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NWZonline.de Region Wesermarsch Blaulicht

Flammen rollen über die Köpfe hinweg

10.08.2016

Brake Man sieht nichts im Container, aber man fühlt es: Die Temperaturen steigen. Mehrere Feuerwehrleute sitzen auf dem Boden, geschützt durch ihre Einsatzkleidung, ausgerüstet mit schwerem Atemschutz. 50 bis 60 Grad hat es in Bodennähe, bis zur Containerdecke verzehnfacht sich die Temperatur. Eine Handlampe flammt auf, der Lichtstrahl durchschneidet den Brandrauch, der sich in Richtung Boden wälzt. Eine Tür wird geöffnet und plötzlich frisst sich eine Flammenwand durch den Container, über die Köpfe der Feuerwehrleute hinweg, die Temperatur steigt schlagartig an.

Ein Flashover, die plötzliche Rauchgasexplosion, gehört zu den Gefahren, denen Feuerwehrleute auf der ganzen Welt im Einsatz begegnen können. Um im Ernstfall vorbereitet zu sein, sind die richtige Ausbildung und Ausrüstung unerlässlich. Aus diesem Grund führten die Feuerwehren der Stadt Brake – Hafenstraße, Golzwarden und Hammelwarden – während des Binnenhafenfestes eine so genannte Realbrandausbildung im Flashover-Container der Firma „Delta Savety & Protection“ durch. Insgesamt 50 Feuerwehrleute erlebten am Sonnabend und Sonntag hautnah, wie ein Flashover entsteht und lernten, wie man ihn effektiv bekämpft.

Rauch entzündet sich

Vereinfacht erklärt, sammeln sich bei einem Flashover entzündliche Gase, vor allem Kohlenmonoxid, in einem geschlossenen Raum. Eine Sauerstoffzufuhr ist die ganze Zeit über gegeben, so dass das Feuer nicht erlischt. Die entstehende Wärme und das Rauchgas können aber nicht abgeführt werden. Das Feuer brennt weiter, Wärme, Rauch und unverbrannte Gase sammeln sich an der Decke. Ab einem bestimmten Zeitpunkt entsteht ein zündfähiges Gas-Luftgemisch, das offene Feuer entzündet die Rauchgaswolke und der Brand erfasst schlagartig den gesamten Raum, in dem sich die Rauchgaswolke ausgebreitet hat.

„Die Belastung für die Einsatzkräfte unter Atemschutz ist enorm“, erklärt Bernd Kempendorf, Ortsbrandmeister der Feuerwehr Hafenstraße, im Gespräch mit der NWZ. Umso wichtiger sei es, solche Übungen unter realen, aber kontrollierten Bedingungen durchzuführen. Die Idee, dies während des Binnenhafenfestes und für die Öffentlichkeit sichtbar durchzuführen, kam von den Blauröcken. „Wir wollen auf unsere Arbeit aufmerksam machen“, begründet Kempendorf die Idee. Schon vor ein paar Jahren haben die Feuerwehren der Stadt Brake eine ähnliche, öffentliche Demonstration während des Binnenhafenfestes gezeigt, nur damals mit dem Schwerpunkt der Bekämpfung von Industriebränden.

Erst Theorie, dann Praxis

Für die theoretische Einweisung und die praktische Begleitung vor Ort sind Uwe Rohlfs und sein Team von Delta Safety & Protection zuständig. Vor dem ersten Gang in den Container steht Theorie auf dem Plan: Der richtige Umgang mit den modernen Hohlstrahlrohren, physikalische und chemische Grundlagen und verschiedene Techniken zur Brandbekämpfung werden erklärt. 

Danach geht es zur „Sitzprobe“ in den mit Holz befeuerten Container. In mehreren Durchgängen pro Gruppe werden Flashover provoziert und die Flammen schlagen über den sitzenden Einsatzkräften zusammen. Von außen hört man die Durchzündung zunächst, bevor Rauch aus allen Ritzen des Containers dringt. Für die Zuschauer wird das Bild einer Wärmebildkamera nach draußen übertragen und erklärt. Im Anschluss folgt die Brandbekämpfung: Jeweils zu dritt werden Rauchgaskühlung, Temperaturcheck und Türöffnung geprobt.

An der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz in Loy (NABK) gibt es eine stationäre Übungsanlage, an der Feuerwehrleute in der Region geschult werden. Die Plätze sind begrenzt, daher entschied sich die Braker Feuerwehr, ihr Ausbildungsbudget für den Container zu investieren.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwzonline.de/videos/wesermarsch 
Claus Arne Hock
Volontär, Agentur Schelling
Redaktion Ganderkesee
Tel:
04222 8077 2743

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