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NWZonline.de Region Wesermarsch Blaulicht

Kommunikation: Zum Telefonieren aus dem Fenster lehnen

13.09.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-09-13T15:19:47Z 280 158

Kommunikation:
Zum Telefonieren aus dem Fenster lehnen

Stollhamm/Butjadingen Anruf fehlgeschlagen – Diese Mitteilung kennen Annette und Harald Grabhorn nur zu gut. Denn Stollhamm liegt offenbar in einem Mobilfunkloch. Über ihr Handy sind sie zu Hause nur mit Glück zu erreichen. „Wenn man ein paar hundert Meter aus dem Ort raus ist, hat man wieder Empfang“, sagt Harald Grabhorn.

Anrufe und SMS bekommen die beiden gar nicht, oder nur mit Zeitverzögerung auf ihr Handy. Harald Grabhorn arbeitet bei einer Werksfeuerwehr in einem Betrieb in Nordenham. Als ihn die Kollegen an seinem freien Tag um Hilfe bitten wollten, erreichten sie ihn nicht. Erst einen Tag später bekam er eine Sprachnachricht aufs Handy, erzählt der 56-Jährige. Auch Online-Banking ist ein Problem, wenn die Transaktionsnummer per SMS verschickt wird. „Ich habe dann mein Handy immer oben im Flur ans Fenster gestellt und abgewartet. Manchmal musste ich es am nächsten Tag noch mal versuchen, erzählt er. Nur dort, oder am Dachfenster im Badezimmer haben die Grabhorns Handy-Empfang – meistens jedenfalls. „Ich klettere immer auf die Toilette und halte das Handy aus dem Fenster, erzählt Annette Grabhorn und muss selbst lachen.

Gar nicht mehr witzig fanden sie die Situation jedoch etwa zu Ostern. Da gab es Probleme bei ihrem Festnetzanbieter und sie hatten eine Woche lang auch keinen Festnetzempfang. Fast täglich fuhr Harald Grabhorn mit dem Handy nach Stollhammerdeich, dort hat er wieder Empfang, um mit dem Telekommunikationsunternehmen zu sprechen.

Doch mit dem Mobilfunkproblem steht das Paar nicht alleine da. Viele Bürger aus verschiedenen Teilen Butjadingens haben sich bereits beim Landkreis gemeldet, bestätigt Ingrid Miodek, Projektbeauftragte für Breitband/Mobilfunk. Beim Landkreis läuft noch bis Freitag, 15. September, eine Abfrage, in der Bürger Mobilfunklücken melden können. Der Landkreis Wesermarsch beteiligt sich an der Mobilfunkinitiative Weser-Ems. „Wir wollen wissen, wo Funklöcher sind und wir hoffen, dass diese breite Initiative dazu beiträgt, die Situation zu verbessern“, sagt Ingrid Miodek.

Die Telekommunikationsunternehmen sollen die Standorte ihrer Sendemasten auflisten. Ein Planungsbüro wird aus diesen Daten eine Studie erstellen und aufzeigen, wo eine Unterversorgung besteht, damit auf dieser Grundlage Standorte für neue Funkmasten geplant werden können. Auch ein Förderantrag bei der Metropolregion Nordwest soll gestellt werden.

Schon jetzt gebe es eine sehr gute Resonanz auf die Abfrage, freut sich Ingrid Miodek. Insgesamt 150 Meldungen aus dem gesamten Landkreis hat sie erhalten. Wer noch ein Funkloch melden will, der sollte sich per E-Mail an mobilfunkinitiative-wesermarsch@lkbra.de wenden. In der E-Mail sollte der Bereich, also am besten die Adresse, in dem das Funkloch besteht, und der genutzte Mobilfunkanbieter genannt werden.

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