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NWZonline.de Region Wesermarsch Blaulicht

Angreifer muss fünf Jahre hinter Gitter

17.07.2019

Nordenham Im Prozess vor der Schwurgerichtskammer des Oldenburger Landgerichtes gegen einen 21-Jährigen aus Nordenham, der seine Ex-Freundin angegriffen und Ersthelfer mit abgebrochenen Glasflaschen lebensgefährlich verletzt hatte, ist der Angeklagte zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Die Kammer unter dem Vorsitz von Richter Sebastian Bührmann wertete die Taten als gefährliche Körperverletzung in zwei Fällen. Den ursprünglichen Vorwurf des versuchten Totschlags ließ die Kammer fallen.

Stark betrunken

Der Angeklagte habe letztlich freiwillig von einem versuchten Tötungsdelikt abgelassen. In solchen Fällen sei die Tat als gefährliche Körperverletzung zu ahnden, so Richter Sebastian Bührmann. Der stark betrunkene Angeklagte hatte in der Tatnacht die Kneipe in Nordenham aufgesucht, in der seine Ex-Freundin als Tresenkraft arbeitete. Schon früher hatte er die Frau misshandelt und geschlagen. In der Kneipe verlief zunächst alles ruhig. Aber als dort Feierabend war und der Angeklagte das Lokal verlassen sollte, schlug er mit einem Kasseneinsatz auf die Frau ein. Auch diese Tat wertete das Gericht als gefährliche Körperverletzung.

Zwei Ersthelfer waren der Frau zur Hilfe geeilt. Beiden Männern schlug der Angeklagte eine Glasflasche auf den Kopf. Die Flaschen waren dabei zerborsten. Den Feststellungen zufolge fügte der Angeklagte einem der Ersthelfer mit einer der abgebrochenen Glasflaschen Schnittverletzungen am Hals zu.

Die Attacken auf die Ersthelfer waren als ein versuchtes Tötungsdelikt angeklagt. Das Verfahren bezüglich des einen versuchten Tötungsdeliktes zum Nachteil des Opfers, das nicht am Hals verletzt worden war, musste aber eingestellt werden, weil keinerlei Verletzungen bekannt waren.

Von Opfer abgelassen

Und auch das versuchte Tötungsdelikt zum Nachteil des zweiten Opfers musste in einem anderen Licht gesehen werden. Nach der Halsattacke hatte der Angeklagte von dem Opfer freiwillig abgelassen. Er hätte es töten können, wenn er es wirklich gewollt hätte. Juristisch ist das ein „strafbefreiender Rücktritt vom Versuch einer Tötung“. In solchen Fällen wird nicht mehr das angeklagte Delikt (versuchter Totschlag) verfolgt, sondern „nur“ noch eine gefährliche Körperverletzung.

Damit war aus rechtlicher Sicht der vielschichtige Fall aufgearbeitet. Blieb nur noch die Frage, was mit dem Angeklagten geschehen soll. Seit Jahren begeht der junge Mann schon schwere Straftaten, stets im volltrunkenen Zustand. Hier habe man einen Schlussstrich ziehen müssen, sagte Richter Sebastian Bührmann. Deswegen hat die Kammer neben der Verhängung der Gefängnisstrafe die Unterbringung des Angeklagten in der geschlossenen Entziehungsanstalt angeordnet.

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