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NWZonline.de Region Wesermarsch Blaulicht

Kriminelle haben es immer schwerer

14.03.2019

Brake „In Brake lebt man sicher!“ Das sagt Karin Uhmeier. Und die muss es wissen. Auch wenn die Leiterin des Kriminal- und Ermittlungsdienstes (KED) beim Polizeikommissariat Brake erst seit einigen Wochen in der Wesermarsch tätig ist, kann die erfahrene Kriminalhauptkommissarin Statistiken lesen.

Und die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2018 untermauert ihre Aussage. Und weil das Polizeikommissariat Brake nicht nur für die Kreisstadt zuständig ist, gilt die Aussage auch für Elsfleth, Ovelgönne, Berne und Lemwerder. Insgesamt rund 44 000 Einwohner leben in dem rund 400 Quadratkilometer großen Einzugsbereich.

Kommissariat Brake

Die Zahl der bekannt gewordenen Fälle ging im Zuständigkeitsbereich der Polizei Brake um 109 Fälle auf 1853 zurück, laut Kommissariatsleiter Klaus Lücke „der absolut niedrigste Wert der Erfassung“. 1238 dieser Taten (66,8 Prozent) konnten aufgeklärt werden. Damit wurde auch die bisher höchste Aufklärungsquote aus dem Jahr 2016 von 65,6 Prozent noch einmal gesteigert.


Rohheitsdelikte: 283 Fälle von Körperverletzung, Nötigung, Raub, Bedrohung und ähnlichem sind 2018 angezeigt worden, 16 weniger als im Jahr zuvor. Und: Die allermeisten (258 oder 91,2 Prozent) klärte die Polizei auf.

Sexualstraftaten: Einen Anstieg gab es bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Wurden 2017 noch 18 Fälle angezeigt, waren es im Vorjahr 34. Für den Anstieg dürfte vor allem die Tatsache verantwortlich sein, dass Belästigung nach einer Änderung des Strafrechts nun auch unter diesem Punkt geführt werde. Auch ein gesteigertes Bewusstsein und höhere Bereitschaft, Taten auch anzuzeigen, könnten Gründe für den Anstieg sein, so die Leiterin des Braker KED. Auch hier gibt es eine sehr hohe Aufklärungsquote von 85,3 Prozent.

Eigentumsdelikte: Nach 610 Fällen in 2017, waren es im vergangenen Jahr noch 514. Allein 96 Taten seien Fahrraddiebstähle, so Lücke. Immerhin sei deren Zahl zuletzt deutlich gesunken: Vor fünf Jahren waren es noch 273. Eine verbesserte Sicherung der oft hochwertigen Räder spiele hier sicher eine Rolle, so Lücke. „Und die gute Arbeit des Einsatz- und Streifendienstes“, ergänzte Uhmeier.

Wohnungseinbrüche: 33 Wohnungseinbruchdiebstähle verzeichnet die Statistik für 2018, sechs weniger als im Jahr zuvor, aber deutlich weniger als zwischen 2008 und 2016, als deren Zahl alljährlich zwischen 71 und 89 lag. Vor allem in der südlichen Wesermarsch habe es hier seinerzeit eine Häufung gegeben, blickte Lücke zurück. Auch hier trage die Präventionsarbeit Früchte, erklärte Uhmeier, vor allem aber auch die verbesserten Sicherheitsausstattungen der Häuser und Wohnungen. „Daran scheitern viele Täter.“ Aufgeklärt werden konnten allerdings nur gut jeder fünfte Fall (21,2 Prozent).

 Rauschgiftkriminalität: 188 statt 124 Fälle bedeuten einen Anstieg, der die Polizei aber nicht beunruhigt. Die führt das Plus auf die zahlreichen Kontrollen zurück. Immerhin: 99,5 Prozent der Fälle konnten aufgeklärt werden; heißt: ein einziger nicht.

Gewalt gegen Polizeibeamte: Zwei tätliche Angriffe, zwei Bedrohungen und drei Widerstandshandlungen wurden 2018 von den Beamten zur Anzeige gebracht. „Die Zahlen scheinen zwar gering zu sein“, so Jörn Stilke, Leiter der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch, „das aber auch deshalb, weil die Leidensfähigkeit der Kollegen groß ist. Die Ruppigkeit vor Ort ist deutlich höher. Und das ist nicht besser geworden.“

Wesermarsch

Im Zeitraum von zehn Jahren sank die Zahl der Straftaten in der Wesermarsch – das Polizeikommissariat (PK) Nordenham ist für Nordenham, Stadland, Butjadingen und Jade zuständig – von 5860 (2009) auf 4474 (2018), während die Aufklärungsquote im selben Zeitraum von 57,9 auf 70,2 Prozent stieg. „Die Wesermarsch ist damit in Niedersachsen weit vorne“, zollte Stilke den Kollegen vor Ort Respekt. Im Landesdurchschnitt wurden 62,8 Prozent der Delikte aufgeklärt.

Von den 2264 Tatverdächtigen waren 1769 erwachsen, 226 heranwachsend, 197 jugendlich und 72 wurden Kindern zugeordnet. 16,2 Prozent der Tatverdächtigen (366) sind Nichtdeutsche, deren Anteil im Landkreis 7,53 Prozent beträgt. 4,9 Prozent der Tatverdächtigen waren Asylbewerber, wobei der Anteil bei den Jugendlichen (5,6 Prozent) und Heranwachsenden (8,4 Prozent) deutlich über dem Durchschnitt lag. 6,4 Prozent der Tatverdächtigen waren Hartdrogenkonsumenten, bei 15,4 Prozent war Alkohol im Spiel.

Eine im Vergleich zum subjektiven Sicherheitsgefühl der Bevölkerung deutlich weniger ausgeprägte Bedeutung hat der Einsatz von Stichwaffen: In der Wesermarsch wurde im vergangenen Jahr eine Straftat gegen das Leben (PK Brake) aufgenommen sowie 18 (fünf PK Brake, 13 PK Nordenham) Rohheitsdelikte.

Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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