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Gymnasium Brake ausgezeichnet Schüler kämpfen entschlossen gegen Hass und Hetze

In bunten Farben weist das Schild vor dem Gymnasium Brake darauf hin: Hier sind alle Menschen willkommen, hier hat Rassismus keinen Platz.

In bunten Farben weist das Schild vor dem Gymnasium Brake darauf hin: Hier sind alle Menschen willkommen, hier hat Rassismus keinen Platz.

Brake - Rot. Orange. Gelb. Grün. Blau. Violett. Das farbenfrohe Hinweisschild vor dem Eingang zum Braker Gymnasium erfüllt seine Funktion voll und ganz. Es gibt nämlich einen Hinweis – und zwar den Hinweis, dass an dieser Schule alle Menschen willkommen sind. Ganz egal, welches Geschlecht sie haben oder welche Sprache sie sprechen, an welchen Gott sie glauben oder wie sie aussehen. Toleranz wird an diesem Ort nicht nur groß geschrieben, sondern täglich gelebt.

Dieses offene Weltbild hat dem Gymnasium nun eine besondere Auszeichnung beschert. Die Bildungseinrichtung darf ab sofort das Gütesiegel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ des Vereins Aktion Courage e.V. führen und gehört damit einem Netzwerk von bundesweit 3000 Schulen an, die sich strikt gegen Ausgrenzung jeglicher Art einsetzen.

Mensch sein

„Wir freuen uns wahnsinnig darüber, denn es war ein langer Weg“, sagte die stellvertretende Schülersprecherin Kim-Christin Schinski während der offiziellen Ernennungsfeier in der Agora des Gymnasiums.

Auch dort hingen kunterbunte Wimpel, die den Schülerinnen und Schülern täglich vor Augen führen, auf was sie zu achten und wie sie zu handeln haben: menschlich.

Diesen Ansatz wählte auch Brakes stellvertretende Bürgermeisterin Ursula Schinski, als sie das Grußwort des Stadtrats übermittelte. Sie sei in erster Linie ein Mensch, betonte Ursula Schinski, „alles andere ist nebensächlich“. Die Ehrung und vor allem die Projekte, die hierfür am Gymnasium Brake umgesetzt wurden und werden, seien wichtige Signale für eine tolerante Gesellschaft, für Frieden, Freiheit und Demokratie.


Projekte

Tatsächlich unternahm das Gymnasium jede Menge, um sich das Zertifikat zu verdienen. Beispielsweise findet jährlich am 11. März ein Aktionstag in Erinnerung an den Amoklauf von Winnenden statt, an dem das gewaltfreie Miteinander im Fokus steht.

Schülerinnen und Schüler nehmen außerdem am Christopher Street Day in Oldenburg teil und tragen Armbändchen in den Farben eines Regenbogens.

Ein Erklärvideo zum Thema Rassismus gehört ebenso zum Repertoire wie bunte Bänke oder eben der Wegweiser vor dem Eingang.

„Euer Einsatz ist schon toll“, lobte Constanze Schnepf, Regionalkoordinatorin der Courage-Schulen, bei der Übergabe der Urkunde. Sie forderte alle Schülerinnen und Schüler allerdings auf, mit dem gleichen Tempo und der gleichen Überzeugung weiterzumachen. Die Schulstrukturen anschauen und gegen Rassismus handeln, das müsse fortan die Devise sein.

Auch Lehrerin Edda Grafe ermutigte während ihrer Rede die Kinder und Jugendlichen, sich vehement gegen jegliche Form der Ausgrenzung auszusprechen.

Zukunft

Dass dies der Fall sein wird, dürfte außer Frage stehen. Zu groß ist die Überzeugung bei den Schülerinnen und Schülern. Die Idee, sich für das besondere Zertifikat zu bewerben, war während einer Projektwoche schließlich von ihnen selbst geäußert worden. Bei der folgenden Umfrage stimmten zudem mehr als 80 Prozent der 951 Teilnehmer für eine Bewerbung um die Aufnahme in das Netzwerk der besonderen Schulen.

Außerdem befindet sich die nächste große Aktion bereits in der Planung. Angedacht ist ein theaterpädagogisches Projekt, das sich mit den Themen Vielfalt und Toleranz befassen wird und damit genau dem entspricht, was das Gymnasium Brake ist: eine „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Nicolas Reimer
Nicolas Reimer Thementeam Polizei/Justiz
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