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NWZonline.de Region Wesermarsch Blaulicht

„Nicht in falscher Sicherheit wiegen“

22.09.2016

Nordenham Gleich mehrere Einbrüche am vergangenen Wochenende werfen erneut auch Fragen nach mehr Sicherheit in Haus und Wohnung auf. Die Nachfrage nach technischen Beratungen der Nordenhamer Polizei ist in diesem Jahr bereits gewachsen – auf bisher mehr als 40. Ein Thema dabei sind Alarmanlagen. „Viele Nordenhamer Hauseigentümer würden gerne eine Alarmanlage installieren lassen“, hat Edwin Krüger dabei erfahren. Der Präventionsbeauftragte der Nordenhamer Polizei gibt freilich zu bedenken: „Bei allem Gottvertrauen der Menschen in die moderne Technik sollte dennoch ein gewisses Maß an Skepsis aufgebracht werden. Die Menschen sollten nicht alles glauben, was nett beschrieben wird.“

Nicht unter 1000 Euro

Keine wirkliche Sicherheit bringen seinen Angaben zufolge Einbruchmeldeanlagen für wenige hundert Euro von Billiganbietern. Einigermaßen brauchbare Systeme sind unter 1000 Euro nicht zu haben. Für gut installierte Geräte in einem Einfamilienhaus müssen 3000 bis 5000 Euro investiert werden. Sie sollten als Nachweis ihrer Qualität zertifiziert sein.

Leider wird häufig vernachlässigt, dass Alarmanlagen eine sogenannte Zwangsläufigkeit haben sollten. Das heißt: Sie können dank entsprechender zusätzlicher technischer Ausstattung keinen Fehlalarm des Nutzers auslösen. Und sie melden einen Einbruch sofort, eröffnen Einbrechern somit keinen zeitlichen Spielraum.

Selbst Installateure renommierter Firmen bauen häufig Alarmanlagen ohne Zwangsläufigkeit ein, bedauert die Polizei.

Für Profi-Einbrecher keine großen Hürden stellen laut Edwin Krüger viele Smartphone-Systeme dar. Damit lasse sich sicherlich Tolles machen, so auch die Heizung steuern. Aber sie funktionieren über WLAN und sind daher für Hacker angreifbar. Über WLAN-Kameras können Hacker zudem Einblick in die Privatsphäre gewinnen. „Ich sehe solche Systeme skeptisch, es sei denn, es werden absolut hochwertige Anlagen installiert, die über Funk und nicht über WLAN gesteuert werden“, sagt Edwin Krüger.

Wie steht es um Sensoren an Fenstern und Türen? Damit kann zwar beim Verlassen des Hauses festgestellt werden, ob sie alle geschlossen sind. „Wirklichen Einbruchschutz bieten sie aber nicht“, weiß Edwin Krüger.

Wenn hochwertige und zertifizierte Alarmanlagen richtig installiert sind, gewährleisten sie seiner Einschätzung nach besten Einbruchschutz. „Die Wohnungs- und Hauseigentümer sollten aber auch die Folgekosten beachten“, rät der Polizeibeamte. Eine jährliche Wartung der Alarmanlagen sei unverzichtbar.

Mehr Sicherheit

Edwin Krüger merkt zudem an: „Mechanischer Schutz geht vor elektronischem Schutz.“ Bei richtig gut mechanisch vor Einbrechern gesicherten Fenstern und Türen sei eine Alarmanlage weitgehend überflüssig. „Denn dann kommt zumindest der Wald- und Wieseneinbrecher, wie er in Nordenham typisch ist, ohnehin nicht in die Wohnräume“, sagt Edwin Krüger.

Der Präventionsbeauftragte der Nordenhamer Polizei zieht dieses Fazit zur Frage nach der Wirksamkeit von Alarmanlagen: „Die billigen Systeme wiegen die Menschen in falsche Sicherheit, weil sie ihre Tücken haben. Die Menschen benötigen aber nicht nur Sicherheit in ihren Köpfen, sondern auch reale Sicherheit.“


     www.lka.polizei-nds.de/prävention 

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