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UNFALL: Mercedes rollt ins Hafenbecken

05.09.2006

GROSSENSIEL GROSSENSIEL - Vereinzelt steigen kleine Luftblasen im Hafenbecken dicht bei der Kaimauer auf und markieren die Stelle, an der der weiße Mercedes versunken ist. 15 Minuten lang trieb das Auto im Wasser, ehe es sank.

Der Fischer Egon Büsing hatte das zunächst in der Hafenmitte treibende A-Klassen-Modell mit seinem kleinen Motorboot wieder in die Nähe der Spundwand gedrückt, wo das Auto abgestürzt war. Nun liegt der Wagen, Baujahr 1998, mit der Nase voran drei Meter tief im schlickigen Untergrund.

Um 9.18 Uhr wird Alarm gegeben, dass ein Fahrzeug in das Großensieler Hafenbecken gestürzt ist. Es seien keine Menschen im Auto, heißt es. Freiwillige Feuerwehr, DLRG und Wasserschutzpolizei rücken aus.

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Der 68-jährige Fahrzeughalter aus Tossens, der den Wagen nur kurz geparkt hat, sieht noch, wie der Mercedes von der Hafenzufahrt losrollt und dann ins Wasser kippt. Der Mann kommt von einem Arzttermin und wollte sich am Hafen nur kurz die Beine vertreten. Einen Gang habe er doch eingelegt, kommentiert er das Missgeschick.

Weil die Feuerwehrleute nichts ausrichten können und die Beamten von der Wasserschutzpolizei darauf drängen, den Wagen schnell zu bergen, werden die Taucher der DLRG-Ortsgruppe in Brake alarmiert. Benzin könnte aus dem Auto aufsteigen und das Wasser verunreinigen. Ein Kran ist zügig besorgt: Maschinenmeister Wolfgang Kolwitz von der nahen Tagu kommt, um zu helfen. Die Wasserschützer haben ihn darum gebeten.

Nach elf Minuten sind zwei DLRG-Mitglieder aus Brake zur Stelle. Für Carsten Renken, Technischer Leiter der DLRG, und dem Taucher Udo van Lessen ist das weitere Prozedere Routine. Bedächtig wird die Tauchausrüstung angelegt. Zuletzt schnallt Renken seinem 31-jährigen Taucher, der aus dem Urlaub geholt worden ist, die Sauerstoffflasche um. Dann geht es ins kühle Nass.

Nach kurzen Tauchgängen, in denen van Lessen die Absturzstelle im trüben Hafenwasser erkundet, schnappt er sich einen Zimmermannshammer und zertrümmert damit die beiden vorderen Seitenschscheiben des Wagens. Ein Seil kann durch den Fahrgastraum gezogen und das Auto angehoben werden. Es dauert nicht lange, dann erscheint das weiß aufblitzende Heck an der Oberfläche. Wasser quillt heraus, schließlich setzt Kranführer Kolwitz das Auto ab.

Ein Transporter, der den schrottreifen Mercedes abholt – wengleich er äußerlich fast unversehrt erscheint –, steht bereit. Gut zwei Stunden hat der Wagen auf dem Grund des Hafen gelegen.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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