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NWZonline.de Region Wesermarsch Blaulicht

Justiz: Abschiedsstimmung im Amtsgericht

29.06.2018

Nordenham Die Präsente und Grußkarten in Martin Staubwassers Büro könnten Geburtstagsgeschenke sein, sind sie aber nicht. Er hat sie von seinen Mitarbeitern zum Abschied bekommen: Nach knapp drei Jahren verlässt der Amtsgerichtsdirektor die Nordenhamer Justizbehörde. An diesem Freitag hat der gebürtige Rheinländer seinen letzten Arbeitstag in dem altehrwürdigen Jugendstilgebäude an der Bahnhofstraße.

Den 52-jährigen Richter zieht es nach Westerstede. Dort tritt er am Montag den Posten des stellvertretenden Amtsgerichtsdirektors an. Dann ist Martin Staubwasser zwar nicht mehr die Nummer eins, aber die Besoldungsstufe bleibt gleich. Das hängt damit zusammen, dass das Westersteder Amtsgericht deutlich größer als das Nordenhamer ist.

Nicht aus Unzufriedenheit

Martin Staubwasser verabschiedet sich nicht etwa aus Unzufriedenheit aus Nordenham. „Im Gegenteil“, betont er, „ich habe mich hier sehr wohlgefühlt.“ Der Grund für den Wechsel nach Westerstede ist die Nähe zu seinem Wohnort im südlichen Friesland. Bislang musste er zweimal am Tag eine Stunde Fahrzeit aufbringen. „Das ist eine ganz schöne Belastung“, sagt Martin Staubwasser. Diesen Stress und Zeitverlust möchte er sich – nicht zuletzt im Interesse seiner Familie – ersparen.

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Die drei Jahre am Nordenhamer Amtsgericht hat Martin Staubwasser „sehr genossen“. Dazu trug nach seinen Angaben besonders das kollegiale Miteinander bei. „Der Zusammenhalt unter den Mitarbeitern ist hier sehr groß“, sagt der scheidende Direktor. Damit unterscheide sich Nordenham wohltuend von Großstadtbehörden, in denen oftmals die einzelnen Abteilungen ein Eigenleben führen und der Gemeinschaftsgeist auf der Strecke bleibe.

Neben dem Arbeitsklima hat dem Juristen aber auch die berufliche Herausforderung in Nordenham gefallen. Er war im August 20015 vom Wilhelmshavener Amtsgericht gekommen, um in der Unterweserstadt erstmals einen Chefposten zu bekleiden, der zusätzlich zu der ihm vertrauten Richtertätigkeit viele Verwaltungsaufgaben mit sich bringt. Diese „sehr spannende Veränderung“ betrachtet er als wichtige Bereicherung. Schnell machte Martin Staubwasser die Erfahrung, dass ihm die Verwaltungstätigkeit auch Spaß bereitet.

Am Nordenhamer Amtsgericht sind 34 Mitarbeiter tätig. Dazu gehören vier Richter, acht Rechtspfleger, zwei Wachtmeister und zwanzig Beschäftigte in den Serviceeinheiten. In seiner Funktion als Richter ist Martin Staubwasser in Nordenham für Familienangelegenheiten zuständig gewesen.

Kritisch betrachtet er die angespannte Personalsituation in der Justiz. Wenn Kollegen krankheitsbedingt ausfallen, sei es kaum möglich, die Mehrbelastung zu verkraften. Das gelte nicht nur für das Nordenhamer Gericht, sondern für viele Einrichtungen des niedersächsischen Justizministeriums. Vor diesem Hintergrund begrüßt Martin Staubwasser es ausdrücklich, dass die Landesregierung in dieser Woche angekündigt hat, 110 neue Stellen in den Justbehörden zu schaffen. Wie sich die Initiative auf den Standort Nordenham auswirkt, ist laut Martin Staubwasser noch nicht abzusehen.

Mehrmonatige Vakanz

Fest steht allerdings, dass die Direktorenstelle nach Martin Staubwassers Abschied bis zum Herbst unbesetzt bleiben wird. Die Ausschreibung des Postens kann aus formalen Gründen erst erfolgen, wenn der bisherige Chef seine neue Stelle angetreten hat. Dann dauert das Bewerbungsverfahren drei Monate. Vor Ende Oktober/Anfang November wird somit der Nachfolger von Martin Staubwasser nicht feststehen. Bis dahin übernimmt sein Stellvertreter Klaus Holtkamp die Verwaltungsaufgaben, während für die Familienrichtersachen ein Assessor an das Nordenhamer Gericht kommt. Vor Martin Staubwasser, der aus Bensberg stammt und in Köln studiert hat, war Dr. Claudia Peplau 18 Jahre lang die Leiterin der Behörde.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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