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NWZonline.de Region Wesermarsch Blaulicht

Völlig genervt von Lärm und Abgasen

15.12.2017

Ellwürden Wer in Ellwürden in der Nähe der Bundesstraße wohnt, ist in Sachen Lärm, Erschütterungen und Abgasen einiges gewohnt. Täglich rollen Hunderte von Lastwagen über die B 212, die das Dorf in zwei Teile schneidet. Ab dem kommenden Mittwoch wird eine nicht unerhebliche Anzahl von Brummis dazukommen. Grund dafür ist die Sperrung eines Teilabschnitts der Walther-Rathenau-Straße und der Martin-Pauls-Straße für Lkw ab 7,5 Tonnen. Mit dieser Lastbeschränkung auf der Kreisstraße 188 soll verhindert werden, dass die bereits ramponierte Fahrbahn in diesem Bereich noch mehr Schaden nimmt. Die Kehrseite der Medaille ist, dass das Verkehrsaufkommen in Ellwürden deutlich zunehmen wird. Und davon sind die Ellwürder, vor allem diejenigen, die in unmittelbarer Nähe der B 212 wohnen, alles andere als begeistert.

Thomas Harff ist einer von ihnen. Er wohnt seit 18 Jahren einen Steinwurf von der Bundesstraße entfernt. Das Haus seines Nachbarn Ingo Sommer hat einen Abstand von gerade einmal 1,80 Meter zur Fahrbahn. Beide wissen natürlich, dass in unmittelbarer Nähe einer Bundesstraße keine idyllische Ruhe herrscht. Aber sie wissen auch, dass der Verkehr in den vergangenen Jahren durch den Wesertunnel und Industrieansiedlungen im Stadtnorden deutlich zugenommen hat. Und nicht nur für sie, sondern auch für viele weitere Anwohner ist die Grenze des Zumutbaren erreicht.

Jede Minute ein Lkw

Thomas Harff und seine Mitstreiter fordern, dass der Landkreis die Fahrbahnsanierung auf der K 188 nicht auf die lange Bank schiebt. Er rechnet vor, dass schon jetzt drei- bis viermal so viele Lkw durch Ellwürden fahren als über den Mittelweg und die Walther-Rathenau-Straße. Er geht davon aus, dass ab kommenden Mittwoch täglich bis zu 800 schwere Fahrzeuge durch den Ort rollen. „Statistisch gesehen donnert tagsüber fast jede Minute ein Lkw an den Häusern vorbei.“

Vor allem für die Einwohner östlich der Bundesstraße ist das ein Problem. „Dort ist der Fußweg viel zu schmal. Zudem endet er in beiden Richtungen im Nirgendwo. Dabei wird dieser Weg von vielen Schulkindern als Radweg genutzt“, sagt Thomas Harff. Wegen des fehlenden Fußwegs sind einige Häuser nur zu erreichen, wenn man auf der Bundesstraße spaziert. In einem dieser Häuser wohnt Timo Penshorn mit seiner Familie. Er hat vom zunehmenden Verkehr ebenfalls die Nase voll. Thomas Harff kann das verstehen. „Gerade in der Dunkelheit ist es lebensgefährlich, eines dieser Häuser zu erreichen.“

Und das liegt auch daran, dass sich viele Auto- und Lkw-Fahrer nicht an das vorgeschriebene Tempo-Limit von 50 Stundenkilometern halten. Thomas Harff beobachtet das regelmäßig. Den Kreuzungsbereich Alte Tischlerei hält er für hochgefährlich, vor allem für Radfahrer. Nach den Worten von Thomas Harff ist der Radweg in der Einmündung vor einigen Jahren näher an die Fahrbahn herangerückt worden. „Keine gute Idee“, findet er. Der Ellwürder hat schon einige Beinahe-Unfälle beobachtet, weil der Radweg von abbiegenden Fahrzeugen blockiert wird. Einmal habe er gesehen, wie eine Frau mit Kinderwagen vom Sog eines vorbeibretternden Lastwagens fast auf die Fahrbahn gerissen wurde.

Noch mehr Verkehr

Obwohl der Landkreis angekündigt hat, die Lastbeschränkung auf der innerstädtischen Brummi-Route aufzuheben, wenn die dort geplanten Sanierungsarbeiten abgeschlossen sind, hat Thomas Harff die Befürchtung, dass den Ellwürdern langfristig noch mehr Verkehr aufgebürdet wird. Er weist auf Überlegungen der Stadt hin, die Martin-Pauls-Straße mit einer „Industriespange“ an die B 212 in Blexersande anzubinden. Außerdem geht er davon aus, dass nach Fertigstellung der A 20 und weiterer Industrieansiedlungen im Stadtnorden das Verkehrsaufkommen weiter steigt.

Thomas Harff will mit der Stadtverwaltung einen Dialog über die Probleme beginnen. Er fordert angesichts der Belastungen und der Gefahren im Bereich der Ellwürder Ortsdurchfahrt, dass die Stadt ein „zukunftsweisendes Verkehrskonzept“ erstellt. „Die Menschen, die an der Ortsdurchfahrt in Ellwürden leben, haben ein Recht auf sichere Teilnahme am Straßenverkehr, auf Ruhe in der Nacht und ganz besonders auf weniger Belastungen durch Lärm, Erschütterungen, Abgase und Feinstaub. Vielleicht sollte man auch wieder ernsthaft über eine Ortsumgehung für Ellwürden nachdenken“, sagt Thomas Harff.

Mindestens fordern die Anwohner aber langfristig eine gerechte Verteilung der Verkehrsströme. „Es kann nicht sein, dass der ganze Schwerlastverkehr nach Ellwürden verschoben wird.“ Thomas Harff und seine Mitstreiter weisen darauf hin, dass die innerstädtische Route – speziell der Mittelweg – gut ausgebaut ist. Auf beiden Straßenseiten gibt es breite und voneinander getrennte Rad- und Gehwege, außerdem Fußgängerampeln.

Raserei eindämmen

Um die Situation in Ellwürden zu entschärfen, fordern die Nachbarn, dass der Gehweg an der Ostseite der B 212 in nördlicher Richtung bis zur Kreuzung Oldenburger Straße verlängert wird, idealerweise auch in Richtung Süden. Für sinnvoll halten sie zudem ein Tempo-Limit von 30 Stundenkilometern im Kreuzungsbereich Alte Tischlerei und unangekündigte Tempo-Messungen, um die Raserei einzudämmen.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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