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NWZonline.de Region Wesermarsch Blaulicht

Tragischer Unfall In Elsfleth: „Dank Andrea habe ich überlebt“

01.10.2018

Vorwerkshof /Elsfleth Genau vor einem Jahr hing das Leben von Matthias Schäfftlein an einem seidenen Faden: Auf der Heimfahrt nach einer Spätschicht und einem Bootsausflug mit Freunden war der heute 40-jährige Familienvater auf einer verschmutzten Landstraße ins Schleudern geraten. Sein Mercedes krachte seitlich gegen einen Baum und zerbrach in zwei Teile.

Schäfftlein wurde mitsamt der Frontscheibe aus dem zerrissenen Auto geschleudert und landete in einem schlammigen Wassergraben. „Ich kann mich nur noch an Bruchstücke der Nacht erinnern“, erzählt Schäfftlein ein Jahr danach. „Ich kam im Wasser liegend zu Bewusstsein und konnte mich nicht mehr bewegen“. Seine Hilferufe wurden nicht gehört, zu einsam die Landstraße, zu weit weg das nächste Haus. Immer wieder dämmerte Schäfftlein weg, sackte immer tiefer im schlammigen Graben ein, „Es fehlte nicht viel, und mein Kopf wäre unter Wasser geraten“, erzählt Schäfftlein heute.

Lesen Sie auch: Elsfletherin steht Unfallopfer bei, NWZ vom 4. Oktober 2017

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Im Nachhinein konnte der 40-Jährige rekonstruieren, dass er über eine halbe Stunde dort gelegen haben muss, bis er Stimmen wahrnahm. Dann war plötzlich jemand bei ihm, stützte seinen Kopf, streichelte ihn und hielt ihn durch viele Fragen bei Bewusstsein. Es war Andrea Hübner.

Die 37-jährige war nach einem DVD-Abend bei einer Freundin auf dem Rückweg und auf den Unfall zugekommen. Als sie das Opfer im Graben liegen sah, zögerte sie keinen Moment, stieg in das kalte, schlammige Wasser und blieb solange bei Matthias Schäfftlein, bis Rettungskräfte da waren und das Opfer mit Unterstützung der Feuerwehr gerettet war.

Doch das Unfallgeschehen ließ Hübner nicht los, sie kam über den Bruder von Matthias in Kontakt zur Familie und besuchte ihn schließlich auch im Krankenhaus, als Matthias nach wochenlangem Bangen aus der Intensivstation heraus konnte. Die Ärzte hatten zunächst befürchtet, dass er nie wiederlaufen könne. Aber nach 14 Operationen und vielen Therapien steht er nun wieder auf eigenen Füßen und kann sein Glück noch gar nicht so richtig fassen. „Nur durch den Einsatz von Andrea habe ich überlebt“, so Schäfftlein, „ich kann gar nicht genug Danke sagen“.

Für Andrea Hübner war ihre Hilfe eine Selbstverständlichkeit – doch das sehen leider nicht alle so. Daher nutzen Andrea Hübner und Matthias Schäfftlein auch die Öffentlichkeit, um durch ihr gemeinsames Schicksal für mehr Zivilcourage zu werben. Ein Schicksal, dass zwei sich zuvor völlig unbekannte Menschen zusammengebracht hat und eine gute Freundschaft hat entstehen lassen.

Andrea Hübner wurde inzwischen mehrfach für ihren Einsatz geehrt, sowohl von der Stadt Elsfleth, wie auch durch den Zivilcouragepreis Alltagsheld 2018. Zudem erhielt sie von GoodYear den Preis der „Heldin der Straße“.

Nachdem der Bruder von Matthias Schäfftlein wenige Tage nach dem Unfall erklärt hatte, dass man sich später mit einem Fest für die Rettung bedanken will, haben das Unfallopfer und seine Familie nun Taten folgen lassen. Auf den Tag genau ein Jahr nach dem Unfall hat Matthias nun bei einem Grillfest im örtlichen Feuerwehrhaus „Danke“ gesagt –  bei der Feuerwehr, bei Rettungskräften, bei Ärzten und Therapeuten, seiner Familie und bei Andrea Hübner. Denn er ist sicher: „Ohne sie, wäre ich heute nicht hier“.

Das bestätigt übrigens auch ein ganz besonderer Gast der Feier, sein Unfallchirurg Dr. Matthias Jessel vom Klinikum Oldenburg: „Wenn die Ersthelferin ihm nicht in der Form geholfen hätte, wäre er mit Sicherheit nicht mehr unter uns.“


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