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NWZonline.de Region Wesermarsch Blaulicht

Wurden die Katzen vom Klärwerk vergiftet?

28.03.2017

Brake Irgendwann waren sie einfach da: Die Katzen auf dem Gelände und in der Umgebung des Klärwerks. Seit zwei Jahren kümmert sich Daniela Janßen (33) um die herrenlosen Tiere, sie übernahm die Aufgabe von ihrem Vater, der selbst im Klärwerk arbeitete. „Die Katzen waren die letzte Freude, die ich mit meinem Vater teilen konnte, bevor er vor zwei Jahren an Krebs starb“, erzählt sie. „Sie haben alle einen Namen und viele kann ich auch auf den Arm nehmen.“

Den insgesamt neun Katzen baute sie am Rande der Klärwerkszufahrt einen Verschlag, in dem sie schlafen und fressen konnten, und besuchte sie regelmäßig mit Futter. Am vergangenen Sonnabend wurde sie dabei von ihrem Verlobten und ihrer Mutter begleitet.

„Plötzlich kam ein Mann auf uns zu und sagte in sehr aggressivem Ton, wenn wir die Katzen weiter füttern, würden noch mehr Katzen vergiftet werden“, erinnert sie sich. Drei Stück hätte er schon begraben, habe er sich gebrüstet. Nachbarn zufolge soll es sich bei dem Mann um einen erst kürzlich zugezogenen Anwohner handeln.

Tierquälerei und Strafrecht

Tierquälerei ist ein Straftatbestand nach § 17 des Tierschutzgesetzes (TierSchG). Danach wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder ihm aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt. Handelt es sich um ein fremdes Tier, kann die Tat außerdem als Sachbeschädigung (§ 303 Strafgesetzbuch) strafbar sein.

Tatsächlich sind drei Katzen in den vergangenen Wochen verschwunden, eine vierte vermisst Daniela Janßen seit Sonntag. Sie befürchtet, auch sie könnte getötet worden sein. Gegen den Anwohner hat sie Strafanzeige wegen Tierquälerei gestellt. Das bestätigt Knut Matthiesen, Leiter des Kriminalermittlungsdienstes in Brake. „Wir ermitteln jetzt, was an den Vorwürfen dran ist“, so Matthiesen. „Fest steht erst einmal nur, dass Katzen fehlen. Was passiert ist, wollen wir jetzt herausfinden.“

Die verbliebenen fünf Katzen will Daniela Janßen in Sicherheit bringen. Sie sollen eingefangen, kastriert und möglichst in liebevolle Hände gegeben werden. Martha Heppel vom Tierschutzverein Wesermarsch hat ihre Hilfe angeboten. Sie macht sich nicht nur um die Katzen sorgen. „Am Siel werden ja auch viele Hunde Gassi geführt“, weiß sie. „Wer weiß schon, wie krank so jemand noch ist.“

Hinweise auf eine mögliche Straftat erbittet die Polizei Brake unter Telefon  04401/9350.

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Tierschutzverein | Polizei Brake