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NWZonline.de Region Wesermarsch Blaulicht

Das Leben an der „Rennstrecke“ B 211

24.04.2019

Wesermarsch „Wenn man Polizei oder einen Rettungswagen hört, fragt man sich nur noch ‚Wo hat’s schon wieder geknallt?‘“, erzählt Nico Flapper über die Verkehrssituation auf der B 211. Der Landwirt, der mit seiner Familie an der Popkenhöger Straße wohnt, ist damit nicht allein. Die meisten der Anwohner in Popkenhöge, zwischen Logemannsdeich und Petershörne, empfinden die Strecke als zu gefährlich. Daher wünschen sie sich eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h, so wie sie an den meisten anderen Teilabschnitten auch besteht. „Es wäre schön, wenn einfach generell mal reagiert werden würde“, so Anwohner Marcus Bierndt.

Vor mehr als zehn Jahren wandte sich mit dieser Forderung bereits ein Anwohner an den Landkreis, doch sie wurde abgelehnt. Nachdem sich vor einigen Jahren ein schlimmer Motorradunfall mit Todesfolge ereignete, schrieb Eva Warnke an den Bürgermeister Christoph Hartz. Die Folge sei das Überholverbot gewesen, das nun auf der Strecke besteht. Aus Sicht der Anwohner habe dies jedoch nichts genutzt, da sich viele nicht daran halten. Es müsste „engmaschige Kontrollen“ geben, so Bianca Flapper, vor allem bei der Geschwindigkeit.

Jeden Tag komme es zu gefährlichen Situationen. Man verlasse seine Einfahrt nur „auf gut Glück“, die Straße sei aufgrund der Kurven nicht gut einsehbar. Landwirt Flapper hat es mit seinen landwirtschaftlichen Maschinen noch schwerer. Häufig werde er auch während des Abbiegens überholt, wodurch es ungleich gefährlicher werde. Mehrere Anwohner hätten bereits unverschuldete Auffahrunfälle gehabt, beispielsweise sei Kay Pakula ein Lkw aufgefahren. Sie fragen sich: „Muss noch irgendjemand sterben, bevor was passiert?“

Eva Warnke traut sich manchmal nicht einmal mehr, von der Bundesstraße in ihre Einfahrt abzubiegen, wenn hinter ihr die Autos drängeln. Die Autos führen zu dicht auf, man könne kaum abbremsen. Dann fährt sie vorbei, wendet und probiert es nochmals.

Besonders abends und sonntags werde die Straße außerdem zu einer „Rennstrecke für Motorradfahrer“, wie Eva Warnke erzählt.

„Einige werden jetzt sagen: ‚Selbst schuld, ihr seid ja an eine Bundesstraße gezogen‘“, ist sich Marcus Bierndt sicher. Die Situation habe sich jedoch mittlerweile verändert, die Strecke sei zu einem Unfallschwerpunkt geworden. Außerdem habe ein Generationswechsel stattgefunden, über zehn Kinder leben allein in dem Abschnitt und es werden mehr. Die Kinder könnten die Geschwindigkeiten der Fahrzeuge nicht abschätzen. „Morgens ist das ein Himmelfahrtskommando“, erzählt Svenja Pakula über den täglichen Weg zum Schulbus. „Ich hole meine 13-jährige Tochter vom Schulbus ab, weil sie sich alleine nicht traut.“ Auch Fahrradfahren sei zu gefährlich. Wegen der Schulwegsituation sei ebenfalls eine Sachbearbeiterin vom Landkreis kontaktiert worden, doch habe man keine Antwort erhalten.

Das hohe Verkehrsaufkommen, vor allem in den Stoßzeiten, erleichtere die Situation nicht gerade. Mehr als 10 000 Fahrzeuge befahren die B 211 jeden Tag. Eine Entlastung der Strecke soll durch den Neubau der B 211 geschehen, doch bis diese eröffnet werde – laut Planung im Herbst 2020 – dauere es noch zu lange. Und auch dann bleibe das Problem der Geschwindigkeit bestehen. „Es muss jetzt etwas passieren!“, sind sich die Anwohner einig.

Der Landkreis teilt auf Anfrage der NWZ in einer Presseerklärung mit, dass die auf Bundesstraßen geltende Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h nur aus zwingenden Gründen geändert werde. Dies seien zum Beispiel der Streckenverlauf oder das Bestehen eines Unfallschwerpunkts. Zwischen Logemannsdeich und Petershörne habe es einen Schwerpunkt gegeben, dessen Folge das Überholverbot war, „da hier nicht die überhöhte Geschwindigkeit die Unfallursache war.“ In der Erklärung heißt es weiter: „Seit Anordnung des Überholverbots wurden dort keine Unfälle mehr registriert.“

Jana Budde Volontärin, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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