Brake - Bunt ist es im Badezimmer. Jedes Kind hat ein Fach in einer eigenen Farbe. Bunt sind auch die Griffe an der großen Kletterwand in einem „Raum zum Toben“. Bevor es zum Spielturm, dem neuen Highlight im Garten der Caritas-Kinderwohngruppe „Braker Anker“, geht, führt Gruppenleiterin Julia Wagner einmal durchs Haus.
Auf zwei Etagen findet sich genügend Platz für Küche, Bad, Gemeinschaftsräume und das Bereitschaftszimmer der Betreuerinnen und Betreuer. Jedes Kind hat auch die Möglichkeit, sich bei Bedarf in sein eigenes, selbst gestaltetes Zimmer zurückzuziehen. Für Besuche der Eltern steht ein Besprechungsraum mit Spielecke zur Verfügung.
Der „Braker Anker“ bietet Kindern, die aus verschiedenen Gründen nicht bei ihren Eltern leben können, einen geschützten Lebensraum.
Die Kinder haben einen normalen Alltag und besuchen die Kindertagesstätte oder Schule. Am Nachmittag geht es für manche in den Sportverein.
Neuer Spielturm
LzO-Direktor Andreas Vollert trifft ein und hat einen großen Spendencheck mitgebracht. 1400 Euro Erlös aus dem LzO-Lotteriespiel „Sparen und Gewinnen“ fließen in den neuen Spielturm im Garten der Wohngruppe. Der Rest wurde aus eigenen Mitteln bezahlt, erklärt Ralf Bunten, Geschäftsführer des Caritasverbandes im Landkreis Wesermarsch.
Die Freude über die Spende und die neue Möglichkeit für die Kinder, sich im Garten auszutoben, ist groß. Im Sommer wurde das Außengelände umgestaltet.
„Vorher war es hier sehr hügelig und verwurzelt. Eigentlich gab es nur Rasen, der sich unter den Füßen der Kinder schnell in Matsch verwandelte“, erzählt Wagner. Nun stehen neben dem neuen Spielturm auch Hochbeete und ein Trampolin im Garten des „Braker Anker“.
Momentan lädt dieser aber weniger zum Spielen als zum Betrachten ein: Der ganze Spielturm ist von einer weißen Frostschicht überzogen, die im Sonnenlicht glitzert. Die Kinder bleiben lieber drinnen im warmen Wohnzimmer, in dem schon ein geschmückter Weihnachtsbaum steht.
Wohngruppen
Seit 2018 bewohnt die Gruppe das jetzige Haus. Hier leben derzeit Kinder von drei bis acht Jahren. Zuvor hatten jugendliche Wohngruppen das Gebäude bezogen, ab 2015 hatte es unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten einen Schutzraum geboten.
„Wir geben hier unser Bestes, aber das ist natürlich immer nur die zweitbeste Lösung“, meint Rolf Schnieders, Fachbereichsleiter Kinder, Jugend und Familie des Caritasverbandes im Landkreis. Denn das eigentliche Ziel ist es, die Kinder wieder in ihre ursprüngliche Familie zu integrieren oder an eine Pflegefamilie zu vermitteln. In den meisten Fällen funktioniere das auch, sagt Schnieders.
Jugendamt und Caritas vermitteln auch über die Kreisgrenzen hinaus.
Sechs pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon eine duale Studentin, betreuen die Kinder der Wohngruppe in Brake. Auch nachts ist immer jemand vor Ort. Eine Hauswirtschaftskraft und ein FSJler ergänzen das Team.
Wenn die Sonnenstunden wieder länger werden, lädt der neue Spielturm nun zum Klettern, Schaukeln und Rutschen ein. Bis dahin muss wohl noch der Raum zum Toben herhalten.
