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Geschichte Ansichtskarten dokumentieren Brakes Wandel im Lauf der Zeit

Die Ausstellung mit Ansichtskarten aus dem Archiv von Gerd Winter bereiteten (von links) Dr. Christine Keitsch, Kirsten Lüpke und Michael Röben vor.

Die Ausstellung mit Ansichtskarten aus dem Archiv von Gerd Winter bereiteten (von links) Dr. Christine Keitsch, Kirsten Lüpke und Michael Röben vor.

Brake - Gerd Winter hat dokumentiert, wie sich seine Heimatstadt über Jahrzehnte verändert hat. 1923 in Brake geboren, hatte er sich schon als Jugendlicher vorgenommen, die Augenblicke und Veränderungen seiner Heimat für die Nachwelt festzuhalten. Während seiner Schulzeit habe er damit begonnen, erzählte er unserer Redaktion vor seinem Tod im Dezember 2019. Gerd Winters Vater war Schiffsoffizier. Der Familie schickte er Postkarten aus aller Welt. Auch daher rührt wohl Gerd Winters Sammelleidenschaft.

Gerd Winter hat dem Schiffahrtsmuseum der oldenburgischen Unterweser sein umfangreiches Archiv überlassen. Über diesen „unsagbaren Schatz“ freute sich Museumsleiterin Dr. Christine Keitsch. Er habe sich mit seinem Lebenswerk um die Dokumentation der Geschichte verdient gemacht. Zu seinem Vermächtnis neben unzähligen Fotos und anderen Dokumenten zählen auch 300 Ansichtskarten, die zum Teil nur in geringer Stückzahl gedruckt wurden. Etwa 70 Postkarten und Fotografien aus der Sammlung Winter sind ab diesen Freitag, 3. Dezember, im Haus Borgstede und Becker an der Breiten Straße 9 in Brake zu sehen. Das Schiffahrtsmuseum ist dienstags bis samstags von 11 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Gerd Winter arbeitete als Maschinenbauer beim Wasser- und Schifffahrtsamt Brake. In seiner freien Zeit interessierte er sich für Heimatforschung. Er hat mit großem Engagement über viele Jahre Postkarten, Bilder, Broschüren, Plakate und Zeitungsausschnitte zusammengetragen. Und er hat systematisch gesammelt. Damit hat Gerd Winter auch ein wichtiges Archiv zur Braker Wirtschaftsgeschichte angelegt, leistete mit seiner akribischen Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung der Stadtgeschichte. Für Christine Keitsch ist jedes Bild eine Entdeckungsreise.

Auf Leinwand gedruckt

Die Besucher der Ausstellung können teilhaben an dem „Entdeckergeist“. Gerd Winters Sammlerstücke schmücken die Ausstellungswände. Das Museum hat die Motive vergrößern und auf Leinwand drucken lassen. So wirken die Ansichten, die um 1890 bis in die 1920er Jahre entstanden sind, noch plastischer. Die Ansichtskarten seien Ausdruck einer größer werdenden Mobilität breiter Bevölkerungsschichten, betont Christine Keitsch. Es ist nur allzu verständlich, dass die Reisenden ihren Verwandten und Freunden mitteilen wollten, wo sie Station machten. Viele Motive sind auf der Vorderseite beschriftet. Dafür gibt es einen guten Grund, wie die Museumsleiterin erläuterte. Denn bis 1905 durften auf der Rückseite einer Ansichtskarte nur Name und Anschrift notiert werden. So wurde halt die schmucke Vorderseite für Nachrichten genutzt.

Das Leben in Brake

Die gezeigten Ansichtskarten spiegeln das Leben in Brake um 1900 wider. Der Hafen, der Telegraph und die Kaje zählen zu den häufigsten Motiven. Museumsmitarbeiter Michael Röben hat sich anhand der historischen Postkarten auf Motivsuche begeben und sie mit Brakes Istzustand verglichen. Der Vergleich soll ebenfalls in der Ausstellung in einer Slideshow zu sehen sein, quasi als Aufmunterung, selber mit geschärftem Blick durch die Stadt zu gehen, so die Museumsleiterin. Die Braker sind aufgefordert, dem Museum Fotos ihrer Lieblingsmotive zur Verfügung zu stellen.


Gerd Winter hat eine höchst interessante Sammlung hinterlassen. In der Ausstellung „Stadt – Land – Fluss“ ist nur ein Bruchteil dessen zu sehen, was jetzt im Museumsarchiv ruht. Die äußerst umfangreiche Sammlung wird noch weiter erschlossen. Man darf schon gespannt sein auf weitere Schätze aus der Sammlung von Gerd Winter.

Ulrich Schlüter
Ulrich Schlüter Redaktion Brake
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