit voran.

Leicht fiel Eilers mit 63 Jahren der Abschied aus dem aktiven Dienst nicht, gibt er zu. Im Feuerwehrhaus nach dem Rechten zu sehen, gehört für ihn seitdem zum Tagesablauf.

Froh ist Herbert Eilers, dass seine Frau Anni, die ihn bei der Hausmeisterarbeit unterstützt, so viel Verständnis für seine Feuerwehrleidenschaft hat. Sehr traurig ist Herbert Eilers dagegen, dass Freund und Kamerad Rolf Kranz Anfang Februar verstorben ist – und deshalb für 60-jährige Mitgliedschaft nicht mehr geehrt werden konnte.

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