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NWZonline.de Region Wesermarsch Blaulicht

Geldautomat Gesprengt: Spurensuche inmitten von Schutt und Asche

12.12.2015

Eckfleth Ein beißender Geruch nach Asche umgibt die Filiale der Raiffeisenbank Wesermarsch-Süd in Eckfleth. Trümmerteile liegen vor der Tür, dazwischen verkohltes Holz. Der Eingangsbereich ist zerstört und rußgeschwärzt. Wo der Geldautomat angebracht war, klafft jetzt ein dunkles Loch.

Vor dem schwarzen Hintergrund werden zwei Körper sichtbar, die von Kopf bis Fuß in weiße Schutzanzüge gehüllt sind. Die Spurensuche hat begonnen. Polizeibeamte von der Polizeiinspektion Delmenhorst sind am Freitagmorgen vor Ort, machen Bilder und verschaffen sich erste Eindrücke.

Einwohner entsetzt

Die Einwohner des Ortes sind entsetzt, das wird schnell deutlich. Ein ums andere Mal biegt ein Wagen auf den Parkplatz der Bank ein. Die Fahrer werfen erschrockene Blicke auf das Trümmerfeld und fahren schließlich unverrichteter Dinge wieder ab.

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Ein Mann steigt jedoch aus. Er betrachtet entsetzt die verkohlten Überreste des Eingangsbereiches. „Ich hab früher selbst hier gearbeitet“, sagt der 78-jährige Benno Brüning. „In Strückhausen habe ich gelernt und war dann hier in der Filiale. Über 40 Jahre habe ich bei der Raiffeisenbank gearbeitet. Ich hab auch hier in der Nachbarschaft gewohnt“, erzählt der 78-Jährige fassungslos.

Inzwischen wohnt er in Elsfleth. „Gerade heute Morgen hat meine Frau von dem Einbruch in Bunde gehört. Und meine Frau fragte noch, wie lange das wohl dauert, bis sowas auch bei uns passiert – und dann das“, erzählt Benno Brüning weiter.

Andere Anwohner sehen die Zerstörung ganz pragmatisch. „Das ist die einzige Bank hier. Wo soll ich jetzt mein Geld herkriegen. Jetzt muss ich ganz bis nach Elsfleth fahren“, sagt Manuela Timmermann, die gerade vom Einkauf im nahegelegenen Supermarkt kommt. Timo Kuhlmann reagiert ähnlich. Er arbeitet kaum 500 Meter Luftlinie von der Bank entfernt bei der Raiffeisen-Warengenossenschaft Wesermarsch. „Für uns ist das ärgerlich, weil viel Schaden angerichtet wurde. Die Dorfbevölkerung leidet darunter. Wir selber geben unsere Einnahmen dort ab“, erzählt er.

Nach ersten Erkenntnissen ließen die Täter Gas in den Automaten einströmen und brachten dieses anschließend zur Explosion. Eine Gasflasche sei direkt am Tatort gefunden worden, teilt Pressesprecherin Melissa Oltmanns auf Nachfrage der NWZ mit. Um welches Gas es sich handelte, sei jedoch nicht bekannt.

Kein Geld erbeutet

„Augenscheinlich missglückte die Sprengung, so dass der oder die Täter nicht an das Bargeld gelangten, aber einen Brand verursachten“, sagt Oltmanns. Der Vorraum des Bankgebäudes geriet infolge der Sprengung in Vollbrand, teilt die Polizei weiter mit.

Die Ermittlungen dauern an. Dabei wird auch geprüft, inwieweit Tatzusammenhänge zu anderen Sprengungen von Geldautomaten vorliegen, teilt die Sprecherin mit. Zur Höhe des Schadens kann die Polizei jedoch noch keine Aussagen machen. Da der gesamte Vorraum der Bank ausgebrannt ist, gehen die Beamten von einem hohen Schaden aus.

Das Gebäude jedenfalls ist nach dem Brand unbewohnbar. Die Feuerwehr war um 2.15 Uhr alarmiert worden. Was nicht verbrannt ist, ist verrußt. „Wir sind froh, dass keine Menschen verletzt worden sind oder Schlimmeres passiert ist“, sagen Christiane Thürlings und Gerd Borchardt, Vorstandsmitglieder der Raiffeisenbank Wesermarsch-Süd, im NWZ -Gespräch. „Es gab einen Anschlag. Man wollte den Geldautomaten in die Luft jagen“, ist Christiane Thürlings auch Stunden nach dem Brand immer noch fassungslos.

Dabei ist laut Gerd Borchardt ein solcher Versuch völlig sinnlos. In Eckfleth befindet sich nach seinen Worten ein Geldautomat der neuesten Generation. Die Technik würde erkennen, wenn der Automat ausgeraubt werden soll und Gas injiziert wird. „Das Geld ist noch da, alles andere rundherum ist zerstört“, beschreibt Gerd Borchardt den Tatort. Bei den Automaten gebe es keine Chance, an das Geld heranzukommen.

Die Bankkunden jedenfalls brauchen sich laut Christiane Thürlings keine Sorgen machen. Alle Unterlagen seien vorhanden, und die fünf betroffenen Bankangestellten in Eckfleth würden ihre Arbeitsplätze in anderen Filialen beziehen. Sie seien über ihre Telefonnummern auch weiterhin als Ansprechpartner zu erreichen. Ein Container werde nicht als Ersatz in Eckfleth aufgestellt, betont sie.

Kamera installiert

Die Eckflether Filiale ist gesichert. Es gibt eine Alarmanlage und Bewegungsmelder. Der SB-Bereich wird zudem mit einer Kamera überwacht. Der Film konnte jedoch noch nicht ausgewertet werden, so Gerd Borchardt und Christiane Thürlings.

Die Polizei sucht nun dringend Zeugen, die in der Nacht verdächtige Personen oder Fahrzeuge in der Nähe des Tatortes gesehen haben. Die Polizei vermutet, dass die Täter ein Fahrzeug in der Nähe der Bankfiliale abgestellt hatten und mit diesem nach der Tat in unbekannte Richtung geflohen sind. Hinweise werden unter Telefon 04221/15590 entgegengenommen.


Ein Video der Löscharbeiten unter   www.nwzplay.de 
NWZ TV    zeigt einen Beitrag zur Spurensuche unter   www.nwztv/wesermarsch 

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