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NWZonline.de Region Wesermarsch Blaulicht

Ehrenamt: Keine Zeit – das zählt für ihn nicht

13.12.2016

Nordenham Wie ein agiler 40-Jähriger kommt er aus der Werkstatt um die Ecke die Treppe hoch ins Besprechungszimmer der Nordenhamer THW-Unterkunft an der Flagbalger Straße. „Bewegung und Kopfarbeit bei der Lösung von Problemen halten jung und lebendig – trotz gesundheitlicher Zipperlein“, erklärt Gert Ruhrig dem verdutzten Reporter. Seit 50 Jahren ist der heute 72-Jährige beim Technischen Hilfswerk aktiv. Ans Aufhören denkt der aus Ostpreußen stammende Atenser noch immer nicht: „Es macht Spaß, anderen Leuten zu helfen und es gibt nichts Schöneres, als jungen Menschen etwas beizubringen.“

Hochwasser an der Elbe

Sein ehrenamtliches Engagement hatte den langjährigen Zugführer des Nordenhamer THW-Instandsetzungszuges (1980 bis 1995) unter anderem nach Armenien im Kaukasus (Erdbeben Weihnachten 1988/89) und zu mehreren Hochwassereinsätzen an Oder und Elbe (zuletzt 2013) geführt. Der verheiratete Vater eines erwachsenen Sohnes gehörte zu den Hilfskräften bei der Schneekatas-trophe 1978/79 und beim Brand der Kartonfabrik in Varel im Jahr 1992. Dreimal war er mit Jugendgruppen bei der Pflege von Kriegsgräberstätten in Belgien im Einsatz.

Seit mehr als 20 Jahren ist Gert Ruhrig als Kraftfahrer und in der Schirrmeisterei des Nordenhamer THW tätig. Eine Altersgrenze für aktive Helfer gibt es beim THW nicht mehr. Der gelernte Elektriker und ehemalige Mess- und Regelmechaniker bei Kronos Titan wartet und pflegt beim THW Geräte, repariert sie im Einsatzfall schnellstmöglich und kümmert sich um die zurzeit 12 Fahrzeuge. „Ich bin ein Handwerker, der alles können muss,“ beschreibt er selbst sein Aufgabenfeld.

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Das macht Gert Ruhrig gemeinsam mit Klaus Ahting, der seit 39 Jahren aktiv beim THW ist, und Reiner Blohm, der schon 52 Jahre dabei ist. Dieses angesehene Trio gehört zu den Stützen des Nordenhamer THW.

„Ich möchte Gert Ruhrig nicht missen“, sagt Ortsbeauftragter Michael Haferkamp. „Er ist mit seinem riesigen Erfahrungsschatz auch ein wichtiger Ratgeber.“

Wie wichtig der ehrenamtliche Einsatz der THW-Helfer ist, hat Gert Ruhrig besonders im Hochwassereinsatz und beim Erdbeben in Armenien ganz hautnah erfahren. Am meisten gefreut hat ihn – auch bei seiner Mitarbeit bei der Nordenhamer Johanniter Auslandshilfe – zu sehen, dass der Einsatz tatsächlich Sinn macht und von Menschen dankbar angenommen wird.

Am meisten geärgert hat den THW-Helfer die Gleichgültigkeit mancher Leute sowie das Verhalten von Ehrenamtlichen, die eine Aufgabe übernehmen, sich dann aber kaum noch darum kümmern.

Was sagt Gert Ruhrig denen, die behaupten, sie hätten keine Zeit für ein Ehrenamt? „Keine Zeit – das gibt es nicht. Das ist nur eine Sache der Einstellung und der Einteilung.“

Ehrung in Hannover

Anlässlich einer zentralen Veranstaltung des THW-Landesverbandes Bremen-Niedersachsen in Hannover ist Gert Ruhrig als einer von 21 Helfern, die seit 50 Jahren dabei sind, ebenso ausgezeichnet worden, wie 12 Helfer, die bereits seit 60 Jahren aktiv sind. Dem Landesverband gehören mehr als 70 Ortsverbände an. THW-Präsident Albrecht Broemme sagte: „Diese Menschen haben jeder auf seine Weise unsere Organisation geprägt und das THW zu dem gemacht, was es heute ist.“

Nach Reiner Blohm (vor zwei Jahren) ist Gert Ruhrig der bisher zweite Helfer des 1953 gegründeten Nordenhamer THW-Ortsverbandes, der für 50-jährige aktive Mitgliedschaft ausgezeichnet worden ist.

Auch mit 72 Jahren ist für ihn der ehrenamtliche Einsatz „kein Opfer, sondern eine sinnvolle Beschäftigung in der Freizeit.“ Daraus zieht der Rentner „innere Befriedigung und auch Ruhe.“

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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