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NWZonline.de Region Wesermarsch Blaulicht

Im Doppeldorf saufen etliche Keller ab

12.06.2019

Nordenham Viele Anwohner in Abbehausen und Ellwürden waren noch am Dienstag damit beschäftigt, die Spuren des Unwetters zu beseitigen, das am Montagabend über Nordenham hinwegzogen war. Das Doppeldorf hatte es besonders schlimm erwischt. Hier sind etliche Keller vollgelaufen, teilweise schoss das Wasser aus Toiletten und Waschbecken hoch. „So etwas habe ich noch nie erlebt, seit ich hier wohne“, erzählt Martina Schäfer, die an der Hermann-Löns-Straße wohnt.

Die 73-Jährige hatte sich mit Freunden zum Kartenspielen getroffen. Die gesellige Runde hatte ein jähes Ende, als der Starkregen im Laufe des Abends immer schlimmer wurde. „Der Keller stand komplett unter Wasser. Sogar der Wintergarten lief so langsam voll“, berichtet Martina Schäfer. Sie alarmierte die Feuerwehr, die am Montagabend ihren ersten von etwa einem Dutzend Einsätzen bei Martina Schäfer hatte.

Alle Hände voll zu tun

Die Feuerwehr hatte am Montagabend alle Hände voll zu tun. Um 22.17 Uhr kam über die Großleitstelle die erste Alarmierung. Zunächst rückte nur die Abbehauser Feuerwehr aus. Später kamen die Kollegen aus Esenshamm und Schweewarden mit jeweils zwei Fahrzeugen dazu. Wie Stadtbrandmeister Ralf Hoyer mitteilte, waren etwa 35 Feuerwehrleute mit Tauchpumpen im Einsatz. Die kurzfristig eingerichtete Nachrichtengruppe koordinierte die Einsätze. Betroffen waren ausschließlich die Stadtteile Abbehausen und Ellwürden. Und besonders dramatisch war die Situation für die Anwohner an der Hermann-Löns-Straße.

Dort wohnt auch Isa Findeisen mit ihrer Familie. Die Abbehauserin beobachtete wie die Gräben überliefen und Gullydeckel vom Wasser nach oben gedrückt wurden. „Unser Haus liegt zum Glück etwas höher. Deshalb haben wir kaum etwas abbekommen.“ Aber bei ihren Eltern und Großeltern in unmittelbarer Nachbarschaft liefen die Keller voll.

„Wir sind um 9 Uhr nach Hause gekommen. Da war der Gartenteich schon übergelaufen,“ berichtet Isa Findeisen. Die Auffahrt stand wenig später gummistiefelhoch unter Wasser. Weil der Kaninchenstall abzusaufen drohte, mussten die Tiere in der Garage übernachten. Vier Generationen packten mit an. Unter anderem legten sie Torfsäcke vor die Kellerfenster.

Auch Karin Levien, die gegenüber wohnt, hat eine aufregende Nacht hinter sich. „30 Eimer Wasser habe ich nach draußen geschleppt. Bis ich eingesehen habe, dass es es keinen Zweck hat.“ Ihr Mann Uwe, der während des Unwetters Nachtschicht hatte, pumpte am Dienstag den Keller leer. Ob durch die Wassermassen ein Schaden entstanden ist, könne er noch nicht sagen. „Möglicherweise hat es den Rasenmäherroboter erwischt.“ Der stand am Montagabend komplett unter Wasser.

Gräben waren voll

Die Feuerwehr war bis etwa 1 Uhr im Einsatz. Auch die Mitarbeiter des Klärwerks mussten am Montagabend ausrücken, um zu überprüfen, ob alle Pumpen einwandfrei funktionieren. Das war der Fall. Nach den Worten von Uwe Glänzer, dem Betriebsleiter der Nordenhamer Kläranlage, war die Kanalisation offensichtlich mit den Regenmengen überfordert. Ein ungünstiger Umstand sei gewesen, dass die Gräben bereits voll waren, als der Regen einsetzte.

Wie Uwe Glänzer mitteilt, war der Pfingstmontag mit einer Niederschlagsmenge von 23,3 Millimetern auf den Quadratmeter der bisher regenreichste Tag des Jahres in Nordenham. Im Vergleich zum 30. Juni 2017, als 71,7 Millimeter auf den Quadratmeter fielen, ist das kein dramatischer Wert. Allerdings können die Niederschlagsmengen lokal sehr unterschiedlich sein, wie Uwe Glänzer mitteilt. Im Sommer 2017 war es vor allem in Einswarden und Blexen sowie im Umfeld der Walther-Rathenau-Straße zu Überschwemmungen gekommen.

Nach den Worten von Uwe Glänzer haben extreme Wetterereignisse in Nordenham zugenommen. Das lasse sich auch anhand von Zahlen nachweisen. Er empfiehlt Hauseigentümern, sich für solche Wettextreme zu wappnen, zum Beispiel durch Rückstausicherungen im Haus. Wichtig sei es zudem, die Gräben sauber zu halten, damit das Wasser ablaufen kann. Hundertprozentige Sicherheit könne es aber trotzdem nicht geben.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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