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NWZonline.de Region

Schiffsunglück – und jetzt?

14.11.2017

Brake Während Feuerwehren und Technisches Hilfswerk am Samstag schnellstmöglich die „Mount Hope“ soweit stabilisiert hatten, dürften Ursachenforschung und Reparaturen Wochen in Anspruch nehmen. „Die Ermittlungen laufen weiter“, war am Montag von der Wasserschutzpolizei Brake zu hören. Techniker nahmen die Ruderanlage unter die Lupe und machten sich ein Bild von den genauen Schäden an der Pier. An diesem Dienstag werden Experten der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung vor Ort erwartet.

Was sind die Folgen des Schiffsunglücks?
Die zuständige Wasserschutzpolizei hatte ein Auslauf- beziehungsweise Weiterfahrverbot sowohl für den 170 Meter langen Massengutfrachter „Mount Hope“ als auch für das in Mitleidenschaft gezogene Binnenmotorschiff „Lee“ ausgesprochen. Zunächst sollten die Ursache der Havarie ermittelt und die tatsächlich entstandenen Schäden dokumentiert werden. Nach gutachterlicher Untersuchung wurde das Weiterfahrverbot für die „Lee“ zwischenzeitlich aufgehoben. Der mit Stahl beladene Frachter wird entladen und in einer Werft repariert werden.

Was war passiert?
Vermutlich aufgrund eines Defektes an der Ruderanlage war die „Mount Hope“ am Samstagmorgen gegen 4.40 Uhr in die Pier des Braker Hafens gefahren. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde die Außenhaut des Massengutfrachters erheblich beschädigt, dadurch war auch Wasser ins Schiffsinnere gedrungen. Nur durch den beherzten Einsatz der Feuerwehren und des Technischen Hilfswerks, die das Wasser abgepumpt haben, konnte ein Sinken des Schiffs verhindert werden. Eingebeult wurde durch den Zusammenstoß auch die Außenhaut der „Lee“. Die Beschädigungen sind aber vergleichsweise gering.

Wie geht es weiter?
Neben der Suche nach der genauen Ursache für die Havarie werden in dieser Woche auch Taucher unterhalb der Wasseroberfläche untersuchen, welche Schäden an der Pieranlage entstanden sind. Damit wurde bereits am Montag begonnen. Die Taucher können aufgrund der Strömungs- und Witterungsverhältnisse nur zu bestimmten Zeiten eingesetzt werden, weiß N-Ports-Niederlassungsleiter Harald Ludwig. Deshalb können sich die Einsätze über Tage hinziehen.

Ein Sonarschiff war ebenfalls am Montag im Einsatz, um zu prüfen, ob Teile der zerstörten Pieranlage den Schiffsverkehr beeinträchtigen könnten. Die Ergebnisse sollen diesen Dienstag vorliegen. Davon abhängig ist auch, inwieweit die Pieranlage noch nutzbar ist.

Wie hoch ist der Schaden?
Erst wenn die Arbeit der Taucher beendet ist und die Schiffsexperten ihre Ermittlungen abgeschlossen haben, kann die Schadenshöhe beziffert werden. Und dann können auch die Schäden an den Schiffen und der Pieranlage beseitigt werden. Auch diese Arbeiten werden mehrere Wochen dauern, ist sich Harald Ludwig sicher.

Der N-Ports-Niederlassungsleiter ist sich auch sicher, wer für den Schaden aufkommen muss: Die Reederei, die für solche Fälle – vergleichbar einer Kfz-Haftpflichtversicherung – versichert ist. N-Ports stellt die In-frastruktur im Braker Hafen sicher. Damit ist die Hafenbetreibergesellschaft die Geschädigte hinsichtlich der auf mehreren Metern zerstörten Pier (Schiffsbelader 1).

Läuft der Hafenbetrieb?
Betroffen ist daneben die Hafenfirma J. Müller, die eigene und von N-Ports zur Verfügung gestellte Hafenanlage zum Be- und Entladen von Schiffen nutzt. Nach Einschätzung von Harald Ludwig wird es zwar zu Beeinträchtigungen in der Schiffsabfertigung kommen; aber er geht bisher davon aus, dass es alternative Liegeplätze im Hafen für die Schiffe gibt, die eigentlich an der zerstörten Anlage festmachen sollten.

N-Ports ist gemeinsam mit J. Müller zurzeit dabei festzustellen, welche Schiffsankünfte in den nächsten Wochen geplant waren und wo alternative Anlegestellen zur Verfügung stehen. Erst wenn es im Braker Hafen tatsächlich nicht mehr möglich sein sollte, geplante Be- oder Entladungen vorzunehmen, müsste gegebenenfalls auf andere Häfen ausgewichen werden.

Läuft der Schiffsverkehr?
Während die Folgen der Kollision im Hafen noch für längere Zeit spürbar sein werden, war die Weser bereits wenige Stunden nach dem Unglück wieder für den Schiffsverkehr freigegeben worden.

Weitere Nachrichten:

THW | Wasserschutzpolizei | Hafen Brake | N - Ports | J. Müller