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Das Jahr 1521 Braker Buddelschiff segelt zur Ausstellung nach Augsburg

Die Kunstspedition KNAB aus München hat das große Buddelschiff für die Ausstellung „1521“ im Diözesanmuseum Augsburg abgeholt.

Die Kunstspedition KNAB aus München hat das große Buddelschiff für die Ausstellung „1521“ im Diözesanmuseum Augsburg abgeholt.

Brake/Augsburg - Jakob Fugger unterzeichnete am 23. August 1521 die Stiftungsurkunde für die Fuggerei in Augsburg und zwei weitere Stiftungen. 500 Jahre später wird dieses Ereignis gefeiert. Und das Schiffahrtsmuseum der oldenburgischen Unterweser feiert mit. Es hat jetzt ein Buddelschiff auf die Reise in die Fuggerstadt geschickt. Das Besondere daran: Das Schiffsmodell ist ein Nachbau einer Karacke, mit der Ferdinand Magellan vor 500 Jahren die Welt umsegelte. Die Kunstspedition KNAB aus München hat das Buddelschiff am Montag für die Ausstellung „1521“ vom 28. August bis zum 28. November im Diözesanmuseum Augsburg abgeholt.

Höhepunkt

Voll und stattlich vor dem Winde zu segeln schwebt die Karacke in ihrem gläsernen Gehäuse. „So vermittelt dieses Modell einer frühneuzeitlichen Karacke einen Eindruck davon, wie einst die aus fünf Schiffen bestehende Flotte Ferdinand Magellans am 20. September 1519 voller Hoffnung auf reichlichen Profit und wirtschaftlichen Erfolg aufbrach“, erläutert Brakes Museumsleiterin Dr. Christine Keitsch. Als Magellan mit seinen fünf Schiffen von 75 bis zu 120 Ladetonnen und einer Besatzung von insgesamt 237 Mann aus mindestens acht europäischen Ländern die Anker lichtete, zählten diese Handelssegler laut Christine Keitsch zu den großen und stattlichen der damaligen Zeit. „Aus unserer Perspektive mag das verwunderlich, ja fast ein wenig komisch wirken. Fände doch die gesamte Flotte Magellans inklusive allem Drum und Dran heute bequem in einem Containerschiff mittlerer Größe Platz“, so die Museumsleiterin. Im 15. und 16. Jahrhundert jedoch stellte die Karacke einen Höhepunkt im Schiffbau dar. Einhergehend mit dem Aufbruch in neue Welten, der Erschließung neuer Handelswege und Absatzmärkte, entwickelte sich auch die Nachfrage nach Handelsseglern, die möglichst viel Ladung über die Meere transportieren konnten.

Gefährliche Reise

Das Augsburger Diözesanmuseum war auf der Suche nach Exponaten über das Schiffahrtsmuseum Bremerhaven ans Braker Museum gelangt. Eine Bremerhavener Mitarbeiterin wusste von dem Buddelschiff, das nun in Kürze zur Darstellung der globalen Verflechtungen vor 500 Jahren beitragen wird. Den Besuchern wird Magellans gefährliche Schiffsreise veranschaulicht. Der Weltumsegler kam am 27. April 1521 auf den Philippinen ums Leben. Die Ausstellung in Augsburg bietet Einblicke in Seefahrten und ihre Handelsgüter, in den Kulturaustausch mit Azteken und Osmanen sowie in Martin Luthers Vorstellungen, die in der Bannung auf dem Reichstag 1521 in Worms ein vorläufiges Ende fanden.

Bekannter Spezialist

Das Modell einer Karacke stammt aus der Werkstatt des Buddelschiffbauers Jonny Reinert (1929-2004) und wurde Ende der 1980er Jahre für einen privaten Auftraggeber gefertigt. Jonny Reinert, der aus Herne im Ruhrgebiet stammt, galt zu Lebzeiten als „König der Buddelschiffbauer“. Er war ein international bekannter Spezialist für diese maritime Handwerkskunst, wobei er mehrere Rekorde in Hinsicht auf die Größe und technische Besonderheiten seiner teilweise stattlichen Kunstwerke aufstellte. Das Karackenmodell zählt zu den besonderen „Highlights“ seiner Produktion und setzte neue Maßstäbe. Als Vorbild diente sicherlich der Kupferstich „Kraeck“ von 1470 des so genannten „Meister W“, wahrscheinlich Willem a Cruce aus Brügge, das zu den detailliertesten zeitgenössischen Darstellungen dieses Schiffstyps zählt.

Ulrich Schlüter
Ulrich Schlüter Redaktion Brake
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