Brake - Kein Regen. Zehn Tage lang Dürre. Eine Hitzewelle erreicht die Wesermarsch. Doch sie hatte in diesem Jahr keine negativen Auswirkungen.
„Bisher sind wir mit dem Ertrag zufrieden“, sagt Manfred Ostendorf, Geschäftsführer des Kreislandvolks Wesermarsch. Vergangenes Jahr habe es größere Probleme durch die Trockenheit gegeben.
85 Prozent Grünland
In der Wesermarsch sei der Futteranbau besonders wichtig. Rund 85 Prozent Grünland und 15 Prozent Ackerbau gibt es hier. Im Ackerbau wird zu 70 Prozent Mais angebaut. Danach folgt Getreide.
„Mais ist aus unserer Sicht eine Wunderpflanze. 40 Tonnen pro Hektar ist eine große Menge“, sagt Ostendorf. Wie gut die Mais-Ernte in diesem Jahr sein wird, bleibt abzuwarten. Ende September bis Anfang Oktober steht die Ernte an. „Wir brauchen noch etwas Regen. Dann wird es dieses Jahr ein guter Kolben“, gibt sich Ostendorf zuversichtlich. Das Hauptaugenmerk liegt in der Wesermarsch jedoch auf der Gras-Ernte. Jährlich sind vier bis fünf Grasschnitte möglich. „Im Vorjahr ist uns der zweite und dritte Schnitt wegen Trockenheit verloren gegangen“, sagt der Geschäftsführer. In diesem Jahr sei dies zum Glück nicht so.
Der Juli sei vergleichsweise kühl gewesen. Zwischendurch gab es immer wieder Schauer. „Die Trockenheit Anfang August hat die Ernte nur kurz ins Stocken gebracht“, sagt Manfred Ostendorf.
Knockout für Betriebe
Weniger Glück haben hingegen die Moorgebiete in der südlichen Wesermarsch. Insbesondere in Köterende und Hiddigwardermoor – beides Ortsteile der Gemeinde Berne – sei die diesjährige Ernte weniger erfreulich. „Dort ist die Lage angespannter als in der restlichen Wesermarsch. Für einige Betriebe ist diese Ernte ein K.O.“, sagt der Geschäftsführer.
Nach zwei durchwachsenen Erntejahren haben die landwirtschaftlichen Betriebe viel investiert, sagte Manfred Ostendorf. Vergebens. Die schlechte Regeneration der Moorflächen sowie Mäuseschäden seien die Ursachen. Im Herbst soll wieder nachgesät werden, damit das nächste Jahr besser wird.
Im Vergleich zu Betrieben in Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt sei Hitze in der Wesermarsch jedoch besser zu verkraften. „Ich befürchte, dass wir einige Betriebe in Ostdeutschland verlieren werden“, sagt Manfred Ostendorf. Das Problem: Die Sandböden sind empfindlicher bei Trockenheit. Die Böden in der Wesermarsch seien hingegen Ton- und Lehmböden. Dementsprechend ist das Wasserhaltevermögen größer.
