Brake - Auf einer Altlastenfläche am Timmermanns Hellmer in Käseburg soll eine Photovoltaikanlage entstehen. Der Aufstellung eines Bebauungsplanes stimmten die Mitglieder des Bauausschusses am Donnerstag zu. Der Flächennutzungsplan muss für ein Sondergebiet einer Freiflächen-Photovoltaikanlage geändert werden. „Wir haben mit dem Landkreis über die Fläche gesprochen. Es ist klar, dass wir nicht in den Boden eindringen dürfen“, sagte Andreas Thomas von der Firma Beaufort 9 mit Sitz in Hamburg. „Wer das anpackt, fasst in die Büchse der Pandora.“
Areal von fünf Hektar
Das Planungs-, Bau- und Betriebsunternehmen als Vorhabenträger hat den Antrag gestellt, am Timmermanns Hellmer auf einem Areal von fünf Hektar mehrere Anlagen zu errichten. Wie Janina Lasar vom Planungsbüro Diekmann & Mosebach (Rastede) ausführte, soll die Photovoltaikanlage fünf Megawatt leisten und Strom für 1300 Haushalte liefern können. „Die Anlagen werden eine Bauhöhe von maximal 3,50 Metern nicht überschreiten“, sagte sie. Weil dort keine Fundamente gerammt werden dürften, würde mit sogenannten Auflast-Fundamenten gearbeitet.
Die zu bebauende Fläche war laut Bauamtsleiter Rainer Hinrichs bis 1974 teilweise als Deponie genutzt worden. Neben den fünf Hektar, auf denen laut Beaufort 9 die Photovoltaikanlagen errichtet werden sollen, gibt es eine etwa 1,3 Hektar große und direkt östlich angrenzende Fläche, die man als Kompensationsfläche heranziehen könnte, merkte Janina Lasar an.
Die geplante Photovoltaikanlage soll aus so genannten PV-Tischen aus Stahl- oder Aluminiumprofilen mit darauf montierten Modulen bestehen. Neben den PV-Tischen werden laut Antragssteller voraussichtlich zwei Transformatoren errichtet.
Planung gesichert
Innerhalb eines Streifens von 110 Metern entlang einer Eisenbahnlinie wird laut Janina Lasar gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geplant und vergütet. Weil die Fläche vorbelastet ist, gebe es keine Hindernisse seitens des Raumordnungsprogramms. Die Erschließung sowie die spätere Wartung der Anlagen soll über Timmermanns Hellmer erfolgen. „Wir haben die Fläche privatrechtlich gesichert“, betonte Andreas Thomas. Sie sei langfristig nutzbar. Eigentümer ist nach seinen Worten der II. Oldenburgische Deichband.
Politik stimmt zu
Die 6,3 Hektar große Fläche am Timmermanns Hellmer liegt zwischen der Stedinger Landstraße und dem geplanten Wohngebiet mit 23 Grundstücken sowie der Bahnlinie Nordenham-Bremen. Während die Grünen noch keine Entscheidung treffen wollten, war für Hans-Dieter Beck (CDU) die Entscheidung klar: „Es ist eine richtige Entscheidung, das zu machen“, betonte er im Namen seiner Fraktion.
