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NWZonline.de Region

Sicherheitsdiskussion nach Schulbusunfall

17.11.2017

Brake Der schwere Verkehrsunfall an der Kreuzung B 212 und Hammelwarder Straße/Hayens Hellmer (K 207) – bei dem am Mittwoch ein Transporter einem Schulbus mit 42 Kindern und Jugendlichen die Vorfahrt genommen hatte – hat eine alte Diskussion wiederbelebt: die um die Sicherheit an dem Ort. Schon an der Unfallstelle waren Stimmen nach einer verkehrlichen Lösung zu vernehmen.

Auch in den Facebook-Kommentaren zur NWZ-Berichterstattung waren zahlreiche Forderungen nach mehr Sicherheit zu finden. „Wenn an der Kreuzung auch Mal für drei Wochen Ruhe ist, läuft das schon ziemlich gut“, meinte etwa Lukas M.

Die unfallträchtige Kreuzung zu entschärfen, hatte auch Jürgen Janssen (Grüne) in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus des Landkreises am Mittwoch gefordert. Das sollte intensiv überlegt werden, sagte er. Das Tempolimit von 70 km/h und gelegentliche Radarkontrollen reichten nicht.

Öffentliche Stellen wollen allerdings nicht von einem Unfallschwerpunkt sprechen – und legen Zahlen vor: Gab es von 2011 bis 2013 hier 15 Verkehrsunfälle und 2014/15 zwölf, habe es seitdem nur einmal gekracht, betonte Klaus Lücke, Leiter des Polizeikommissariats Brake – bis zum Mittwoch. Ende 2015 waren die 70er-Schilder auf der Bundesstraße auffälliger gemacht und mit Zusatzschildern ausgerüstet worden.

Die Kreuzung werde, so Horst Stolz, Leiter des Fachdienstes Verkehr beim Landkreis Wesermarsch, auf jeden Fall Thema der nächsten Verkehrssicherheitssitzung sein. Noch dieses Jahr werden Vertreter der Straßenbaulastträger, der Verkehrsbehörden und der Polizei zusammenkommen. Eine denkbare Maßnahmen: Ein Stopp-Schild, das über die Straße Hayens Hellmer ragt. Vor allem waren es in der Vergangenheit – anders als beim Schulbusunfall – nämlich Autos aus Richtung Norderfeld, die auf der B 212 mit Fahrzeugen zusammenstießen, die Richtung Norden fuhren. Für Ampel oder Kreisel sieht Stolz hingegen wenig Chancen: Die Zahlen hätten sich nicht verändert. Und die Straßenbaubehörde hatte deshalb „keine verkehrliche Notwendigkeit“ gesehen.

Stolz und Lücke mahnen auch, potenzielle Gefahren nicht außer Acht zu lassen: Eine Ampel könne in Stoßzeiten Rückstaus verursachen, die möglicherweise bis zum Bahnübergang zurückreichten. Vor allem, wenn die geplante Ansiedlung eines Discounters umgesetzt werde, die auch Auswirkungen auf die Verkehrsströme hätte. Und Radfahrer seien auf dem einseitigen Radweg beim Passieren des Kreisels gefährdet.

Bemängelt werden in der Öffentlichkeit auch die fehlenden Kontrollen. Und tatsächlich: In diesem Jahr hat der Landkreis im 70er-Bereich noch nicht „geblitzt“, ein Jahr zuvor noch zwölf Mal.

Allerdings verweisen Lücke und Stolz auch hier auf die Entwicklung der Zahlen: Bei Messungen (keine Kontrollen) sei die Geschwindigkeit, die 85 Prozent der Verkehrsteilnehmer einhält, von Oktober 2015 bis Februar 2016 von 82 auf 76 Stundenkilometer zurückgegangen. Lücke führt das auf die besser wahrnehmbare Beschilderung zurück. Allerdings gebe es – insbesondere nachts – auch deutliche Ausreißer. Bei den Kontrollen 2016 seien aber die wenigsten Verstöße im Bußgeldbereich gewesen; das wären 20 Stundenkilometer zu schnell.

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