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NWZonline.de Region Wesermarsch Blaulicht

Erstes Fahrzeug kam vom Schrott

09.06.2017

Neuenkoop Wenn im vorletzten Jahrhundert in Neuenkoop die Feuerwehr gerufen wurde, trafen die Einsatzkräfte oft nur noch zum Nachlöschen am Brandort ein. Nicht motorisiert mussten nach dem Ertönen des Feuerhorns weite Strecken zurückgelegt werden, denn in Ermangelung eines Gerätehauses wurde die erste Handdruckspritze, die die Wehr zwei Jahre nach ihrer Gründung erhielt, in Berne untergestellt.

Am 5. Februar 1887 wurde die Freiwillige Feuerwehr Neuenkoop als Zug V. der Turnerfeuerwehr Berne gegründet. „Es war früher üblich, dass die Feuerwehren aus den Turnvereinen hervorgingen. Die Männer dort brachten die nötige Fitness mit und waren außerdem gut strukturiert“, erklärt Günther Schwarting, der heute der Ortsbrandmeister in Neuenkoop ist.

In der Liste der Gründungsväter finden sich bekannte Familiennamen, wie Drieling, Osterloh, Wefer oder Hohnholt. Auch der Name Bolte taucht in der Chronik auf. „Das könnte ein Onkel gewesen sein“, mutmaßt der stellvertretende Ortsbrandmeister Sven Bolte, der sich seit seinem 15. Lebensjahr bei den Rettern engagiert. Doch das ist nach so vielen Jahren genauso wenig überliefert, wie die Frage, wo das erste Neuenkooper Feuerwehrhaus stand.

Zwei Gerätehäuser

Das erste eigene Gerätehaus, das neben der Schule in Hiddigwardermoor seinen Platz hatte, erhielt die Neuenkooper Wehr erst 31 Jahre nach ihrer Gründung, heißt es in den Aufzeichnungen. 1933 entstand sogar ein zweites in Neumühlen, das gleichzeitig betrieben wurde.

Freiwillig war der Feuerwehrdienst im 2. Weltkrieg nicht mehr. Weil viele Feuerwehrmitglieder in den Krieg geschickt wurden, verpflichtete man in diesen Jahren kurzerhand die Bürger zum Dienst. Gegen Ende des Krieges erhielt die Wehr dann ihre erste motorbetriebene Tragkraftspritze – eine TS 2/5, die 200 Liter Wasser in der Minute befördern konnte.

Und 1950 gab es das erste Einsatzfahrzeug – einen sogenannten Überfallwagen der Marke Hansa, der vom Schrottplatz geholt und einsatzbereit gemacht wurde. Ein Gutbrod löste ihn drei Jahre später ab und ab 1958 gehörte das Gerätehaus in Neumühlen einem VW-Bulli, an den sich auch Boltes Vorgänger Horst Heeren, der seit 1979 aktiv in der Ortswehr ist, noch gut erinnert – auch daran, dass es dort so eng war, dass der Bully jedes Mal erst mit dem Tau herausgezogen werden musste.

1977 konnte nicht nur das 90-jährige Bestehen gefeiert werden, sondern auch das mit viel Eigenleistung neu erbaute Feuerwehrhaus in Neuenkoop und die Gründung des Spielmannszugs. Atemschutz gab es erst, nachdem sich Dieter Brüning und Hennig Terborg dafür stark gemacht hatten, ab dem folgenden Jahrzehnt.

Nach den Zeiten der Feuerhörner erfolgte die Alarmierung mit einem Anruf bei der Feuermeldestelle, die die vier Sirenen im Ort per Knopfdruck aktivierte. „Es kam durchaus mal vor, dass dieser Knopf versehentlich mit der Haustürklingel verwechselt wurde“, verrät Horst Heeren schmunzelnd.

Beim Stichwort Sirenen erinnert sich Günter Schwarting sofort an den besonders traurigen Tag im Juli 1994, als das Vereinslokal, die Neuenkooper Gaststätte Prull, abbrannte. Aber auch der Großbrand auf dem Nachbarhof ist ihm noch bestens im Gedächtnis. „Ich dachte es sei Krieg ausgebrochen. Aber schnell stellte ich zu meinem Entsetzen fest, dass die Ursache der Geräusche die durch die Hitze berstenden Eternitplatten des Stalldachs nebenan waren“, erinnert sich der Ortsbrandmeister und fügt tröstend hinzu, dass fast alle Tiere rechtzeitig ins Freie getrieben werden konnten.

Tag der offenen Tür

Viel hat sich durch den engagierten Einsatz der Ehrenamtlichen auch im neuen Jahrtausend im Neuenkooper Feuerwehrhaus getan. Anlässlich des 130-jährigen Bestehens lädt die Ortswehr für Sonntag, 11. Juni ab 11 Uhr zu einem „Tag der offenen Tür“ ein. Neben Vorführungen, jeder Menge Spiel und Spaß soll auch das im Dezember in Dienst gestellte Einsatzfahrzeug der Öffentlichkeit präsentiert werden. Für das leibliche Wohl wird gesorgt.


Weiter Bilder aus der Geschichte der Neuenkooper Feuerwehr unter   www.nwzonline.de/fotos-wesermarsch 
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