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NWZonline.de Region

Verschnupft in die Notaufnahme

02.11.2017

Brake Ein abgebrochener künstlicher Fingernagel: Als spätabends eine Frau in der Notfallambulanz dem Arzt ihre Hand hinstreckt und um Behandlung bittet, schüttelt Dr. med. Jan Henrik Herrfurth innerlich den Kopf. Für den Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie des St. Bernhard-Hospitals in Brake ist so etwas kein Fall, der in eine Notaufnahme gehört. Leider ist es kein Einzelfall, dass Patienten ohne akute Beschwerden im Krankenhaus vorstellig werden, glücklicherweise ist es aber auch nicht die Regel.

 Akute Symptome

„Es gibt Patienten, die eigentlich keinen Grund hätten, sich abends oder nachts vorzustellen“, sagt Herrfurth. Ob diese Leute es nicht geschafft haben, mit ihrer Erkältung den Hausarzt aufzusuchen, ob jemand keinen Facharzttermin bekommen hat oder nur hofft, schneller als bei einem niedergelassenen Arzt behandelt zu werden, vermag der Arzt des Braker Krankenhauses nicht zu sagen. „Wir nehmen alle Beschwerden ernst. Wenn aber jemand schon wochenlang Rückenschmerzen hat und er dann, ohne dass eine Verschlimmerung eingetreten ist, in die Ambulanz kommt, ist er kein Notfall.“ Während manche Patienten also besser normal zum Arzt gegangen wären, gibt es andere, die mit ihren Beschwerden zuhause zu lange ausharren und besser früher den Weg in die Klinik gefunden hätten.

Mehr Betten, mehr Personal

Die neue Notaufnahme des St. Bernhard-Hospitals in Brake soll im Sommer 2018 ihre Arbeit aufnehmen. Dann sollen die Umbauarbeiten für die rund 700 Quadratmeter große Einheit im ehemaligen Küchentrakt des Krankenhauses abgeschlossen sein. Die chirurgische und die internistische Notfallambulanz, die derzeit betrieben werden, werden dann zusammengeschlossen.

In drei Schichten wird sich das medizinische Personal in der zentralen Notaufnahme um die Patienten kümmern. Zusätzlich werden hierfür vier pflegerische und zwei Ärzte zusätzlich eingestellt. In der neuen Abteilung wird vor allem die Abstimmung zwischen den behandelnden Ärzten der verschiedenen Fachrichtungen vereinfacht. „Ein Patient der Inneren kann gleichzeitig ein Fall für die Chirurgie sein“, sagt Marco Bischoff. Kürzere Wege, interdisziplinäres Arbeiten: Die Patientenversorgung wird optimiert. Ein Aushängeschild für das Braker Krankenhaus soll die neue Notaufnahme werden. Ein leitender Arzt wird bereits gesucht – ein erfahrener Arzt, der den Überblick behält.

„Die meisten Menschen kommen mit akuten Symptomen zu uns“, erklärt Marco Bischoff, Leitender Oberarzt der Inneren Abteilung: „Die verschlimmern sich manchmal schnell und plötzlich.“ Dann gehe es oft darum, schlimmere Erkrankungen auszuschließen.

 Zu wenige Ärzte

Es sind also nicht die Notfälle, die gar keine sind, die dafür sorgen, dass die Braker Notaufnahme gut ausgelastet ist. Die Patientenzahlen steigen in den Notfallambulanzen des St. Bernhard-Hospitals aber stetig an. Immer weniger niedergelassene Ärzte in der Fläche sind dafür wohl eine Ursache. Und: „Die Leute werden immer älter und kränker“, erklärt Marco Bischoff.

Zwei dieser Notfallambulanzen gibt es derzeit im Braker Krankenhaus: eine für chirurgische und eine für internistische Patienten. Wartezeiten gibt es in beiden, manchmal auch darüber verärgerte Patienten. Dabei gilt immer: Je nach Schwere der Erkrankung und Schwere der Symptome werden Patienten sofort behandelt oder müssen warten, bis andere versorgt sind.

Um den ansteigenden Fallzahlen gerecht zu werden und um die Versorgung der Patienten zu optimieren, baut das Hospital jetzt um: Aus den beiden Notfallambulanzen soll eine zentrale Notaufnahme werden, in der zukünftig interdisziplinär gearbeitet wird. „Damit können wir unsere Behandlungsplätze verdoppeln“, erläutert Krankenhaus-Sprecherin Maxi Krahl gegenüber der Nordwest-Zeitung.

Anja Biewald
Berne/Lemwerder
Redaktion Brake
Tel:
04401 9988 2321

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