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NWZonline.de Region Wesermarsch Blaulicht

Großeinsatz vor Abriss im Ortszentrum

06.02.2017

Blexen Mit insgesamt 16 Einsätzen unterschiedlichster Art war das vergangene Jahr für die 60 aktiven Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) Nordenham äußerst arbeitsintensiv. Umso wichtiger, dass alle eingesetzten Ehrenamtlichen entsprechend vorbereitet sind und nach ihrer Grundausbildung das Gelernte immer wieder vertiefen. So auch am vergangenen Samstag, als in Blexen eine große Übung des THW stattfand.

„Es ist eine Art Premiere, mit einer solch großen Anzahl von Atemschutzgeräteträgern zu üben“, sagte Gabi Fooken von der Geschäftsstelle Oldenburg. „Wir freuen uns, dass es geklappt hat.“ Denn zu den 20 Helfern aus Nordenham kamen noch 40 Einsatzkräfte aus Aurich, Leer, Norden und Oldenburg, um an der Großübung in der Deichstraße 15 teilzunehmen.

Diese Übung war ursprünglich für den 25. Februar geplant. Die Immobilie der Gemeinnützigen Nordenhamer Siedlungsgesellschaft (GNSG) mit der seit Jahren leerstehenden Gaststätte „Zur Alten Eiche“ und benachbartem Wohnhaus soll aber früher abgerissen werden, um Platz für neuen Wohnraum zu schaffen. „Für uns ist es ein Glück, dass wir dieses Übungsgelände nutzen dürfen und wegen der geplanten Abrissarbeiten keine Rücksicht auf Beschädigungen nehmen müssen“, ergänzte der Nordenhamer Ortsbeauftragte Michael Haferkamp.

Die Großübung, die vom Nordenhamer Zugführer Uwe Blank ausgearbeitet worden war, begann bereits um neun Uhr mit der erforderlichen Belehrung der Atemschutzgeräteträger. Die Helfer im Alter von 17 bis 55 Jahren wurden in Trupps eingeteilt und mussten zunächst mit ihrer rund 15 Kilogramm schweren Atemschutzausrüstung einen vermeintlich Verletzten aus dem Obergeschoss der ehemaligen Gaststätte retten.

Während ihres Einsatzes, der wegen der Versorgung mit Sauerstoff nicht länger als 20 Minuten andauern darf, besteht durchweg Funkkontakt zu der Führungsstelle, die die einzelnen Einsätze akribisch überwacht und auch die Luftversorgung der jeweils drei Einsatzkräfte überprüft. „Einfacher Hinweg, doppelter Rückweg, so rechnet man. Und das Maß ist dabei immer der Helfer mit dem höchsten Luftverbrauch“, erklärte der Ortsbeauftragte Hilmer Mannott aus Norden.

Parallel zu dieser Übung erfolgte im Untergeschoss der Gaststätte das Durchbrechen der Kellerwand mit dem Presslufthammer. Eine Arbeit, die wegen der wenigen zur Verfügung stehenden Abrissimmobilien leider viel zu selten trainiert werden kann. Andere Übungstrupps waren währenddessen damit beschäftigt, vermeintlich Verletzte aus einem Raum zu bergen, in dem die Gefahrenlage der Vertrümmerung nachgestellt worden war.

Nach der Bewirtung durch die freiwilligen Helfer vom Deutschen Roten Kreuz Schwei ging es am späten Mittag in das Ober- und Dachgeschoss des Altbaus, um dort mit künstlichem Nebel die Einsätze bei Rauchschwadenentwicklung zu trainieren. Denn im wirklichen Unglücksfall muss wirklich jeder Handgriff in jeder Situation sitzen, die Kommunikation in und zwischen den einzelnen Helfertrupps wie auch mit der Führungsstelle stimmen.

Die Blexer Großübung, bei der auch ein Rettungswagen vom DRK vor Ort war, um notfalls medizinische Hilfe zu leisten, endete gegen 16 Uhr.

Michael Haferkamp dankte den vielen Teilnehmern für ihr Engagement und entließ die ehrenamtlichen Helfer in ihr wohl verdientes und stark verkürztes Wochenende. „Hut ab vor den Helfern aus den anderen Ortsverbänden, die heute morgen die weite Anreise nicht gescheut und jetzt noch den Rückweg vor sich haben“, sagte Michael Haferkamp anerkennend.

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