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NWZonline.de Region Wesermarsch Blaulicht

Mit 177 Sachen ins Visier der Nordenhamer Polizei

05.11.2019

Nordenham Auf Rekordzahlen der unrühmlichen Art kann die Polizei gut verzichten. Aber die Statistik lügt nicht: Die alljährliche Herbstaktion, bei der das Nordenhamer Kommissariat das Verhalten der Verkehrsteilnehmer auf den Bundesstraßen 212 und 437 im Norden der Wesermarsch in den Fokus nimmt, hat diesmal einen neuen Spitzenwert ergeben. An den 13 Überwachungstagen stellten die Ordnungshüter 518 Verstöße fest – so viele wie noch nie seit Einführung der Sonderaktion im Jahr 2014. Schwerpunkte der Kontrollen sind Geschwindigkeit und Überholmanöver sowie die Handynutzung während der Autofahrt gewesen.

Vor dem Tunnel

Eine Großkontrolle auf der Bundesstraße 437 vor dem Wesertunnel bei Kleinensiel war ebenfalls Bestandteil der Sonderaktion. An dem Einsatz, der am Sonnabend, 26. Oktober, von 19 bis 21 Uhr stattfand, wirkten 31 Beamte der Polizeikommissariate Nordenham, Schiffdorf und Brake sowie des Zolls mit. Beteiligt waren auch das Technische Hilfswerk Nordenham und die Straßenmeisterei Brake.

Bei der Überprüfung der herausgewunkenen Autofahrer, deckten die Beamten folgende Straftaten auf: Fahren ohne Fahrerlaubnis in zwei Fällen, eine Urkundenfälschung mit einem nachgemachten Führerschein aus Belgien, ein illegaler Aufenthalt eines Algeriers sowie jeweils ein Verstoß gegen das Arznei- und das Betäubungsmittelgesetz.

An Ordnungswidrigkeiten kamen hinzu: Fahrten unter dem Einfluss von Cannabis, Amphetaminen und Kokain in drei Fällen sowie drei Verstöße gegen das Waffengesetz durch das Mitführen von Einhandmessern und einem Schlagstock. Zudem stellten die Polizeibeamten diverse Verkehrsordnungswidrigkeiten fest.

Den ersten Platz in der Raserwertung belegte ein Mann aus Bockhorn. Er war auf der B 212 in Hartwarden mit 177 Sachen unterwegs. Dort sind 100 Stundenkilometer erlaubt. Der Bockhorner darf sich jetzt auf ein dreimonatiges Fahrverbot und eine Geldbuße in Höhe von 600 Euro vorbereiten.

Auf Platz zwei im Heizer-Ranking folgte ein 25-jähriger Butjadinger, der es in Hartwarden auf 170 Kilometer brachte. Für den Butjenter lief die Sache besonders dumm, zumal die Polizei ihn nur elf Tage zuvor schon einmal erwischt hatte. Da war er mit 128 statt der zulässigen 100 Stundenkilometer über die Bundesstraße 211 gebrettert.

Laser auf der Brücke

Die Polizei hatte sich mit einem Handlaser-Geschwindigkeitsmessgerät auf den Brücken in Hartwarden und Alse in Position gebracht, um die Temposünder aufzuspüren. Zudem beobachteten die Beamten die Überholmanöver der Verkehrsteilnehmer und stellten dabei zum Teil haarsträubende Regelverstöße fest. Bei den Strecken, die bei der Herbstaktion überwacht wurden, handelte es sich um den B-212-Abschnitt zwischen Sürwürden und Rahden sowie um den Bereich der B 437 zwischen Diekmannshausen und Wesertunnel. Zum Einsatz kamen dabei rund 30 Polizeibeamte mit 400 Dienststunden. Die Koordination hatte wie in den Vorjahren Polizeikommissar Helge Busemann übernommen.

Den beteiligten Kollegen sprach der stellvertretende Leiter des Polizeikommissariats Nordenham, Matthias Ahlers, ein dickes Lob aus. Wieder einmal habe sich bestätigt, dass derartige Sonderaktionen trotz des großen Aufwandes unverzichtbar seien. „Das zeigen die Zahlen“, sagte Matthias Ahlers und kündigte schon gleich eine Neuauflage für den Herbst 2020 an.

Zu bedenken gab er, dass den ermittelten Verstößen „ein immens hohes Dunkelfeld“ hinzuzurechnen sei. „Wir können ja nicht 24 Stunden auf der Straße sein“, betonte der Vize-Chef der Nordenhamer Polizei am Montag bei der Vorstellung der Ergebnisse. Ziel müsse sein, den anhaltend hohen Unfallzahlen mit verstärkter Überwachungs- und Präventionsarbeit entgegenzutreten. Auch eine Erhöhung der Verwarn- und Bußgelder könnte seiner Meinung nach helfen.

Als einen neuen besorgniserregenden Trend hob Mattias Ahlers die deutliche Zunahme an Tempoüberschreitungen auf der B 212 durch Lastwagen zu. Die Zahl solcher Verstöße im Bußgeldbereich ist von 33 auf 64 gestiegen. Bei den Personenwagen blieb der Anteil mit 80 (84) Bußgeldfällen wegen Geschwindigkeitsüberschreitung etwa gleich.

Ebenfalls auffällig ist, dass die Polizei viele Gurtmuffel erwischt hat. 27 Autofahrer mussten ein Verwarngeld bezahlen, weil sie sich nicht angeschnallt hatten. Bei der Aktion im Herbst 2018 waren es nur acht gewesen. Der Anstieg lässt sich in erster Linie damit erklären, dass diesmal auch ein Polizeimotorrad zum Einsatz kam. Mit einem Ordnungshüter auf einem Krad hatten die Verkehrsteilnehmer offenbar nicht gerechnet. Ein weiterer Vorteil der Verkehrsüberwachung per Motorrad besteht darin, dass der Beamte aus erhöhter Position einen Blick in die Autos werfen kann. Das haben bei der Sonderaktion besonders jene Autofahrer zu spüren bekommen, die nicht die Finger von ihrem Mobiltelefon lassen können. In der Folge ist die Zahl der festgestellten Handy-Verstöße sprunghaft von 7 auf 36 gestiegen.

Sechs Delikte auf einmal

In der Straftatenstatistik der diesjährigen Sonderaktion gehen gleich sechs Delikte auf das Konto eines 38-jährigen Nordenhamers. Der Mann hatte am vergangenen Donnerstag einen Unfall in Blexen gebaut. Dabei war er ohne Befugnis mit einem Firmenwagen unterwegs, hatte einen Alkoholwert von 3,2 Promille und beging auch noch eine Unfallflucht.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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