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NWZonline.de Region Wesermarsch Blaulicht

Auf den Wind folgt das Wasser

11.02.2020

Brake Vergleichsweise glimpflich verlief die Sturmnacht in der mittleren und südlichen Wesermarsch. Die Feuerwehren hatten allerdings den ein oder anderen Einsatz. Diese betrafen vor allem umgestürzte Bäume, die Straßen blockierten. Am Montag folgte dann eine Sturmflut.

Verkehr

Am Montagmorgen merkten auch die Pendler und andere Kraftfahrer die Auswirkungen von Sturmtief „Sabine“. Weil der Wesertunnel den Tag über gesperrt war, bildeten sich an der Weserfähre Golzwarden-Sandstedt lange Warteschlangen. Die Fahrzeuge standen zeitweilig bis zur Grundschule Golzwarden, die Wartezeit betrug teilweise 150 Minuten. „Wir fahren im Pendelverkehr zwischen Golzwarden und Sandstedt“, hieß es dazu von Schnellfähre Brake-Sandstedt GmbH & Co. KG. Allerdings konnte der Andrang nur nach und nach bewältigt werden. Zur Hochwasserzeit musste auch die Fähre vorübergehend den Betrieb einstellen. Geduld war gefragt, denn auch bei den Fähren Blexen-Bremerhaven sowie in der südlichen Wesermarsch und Bremen-Nord gab es nach Auskunft aus Golzwarden erhebliche Wartezeiten.

Schulen

Um den Schülern am Montagmorgen aufgrund umherwehender Gegenständen besonders gefährlich eingestufte Schulwege zu ersparen, hatte der Landkreis Wesermarsch am späten Sonntagabend noch entschieden, dass der „Unterricht an allen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen witterungsbedingt ausfällt“. Lediglich die Teilzeitschüler der Berufsbildenden Schulen mussten erscheinen. Die Schulbusse blieben in den Depots.

So wird über einen Unterrichtsausfall entschieden

Welchen Kriterien gelten für den Unterrichtsausfall? Das ist immer eine Einzelfallentscheidung. Bei Sturm ist es z.B. auch wichtig, ob die Bäume viel, wenig oder gar kein Laub tragen. Oder bei Glatteis, ob die Straßen geräumt werden können (Salzvorräte, Personal) oder prophylaktisch gestreut werden kann. Unterrichtsausfall gibt es in der Regel nur bei den Warnstufen Rot und Violett von Unwetterzentrale/Deutscher Wetterdienst.

Wer entscheidet, ob der Unterricht ausfällt? In diesem Fall entscheidet der Landkreis als Träger der Schülerbeförderung darüber, ob die Beförderung besonders gefährlich ist oder nicht. Wenn daraufhin die Beförderung eingestellt wird, kann kein regulärer Unterricht mehr stattfinden. Die Öffentlichkeit spricht dann von einem Schulausfall, korrekterweise heißt es Unterrichtsausfall. Das bedeutet nur, dass kein regulärer Unterricht stattfindet. Die Lehrkräfte müssen zum Dienst antreten. Eine Betreuung muss gewährleistet werden.

Wie wird das kommuniziert? Die ausschließliche offizielle Plattform für behördlich gemeldete Unterrichtsausfälle ist die Verkehrsmanagementzentrale (www.vmz-niedersachsen.de) sowie die Verkehrsnachrichten der für Niedersachsen zuständigen Rundfunksender. Zukünftig wird der Landkreis Wesermarsch auch über die kostenlose KATWARN-App sowie über seine Homepage (www.landkreis-wesermarsch.de) Ausfallmeldungen bekannt geben. KATWARN hat von Sonntag auf Montag 2000 neue Nutzer hinzugewonnen.

Können Schulen auch individuell über Unterrichtsausfall entscheiden? Über Unterrichtsausfälle vor Schulbeginn entscheidet der Landkreis. Schulleiter können Unterricht vorzeitig beenden, etwa bei einsetzendem Glatteis oder aufziehendem Sturm. Die Eltern tragen die Fürsorgepflicht für ihre Kinder. Im begründeten Einzelfall können sie ihre Kinder entschuldigen, wenn z.B. am Wohnort ein Wetterschaden den Schulbesuch unmöglich macht – auch dann, wenn der Landkreis den Unterricht nicht abgesagt hatte.

Antworten von Matthias Bühnemann, stellvertretender Leiter des Fachdienstes Schulen, Kultur und Sport beim Landkreis Wesermarsch.

Eine Betreuung war allerdings an allen Schulen möglich, wurde aber nicht groß nachgefragt. Beispiel Grundschule Boitwarden: Drei Kinder waren morgens gekommen – und gleich wieder nach Hause gegangen. „Das hatten wir noch nie“, sagte ein überraschter Schulleiter Ralf Gloystein. Offenbar habe sich der Schulausfall schnell herumgesprochen. „Da sind die sozialen Medien mal von Vorteil.“ Für die Lehrer fällt der Unterricht in solchen Fällen übrigens nicht aus. Zu tun gibt es in Schulen auch ohne Schüler genug: Dienstbesprechung, Konzepte, Aufräumen.

Feuerwehren

Am späten Sonntagabend wurden die Kameraden der Ortsfeuerwehr Golzwarden zu einem umgestürzten Baum alarmiert. Der ragte in Schmalenfletherwurp auf die Fahrbahn und wurde schnell mit einer Motorsäge zersägt und von der Fahrbahn geräumt. Zwar habe sich die Führung der drei Wehren abgestimmt, um möglicherweise mit einer örtlichen Einsatzleitung auf eine Vielzahl schwerer Einsätze reagieren zu können, erklärte Stadtbrandmeister Bernd Kempendorf. „Das war bei dem vergleichsweise glimpflichen Verlauf aber dann nicht nötig.“

Auch ganz im Süden der Wesermarsch war es für die Feuerwehr eine ruhige Nacht: „Keine besonderen Vorkommnisse“, vermeldete Lemwerders Gemeindebrandmeister Hartwig Sondag am Montag. Lediglich in Altenesch hätten Kameraden einen Baum gefällt, der auf ein Haus zu stürzen drohte.

Braker Hafen

Aus dem Braker Hafen hieß es am Vormittag: „Glücklicherweise sind wir als J. Müller von Schäden verschont geblieben.“ Auch vom Bauhof der Stadt Brake hieß es am Montagvormittag: „Keine besonderen Vorkommnisse.“ Auch Niedersachsenports meldete „keine Schäden an der Infrastruktur im Hafenbereich“. Für den Nachmittag machte man den Hafen aber sturmflutfest.

Sturmfluten

Deutlich höher als normal stieg das Wasser der Weser am Montagnachmittag. Zur Hochwasserzeit um 15.17 Uhr wurden am Pegel Brake fast 6,50 Meter SKN gemessen, der mittlere Hochwasserstand beträgt 4,45 Meter über Seekartennormalnull. Diesen Dienstag und Mittwoch wird mit weiteren – leicht schwächeren – Sturmfluten gerechnet.

Niedersachsenports hatte die elf Hafen-Scharte und drei Landes-Scharte ab Mittag geschlossen. Nord- und Südpier wurden drei Stunden vor dem Scheitelpunkt des Hochwassers überflutet. Für Hafenwärter Jürgen Janßen nichts Ungewöhnliches. Schon zweimal im Januar hatte er die Scharte geschlossen – dann war die Weser doch nicht so gestiegen.

Ein paar hundert Meter stromaufwärts haben es zwei Autofahrer gerade noch geschafft, ihre Autos vor den Fluten zu retten. Kurz darauf stand der Parkplatz an der Kaje komplett unter Wasser.

Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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