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NWZonline.de Region Wesermarsch Blaulicht

„Eimerfestspiele“ und „Familienleben“

22.06.2019

Elsfleth Sie helfen, wenn’s brennt – und auch in vielen anderen Fällen: die Freiwilligen Feuerwehren in Elsfleth. Sechs Ortswehren gibt es im Stadtgebiet: Elsfleth, Sandfeld, Neuenfelde und die Moorriemer Wehren Altenhuntorf, Bardenfleth und Neuenbrok. Am 29. Juni messen sie sich wieder beim Stadtfeuerwehrtag, dieses Jahr in Bardenfleth.

Doch wie ist es eigentlich um die Wehren der Stadt bestellt? Gibt es genügend Mitglieder? Was passiert, wenn es tagsüber brennt – und viele Aktive bei der Arbeit sind? Rede und Antwort stand Hans-Jürgen Zech, der Elsflether Stadtbrandmeister.

„Genug Mitglieder kann man nie haben“, schmunzelt Zech, doch mit etwa 200 Aktiven sei man ganz gut aufgestellt. Mit „knapp über 10 Prozent“ Frauenanteil liegt Elsfleth zwar landesweit im Schnitt, und auch ein Anstieg ist zu verzeichnen, es seien jedoch mehr Frauen wünschenswert. Mit dem Nachwuchs laufe es zur Zeit ganz gut, aber allgemein gibt es eher eine steigende Alterstendenz. Das liegt auch daran, dass das „Rentenalter“ für die aktive Feuerwehrmitgliedschaft auf 67 erhöht wurde. So versuche man, „wider dem demografischen Wandel Mitglieder zu halten“, sagt Zech. In Elsfleth und im gesamten Oldenburger Land sei man gegen eine Erhöhung gewesen, nimmt die Aktivität mit dem Alter doch sowieso zwangsläufig ab.

Neue Mitglieder werden vor allem durch Mund-zu-Mund-Propaganda gewonnen. „Ich muss einen Kumpel haben, der sagt, ,da musst du mit’“, so Zech. Sind sie dann erstmal dabei, seien viele positiv überrascht, vor allem von der vielfältigen Technik. Aber auch, dass einem privat geholfen wird und man ein großes Netzwerk gewinnt, gleich richtig mit aufgenommen wird, gefällt den Mitgliedern – eben das „Familienleben“, das die Feuerwehr ausmacht, „mit allen guten und schlechten Seiten“, so Zech. Wie abwechslungsreich die Einsätze sind, überrasche ebenfalls viele.

Spiel und Spaß

Der Stadtfeuerwehrtag findet am Samstag, 29. Juni, ab 13.30 Uhr auf dem Ferdinand-Witte-Platz in Eckfleth statt. Diese „Eimerfestspiele“, wie Stadtbrandmeister Hans-Jürgen Zech sie schmunzelnd bezeichnet, sollen einfach Spaß machen. Die Siegerehrung der Jugend ist gegen 15, die der Erwachsenen gegen 17 Uhr geplant. Für das leibliche Wohl sorgt die Feuerwehr Bardenfleth. Besucher sind willkommen.

Vor allem bei den technischen Hilfeleistungen gibt es viel Abwechslung: von der einfachen Türöffnung über Unwettereinsätze bis zur Befreiung einer Kuh aus einem Graben sei alles in diesem „bunten Strauß“ enthalten. 2018 kam es insgesamt zu etwa 70 Einsätzen, Tendenz steigend. Auch Fehlalarme gehören zum Feuerwehralltag. Durch Brandmeldeanlagen habe es eine Zeit lang häufiger solche gegeben. „Die lösen technisch bedingt falsch aus“, erklärt Zech. Daher sei die richtige Wartung enorm wichtig.

Kommt es zu einem Alarm, seien etwa 160 Mitglieder tatsächlich verfügbar, für die anderen ist der Einsatz zum Beispiel arbeitsbedingt nicht möglich. Die Tagesverfügbarkeit sei jedoch extrem schwankend. Die Anfahrtswege seien weit und in Elsfleth und Umgebung gebe es zu wenig Arbeitsplätze, um alle schnell genug aktivieren zu können. Es wird versucht, das zu kompensieren, indem mehrere Wehren alarmiert werden. Je nach Ort und Einsatzart rücken dann häufig die Nachbarwehren mit aus. „In Moorriem bei einem Mittelbrand werden alle drei alarmiert“ – also Altenhuntorf, Bardenfleth und Neuenbrok – gibt Zech ein Beispiel. Die Hilfsfristen schreiben vor, dass zehn Mitglieder nach acht Minuten vor Ort sein sollen: laut Zech „schier unmöglich“. In Elsfleth selbst geht das erste Fahrzeug zwar meist nach fünf Minuten raus, doch unter anderem durch die Reihenstruktur der Dörfer sei dies nicht überall machbar.

Daher soll durch die Ausrüstung Abhilfe geschaffen werden: Jedes neu beschaffene Fahrzeug soll nun über einen Wassertank verfügen, um vor Ort Zeit zu sparen. Und es ist noch einiges mehr zu tun im Bereich Ausstattung: 2017 hat eine externe Firma einen Brandschutzbedarfsplan für Elsfleth ausgearbeitet. Dafür mussten Hans-Jürgen Zech und seine Kollegen alle Einsätze über sieben Jahre hinweg auswerten: Ein „ganz großer Lerneffekt“ trat beim Zusammenstellen der Daten auf. Das Ergebnis zeigt unter anderem, dass die Aufteilung der Gerätehäuser zwar gut ist, die Ausstattung jedoch nicht mehr der Technik entspricht, so dass nacheinander fast alle Wehren erneuert werden. Altenhuntorf ist zuerst an der Reihe, dort wird es eine neue Fahrzeughalle geben, außerdem mehr Umzugsmöglichkeiten und Duschen. Sandfeld hingegen wurde erst 2011 neu gebaut, dort muss fast nichts erneuert werden. „Außer die Absauganlage“, ergänzt Zech.

Außerdem wolle man an einer Pool-Lösung für Einsatzkleidung für den Landkreis arbeiten, erzählt Zech. Für Schläuche und Atemschutzgeräte gebe es bereits eine solche und es laufe sehr gut: Nach einem Einsatz werde die FTZ über die Großleitstelle kontaktiert, diese bringe dann einen Service-Container mit sauberen Materialien, während die gerade benutzten zur Reinigung mitgegeben würden. „So haben wir immer saubere, trockene, geprüfte Materialien.“

Jana Budde Volontärin, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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