• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
Deutsche Bahn stellt bundesweit Fernverkehr  ein
+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 12 Minuten.

Streik Der Eisenbahngewerkschaft Evg
Deutsche Bahn stellt bundesweit Fernverkehr ein

NWZonline.de Region Wesermarsch Blaulicht

In Kasse gegriffen? Überraschende Wende im Untreueprozess

07.12.2018

Lemwerder /Oldenburg Da hatte die Staatsanwaltschaft im Untreueprozess vor dem Oldenburger Landgericht am Montag vorgelegt und für die 40 Jahre alte Frau aus Lemwerder, die als Buchhalterin bei einem Delmenhorster Autohaus tief in die Kasse gegriffen hatte, eine Gefängnisstrafe von viereinhalb Jahren sowie die Zurückzahlung des Schadens von 211.000 Euro gefordert, da ist nach der Verhandlung am Donnerstag nun alles nur noch Makulatur. Mit der geplanten Verkündung eines Urteils wurde es folglich auch nichts. Stattdessen gab es neue Sichtweisen auf den Fall, die jetzt erst einmal abgeklärt werden müssen.

Lesen Sie auch: 40-Jähriger aus Lemwerder droht Gefängnisstrafe

Die Beisitzende Richterin – der Vorsitzende der 1. Großen Strafkammer, Richter Horst Kießler, hatte aufgrund einer starken Erkältung keine Stimme mehr und musste deswegen den Vorsitz an die Beisitzende abgeben – erklärte in der Verhandlung am Donnerstag, dass das Verfahren um die Schadensfrage vom Hauptverfahren abgetrennt werde. Grund dafür sei der Umstand, dass der angerichtete Schaden durch den Verkauf eines Hauses größtenteils wieder gutgemacht ist. 150 000 Euro sollen an das Delmenhorster Autohaus geflossen sein. Was jetzt noch an Geld fehlt, soll in einem gesonderten Verfahren geklärt werden.

Dass die Schadensfrage seit Donnerstag vom Tisch ist, dürfte der Angeklagten zugute kommen.

Und noch etwas leitete im Verfahren die Wende ein. Der Verteidiger der Angeklagten wies in der Verhandlung auf rechtsstaatliche Verzögerungen im Verfahren hin, die seiner Mandantin ebenfalls zugute kommen müssten. Die Taten liegen bereits mehrere Jahre zurück, die Anklageerhebung hatte Jahre gedauert. Der Verteidiger warf der Justiz konkret nichts vor. Personalstärke und Überlastungen seien für die Verzögerungen verantwortlich. Aber dennoch müssten diese nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) der Angeklagten positiv angerechnet werden.

Das Gericht signalisierte gestern bereits, dass es die Sichtweise des Verteidigers teilt. Kurz vor Weihnachten soll neu entschieden werden, wie die Angeklagte unter den veränderten Gesichtspunkten zu bestrafen ist.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.