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NWZonline.de Region Wesermarsch Blaulicht

Ehrenamt: Feuer und Flamme schon seit 90 Jahren

09.06.2018

Seefeld Ein Stückchen Obrigkeitsstaat hatte sich in der Gemeinde Seefeld noch bis in die besten Jahre der Weimarer Republik gerettet: die Pflichtfeuerwehr. Der Bürgermeister konnte Männer aus Seefeld und Reitland zum Löschdienst verpflichten. Aber am 1. April 1927 war Schluss damit: Der Gemeinderat beschloss die Modernisierung des Löschwesens und richtete eine Freiwillige Feuerwehr ein.

Festzelt an der Mühle

Das ist zwar nicht 90 Jahre her, sondern schon 91, aber die Brandschützer wollen dennoch jetzt den runden Geburtstag feiern: mit einer Brand-Party im Festzelt auf dem Gelände der Seefelder Mühle. Verschoben wurde die Feier wegen der vielen Konkurrenzveranstaltungen im vergangenen Jahr. Die Fete steigt am Sonnabend, 23. Juni, ab 20 Uhr; es spielt die sechsköpfige Partyband Line Six. Uniformen sind an diesem Abend verpönt, sagt Anna Lena Albertzard, die sie sich um die Öffentlichkeitsarbeit der Wehr kümmert. Ob Gast oder Gasgeber: Alle erscheinen in ziviler Kleidung.

Brand-Party im Festzelt an der Mühle

Die Brand-Party zum Feuerwehr-Geburtstag wird am Sonnabend, 23. Juni, ab 20 Uhr im Festzelt auf dem Gelände der Seefelder Mühle gefeiert. Zum Tanz spielt die Band Line Six. Uniformen werden nicht getragen.

Karten gibt es für 6 Euro im Vorverkauf bei der Raiffeisen-Warengenossenschaft Seefeld und für 8 Euro an der Abendkasse.

Vor der Party beginnt um 19 Uhr ein offizieller Akt im Festzelt.

Das schafft Zusammenhalt. und Zusammenhalt ist es auch, was Anna Lena Albertzard an der Feuerwehr fasziniert. Außerdem hilft sie gerne, wie die 31-jährige Bankkauffrau sagt. Sie war zehn Jahre jung, als sie zum ersten Mal ins Feuerwehrgerätehaus kam. Dort war Tag der offenen Tür, und Anna Lena Albertzard war Feuer und Flamme von dem, was sie sah. Sie trat in die Jugendfeuerwehr ein.

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Als sie mit 17 in die Erwachsenenwehr übertrat, blieb sie den Jugendlichen treu und übernahm das Amt der Betreuerin. Dieses Amt hat sie bis heute inne, obwohl sie inzwischen in Jaderberg wohnt; außerdem ist sie Gemeindejugendwartin.

Ihre Eltern sind nicht in der Feuerwehr engagiert, aber ihre jüngeren Geschwister Kris und Louisa hat sie mitgezogen. „Ich habe sie infiziert“, sagt Anna Lena Albertzard und lacht. Kris ist stellvertretender Jugendwart und ebenfalls Betreuer; auch Louisa ist Betreuerin und war bis zum vergangenen Jahr Sprecherin der Jugendwehren Im Oldenburgischen Feuerwehrverband.

Frauen sind in der Ortswehr nichts Besonderes mehr; 3 der 39 Freiwilligen sind weiblich. Die erste Frau, die freiwillig beitrat, war Iris Eymers; sie gehört der Wehr mittlerweile nicht mehr an.

1944 nur Frauen

1927 waren es selbstverständliche ausschließlich Männer, die das Feuer bekämpften. Nicht weniger als 75 Herren aus Seefeld und Reitland traten nach einer öffentlichen Versammlung in der Gaststätte Deutsches Haus in die neue Wehr ein. Erster Feuerwehrhauptmann – so hieß das damals – wurde der Seefelder Gastwirt Eilert Bartels. Auf dem damaligen Schulhof ließ die Gemeinde ein neues Feuerwehrgerätehaus errichten und stattete es auch mit einigen neuen Geräten aus. Das alte Gerätehaus hatte im Pastoreigarten an der Hauptstraße gestanden.

Die Wehr bestand aus zwei Halbzügen, einer für Seefeld, der andere für Reitland. Daraus wurden relativ bald eigenständige Ortswehren.

Im August 1933 – inzwischen hatten die Nazis die Weimarer Republik beseitigt – schaffte die Gemeinde für 800 Reichsmark einen Hansa-Lloyd-Lastwagen an, der die Motorspritze zog. Der Zweite Weltkrieg, den die Nazis vom Zaun gebrochen hatten, löste Bombenangriffe auf Wilhelmshaven, Bremerhaven, Bremen und Nordenham aus – und die Seefelder Brandschützer mussten jeweils dahin eilen. Ab Februar 1944 bestand die komplette Dorffeuerwehr nur noch aus Frauen – die Männer waren allesamt an die Front geschickt worden.

Die Jugendfeuerwehr Seefeld/Reitland wurde 1975 gegründet, später kam Schwei hinzu. Jetzt zählt die Jugendwehr etwa 20 Mitglieder, von denen in diesem Jahr 5 in Erwachsenenwehr übertreten können. Zu den Aufgaben der Stützpunktfeuerwehr gehören neben Brandeinsätzen Deicheinsätze und Verkehrsunfälle. Sie werden oft mit alten Autos geübt – etwa bei den Diensten am Donnerstagabend. „Die Autos werden immer stabiler, und deshalb wird es immer schwerer, Verletzte aus ihnen zu bergen“, sagt Anna Lena Albertzard. „Das ist die Kehrseite der passiven Sicherheit.“

Außerdem gehört die Seefelder Wehr, deren Ortsbrandmeister seit 2013 Stephan Hennings ist, zur Kreisfeuerwehrbereitschaft. Deshalb rückte sie zu Hochwassereinsätzen an der Elbe und 2016 zum Großbrand am St.-Josef-Stift in Delmenhorst aus.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
Rufen Sie mich an:
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