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BOßELN Die Blexer besiegen den Rest der Welt

Zum 22. Mal

geboßelt?

Wie oft

hat das Dorfgemeinschaftsboßeln bisher stattgefunden? Darüber waren sich die Organisatoren durchaus uneinig. Der Klootschießer-Nestor Wilhelm Ruch sagte: „Es findet statt, seitdem ich 1983 in Rente gegangen bin.“ Uwe Böger glaubte, es finde zum 20. Mal statt, Günter Ede tippte auf das 22. Mal. Dieser Interpretation seines Vor-Vorgängers schloss sich Bürgermeister Dr. Georg Raffetseder spontan an, denn „es ist eine Schnapszahl“.

Das Dorfgemeinschaftsboßeln war wieder ein großes Treffen. Viele Prominente kamen.

von henning bielefeld

BLEXEN - Walther Vogel hat’s zuerst bemerkt: Bürgermeister Dr. Georg Raffetseder (CDU) hat einen Linksdrall. Allerdings nicht politisch, sondern beim Boßeln.

Das Stadtoberhaupt war am Sonnabend Schirmherr des alljährlichen Dorfgemeinschaftsboßelns, das auch diesmal unter dem Motto „Blexen gegen den Rest der Welt“ stand. Als Führer der 1. Mannschaft der Nicht-Blexer war Raffetseder sozusagen auch Oberhaupt des Rests der Welt und durfte als solches den ersten Wurf machen. Dabei schrammte die Kugel gefährlich oft am linken Bordstein entlang. Da konnte der Spötter Walther Vogel – er ist Leiter der Realschule I – nicht schweigen.


Wenig später katapultierte der CDU-Fraktionsvorsitzende Horst Wreden die erste Gummikugel in den Graben. Da war nicht nur er noch froher über das grandios gute Wetter mit gleißendem Sonnenschein bei leichten Minustemperaturen. Auf der acht Kilometer langen Strecke knallten immer wieder Gummi- und Pockholzkugeln aufs feste Eis. „Da hätten wir schön im Grabenwasser stochern können“, war auch der städtische Wirtschaftsförderer Jürgen Mayer froh über das ideale Boßelwetter.

Am Ende der Häuserreihe an der Deichstraße erwartete Ortsbrandmeister Thomas Reumann mit einigen Kameraden und einem Tablett voller Schluckgläschen die Boßler – doch längst nicht jeder machte Station an dieser „Tankstelle“. Ganz anders sah es in der Scheune von Walter Peters in Volkers aus. Zusammen mit Ilka Hinz und Heinrich Naujok versorgte er die rund 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Kaffee, Glühwein und Berlinern.

Da hatte der städtische Pressesprecher Harri Kühn schon einen seiner weiten Würfe platziert. Der gebürtige Koblenzer ist in Blexen aufgewachsen und war dort in seiner Jugend im Klootschießerverein aktiv.

Ältester Boßler am Start war wieder Altbürgermeister Günter Ede. Der 78-jährige Blexer hat noch kein Dorfgemeinschaftsboßeln versäumt. Deshalb weiß er: „So gutes Wetter hatten wir noch nie.“ Wieder im Ort, kehrten die Boßler zum Grünkohl-Essen ins Gasthaus „Zur Eiche“ ein. Ede war zusammen mit Renate Böger Vorsänger, als alle Anwesenden die Regionalhymne „Hurra Butjarland“ anstimmten. Auf dem Akkordeon begleitet wurden sie auch diesmal von Uwe Ostendorf.

Der Dorfgemeinschaftssprecher Uwe Böger begrüßte die Boßler und bedauerte, dass diesmal keine Vertreter der Industriebetriebe teilgenommen hatten. Er dankte dem 87-jährigen Klootschießer-Nestor Wilhelm Ruch, dass er wieder Gummi- und Pockholzkugeln sowie Kescher zur Verfügung gestellt hatte.

Andreas Reimers hatte als Vorsitzender des Klootschießervereins Blexen nicht nur angeboßelt, sondern gab auch die Ergebnisse bekannt: Wieder hatten die Blexer den Rest der Welt besiegt – aber nicht total: Bei einer Gruppe hatte es nur zum Untentschieden gereicht, eine andere hatte gar verloren.

Der Bundestagabgeordnete Holger gab einen ebenso kurzen wie launigen „Bericht aus Berlin“ ab: „Es ganz ist wie zu Hause: Sie hat das Sagen“. Auch auf kommunaler Ebene glaubte er schon großkoalitionäre Ansätze zu erkennen: Der Pullover von Bürgermeister Raffetseder (CDU) enthalte viel Rot und der von Landrat Michael Höbrink (SPD) viel Orange.

Bürgermeister Raffetseder teilte mit, er habe seine nächsten beiden Wiederwahlen 2011 und 2019 schon eingeplant und werde noch 21 Mal wiederkommen. Dann wurde er zum Kohlkönig proklamiert – zusammen mit der Leiterin der OLB-Filiale Blexen, Franziska Lemkemeyer.

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