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NWZonline.de Region Wesermarsch Blaulicht

Hakenkreuze und „Dutsche“ am Strand

19.07.2019

Nordenham Es könnten Duschen gemeint sein. Aber das ist eher unwahrscheinlich, weil der Spruch „Deutschland den Duschen“ nicht wirklich Sinn ergibt. Da erscheint es schon naheliegender, dass die Farbschmierer an „Deutsche“ gedacht haben, als sie die Flutmauer an der Strandallee in Nordenham mit Nazi-Parolen besprühten. Allerdings sorgten sie damit unfreiwillig für Komik und gaben sich der Lächerlichkeit preis: Ausgerechnet die selbst ernannten Deutschlandretter aus der rechten Szene, die ihre Gruppierung als „NS Nordenham“ bezeichnen, können das Wort „Deutscher“ nicht schreiben. Auf der Klinkerwand am Strand haben sie mit silbergrauer Farbe den Spruch „Deutschland den Dutschen“ hinterlassen.

Volksverhetzend

Wenn die Täter es dabei belassen hätten, wären ihre verunglückten Rechtschreibversuche vielleicht noch als Dummejungenstreich im wahrsten Sinne des Wortes durchgegangen. Aber sie verunstalteten die Flutmauer gleich an mehreren Stellen mit dumpfen Nazi-Schlagwörtern, die eindeutig fremdenfeindlich und volksverhetzend sind. Darüber hinaus beschmierten sie mehrere Schilder mit Hakenkreuzen und SS-Runen. Die Gruppe „NS Nordenham“, die sich mit ihrem Schriftzug zu der Tat bekannt hat, wird somit zu einem Fall für den Staatsschutz.

Nach Angaben der Polizei hat ein Radfahrer die Schmierereien am Donnerstagmorgen entdeckt. Die Beamten der Nordenhamer Dienststelle nahmen den Vorfall als „Sachbeschädigung mit volksverhetzendem Hintergrund“ auf.

Für die weiteren Ermittlungen ist jetzt das in Delmenhorst ansässige Fachkommissariat für Staatsschutz zuständig. Zeugenhinweise nimmt die Polizei unter Telefon   04731/99810 entgegen.

Mühsame Reinigung

Bereits am frühen Donnerstagnachmittag sind zwei Bauhofmitarbeiter der Stadt Nordenham ausgerückt, um die rechtsradikalen Sprüche zu beseitigen. Mit Lösungsmittel, Bürste und Hochdruckreiniger gelang es ihnen, die Sprühfarbe zu entfernen. „Das ist eine sehr mühsame Arbeit“, sagte der stellvertretende Bauhofsleiter Bernd Bunjes. Die Täter hatten große Flächen der Flutmauer zwischen dem Segelclub-Vereinsheim und den Weserterrassen beschmiert.

Zuletzt waren rechte Hetzer im Herbst vergangenen Jahres in Nordenham aufgefallen. Sie hatten Farbanschläge auf die Selimiye-Moschee und einen türkischen Imbiss verübt. Wer für die Taten verantwortlich ist, hat die Polizei noch nicht aufklären können. Um ihren Protest gegen die islamfeindlichen Attacken zum Ausdruck zu bringen, beteiligten sich am 13. Oktober rund 900 Menschen an einer Demonstration unter dem Motto „Nordenham bleibt bunt“.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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