• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Blaulicht

Tragisches Ende einer Suche

09.12.2016

Golzwarden Geduld ist am Donnerstagvormittag am Golz­warder Fähranleger von den Rettern gefragt, auch wenn alle eigentlich nur eines wollen: schnelle Gewissheit. Zwar deutet einiges darauf hin, dass in der Weser ein Auto liegt. Und dass in diesem möglicherweise ein Mensch zu Tode gekommen ist, wird im Laufe der Stunden immer wahrscheinlicher. Zur Gewissheit wird es aber erst um 13.45 Uhr. Die starke Strömung lässt erst zum Niedrigwasser den Einsatz von Tauchern zu. Ein Bagger an Bord der „Franzius Plate“ birgt einen silbernen Audi aus dem Wasser – und mit ihm einen 18-Jährigen aus Wilhelmshaven, der in dem Fahrzeug vermutlich ertrunken ist.

Das Drama hat in der Nacht zuvor begonnen. Gegen 0.30 Uhr hört eine Lastwagen-Fahrerin, die auf dem Parkplatz des Fähranlegers Rast gemacht hat, Hilferufe. Weil sie deren Quelle nicht orten kann, alarmiert sie die Polizei. Eine Streifenwagenbesatzung findet wenig später einen jungen Mann, der unweit des Fähranlegers Schutz in einer Stahlröhre gesucht hat. Der 18-Jährige ist stark unterkühlt, völlig durchnässt und steht unter Schock. Er wird in ein Krankenhaus gebracht, seine Angaben seien „verwirrend und teilweise widersprüchlich“ gewesen, lässt Polizeisprecherin Melissa Oltmanns die zahlreichen Medienvertreter wissen.

Als sich zeigt, zu welchem Unglück es vermutlich gekommen ist, werden etliche Polizeibeamte, etwa 80 Kameraden verschiedener Feuerwehren, ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera, ein Seenotretter, das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt und die DLRG mit einem Sonarboot zur Suche des vermissten 18-Jährigen eingesetzt. Mit Hilfe des Sonarbootes kann die Lage des Fahrzeuges schnell festgestellt werden. Auflaufendes Wasser und die starke Strömung der nur sechs Grad kalten Weser lassen aber erst in den Mittagsstunden den Einsatz von Tauchern zur Bergung des Fahrzeuges zu. Zuvor sind die Umstände für die Einsatzkräfte zu gefährlich. Für die Zeit der Bergung wird der Fährverkehr eingestellt. Der Schiffsverkehr wird gewarnt und muss die Bergungsstelle langsam passieren.

Gegen 13 Uhr steigen Taucher des Wasserrettungszugs der Freiwilligen Feuerwehren Oldenburg von Bord der „Franziskus Plate“ zu dem Auto herab. Am Seil einer von der DLRG gelegten Boje tasten sie sich in das zu diesem Zeitpunkt sechs Meter tiefe Weser-Wasser hinab. Rund 40 Meter stromabwärts hat das ablaufende Wasser das Fahrzeug vom ersten Fundort da bereits abgetrieben und es von der Seite auf das Dach gedreht. Jetzt beträgt die Strömungsgeschwindigkeit noch rund einen Stundenkilometer, in der Nacht waren es fast sechs. „Die Sicht ist unter Wasser gleich null“, berichtet DLRG-Zugführer Carsten Renken. Die Taucher tasten sich langsam voran. Mit der „Ruschsand“ und einer Prahm bilden Schiffe des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt eine stabile Arbeitsplattform. Polizisten dokumentieren den Einsatz per Fotoapparat, Rettungsschwimmer der DLRG sichern ihn ab.

Um 13.45 Uhr wird dann traurige Gewissheit, was alle befürchten: Mit dem verunglückten Audi wird ein 18-Jähriger aus Wilhelmshaven geborgen. Unklar ist zur Zeit noch, wer Fahrer des Unfallwagens war. Nach Aussage von Einsatzkräften vor Ort ist eine Scheibe auf der Fahrerseite geöffnet. Wie genau es zu dem Unglücksfall kommen konnte, ist Gegenstand der Ermittlungen. Ob Alkohol eine Rolle spielt, wie es in einer ersten Polizeimeldung heißt, ist Donnerstagnachmittag noch unklar. Das Fahrzeug soll nun untersucht werden. Weitere Erkenntnisse erhofft sich die Polizei von dem 18-jährigen Überlebenden.

Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
Rufen Sie mich an:
04401 9988 2301
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.