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NWZonline.de Region Wesermarsch Blaulicht

Wattwanderer in Lebensgefahr verweigern Rettung

02.05.2017

Tossens So etwas hat auch der erfahrene Wattführer Matthias Schulz noch nicht erlebt: Urlaubsgäste, die im Watt vor Tossens in Lebensgefahr schwebten, wollten nicht gerettet werden. Der ADAC-Hubschrauber Christoph 26 aus Sanderbusch musste unverrichteter Dinge wieder abfliegen.

Stattdessen führte Matthias Schulz die beiden Wattwanderer am Sonntagmittag durch den Priel zurück an den Strand. „Es ist alles gut gegangen, aber es hätte auch furchtbar schiefgehen können“, resümierte Schulz am Montag im Gespräch mit der NWZ. Deshalb zieht er jetzt Konsequenzen aus dem Vorfall: „Wenn Wattwanderer noch einmal die Rettung mit dem Hubschrauber verweigern, dann werde ich sie nicht mehr ans Ufer führen. Gegen eine solche Rettung zu Fuß sprechen schon haftungsrechtliche Gründe. Was passiert, wenn einer der Wanderer Kreislaufprobleme bekommt?“

Gespräch mit Feuerwehr

Über diesen Schritt hat Matthias Schulz seine Wattführer-Kollegen an der Nordseeküste informiert. Zudem wird er an diesem Dienstag mit der Feuerwehr Tossens über die Vorgehensweise in einer solchen Situation sprechen.

Doch der Reihe nach. Die neue Wattführerin Birgitt von Thülen war gerade mit einer Gruppe aus dem Centerparcs von einer Wattwanderung zurückgekehrt, als sie die beiden Wattwanderer in etwa drei bis vier Kilometern Entfernung entdeckte. Schlimmer noch: Die beiden – Vater (48) und Tochter (18) aus Löhne in Westfalen – entfernten sich weiter vom Festland, obwohl die Flut schon auflief.

Sie waren von Tossens zum Fahrwasser und dann am Fahrwasser entlang in Richtung Eckwarderhörne gegangen, schildert Matthias Schulz. Birgitt von Thülen habe sie auf derselben Sandbank entdeckt, auf der am 20. April auch die ersten Verunglückten in dieser Saison entdeckt worden waren.

Die neue Wattführerin rief sofort ihren erfahrenen Kollegen Matthias Schulz an, zudem ihren Ehemann, den Tossenser Wattführer Ralf von Thülen, und sie betätigte den Notruf 112. „Birgitt hat sich sehr umsichtig verhalten“, sagt Matthias Schulz. Schulz kam und lief ins Watt, und in Sanderbusch startete der Rettungshubschrauber Christoph 26. Außerdem rückten die DLRG Butjadingen und Nordenham, die Feuerwehren Tossens und Stollhamm, die Polizei und ein Rettungstransportwagen aus.

Gefahr nicht erkannt

Die Urlaubsgäste waren völlig überrascht, als neben ihnen plötzlich der gelbe ADAC-Hubschrauber landete, sagt Matthias Schulz: „Ihnen war die Gefahr überhaupt nicht bewusst.“ Deshalb lehnten sie es auch ab, in den Hubschrauber einzusteigen. Stattdessen begleiteten sie den Wattführer. Unterwegs mussten sie einen Priel durchwaten. Er war noch nicht über seine Ufer getreten, aber das Wasser hatte schon eine Strömungsgeschwindigkeit von 10 Stundenkilometern – und es war 9 Grad kalt. „Das ist lebensgefährlich“, sagt Matthias Schulz.

Die Männer waren bis zum Bauch im eisigen Wasser, die junge Frau bis zur Brust. Das Wasser steigt in 20 Minuten um einen halben Meter, schildert der Wattführer.

Matthias Schulz empfiehlt Neulingen generell eine organisierte Wattwanderung. Als klassische Einsteiger-Wattwanderung bietet er Gezeiten-Wanderungen an, in denen er und sein Kollege Wilfried Münz Gäste von Eckwarderhörne oder Tossens aus zum auflaufenden Wasser führen.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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