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„Menschen, Schiffe, Tüdelkram?“ Die kleinsten Objekte erzählen oft die größten Geschichten im Braker Schiffahrtsmuseum

Museumsleiterin Dr. Christine Keitsch und der Künstler Uli Thul, der unter anderem für die Farbgestaltung der Sonderausstellung zuständig ist.

Museumsleiterin Dr. Christine Keitsch und der Künstler Uli Thul, der unter anderem für die Farbgestaltung der Sonderausstellung zuständig ist.

Ulrich Schlüter

Brake - Die kleinsten Objekte bergen oft die größten Geschichten. Das sagt die Leiterin des Schiffahrtsmuseums Unterweser, Dr. Christine Keitsch. Und wie recht sie damit hat, zeigt sich in der aktuellen Sonderausstellung „Menschen, Schiffe, Tüdelkram? Vielfalt bewahren“ in den Räumen an der Breiten Straße 9 in Brake. „Wir machen auf unsere spannende und vielfältige Arbeit sowie auf unsere Sammlung aufmerksam“, verrät sie im Gespräch mit unserer Redaktion.

Vom Objekt zum Exponat

In den vergangenen Jahren haben sich interessante Exponate eingefunden, die noch bis zum 4. August 2024 zu sehen sind. Die oft gestellte Frage, was man mit dem alten Trödel noch anzufangen weiß, beantwortet das Museums-Team in einer bemerkenswerten Ausstellung. Gefunden, geschenkt oder vererbt: Auf vielfältige Weise kommen Dinge ins Museum. Und was passiert dann? Wie wird ein Objekt zum Exponat? Antworten darauf gibt es im Schiffahrtsmuseum.

Die Sonderausstellung präsentiert besondere Exponate, lässt Besucher hinter die Kulissen auf die Museumsarbeit blicken und bietet mit einem umfangreichen Programm auch Raum für eigene Geschichten und Erinnerungsstücke. „Jedes Objekt erzählt eine eigene Geschichte“, merkt Christine Keitsch an.

Spannende Einblicke

Eines dieser Objekte ist das Modell eines Mehrzweck-Containerschiffs, das auf einem kleinen Bord vor einer meerblauen Wand steht. Es ist die „Heicon“. Das Modell ermöglicht nach den Worten von Christine Keitsch einen spannenden Blick auf die damalige Schifffahrt. Das Mehrzweck-Containerschiff war sowohl für den Transport von bis zu 1200 Standard-Containereinheiten (TEU) als auch für Schwergut geeignet. 1984 wurde dieses mit 20 000 tdw (tons dead weight) vermessene und 156 Meter lange Frachtschiff für die Reederei Heyo Janssen, Bad Zwischenahn, auf der Werft Bremer Vulkan (1893-1997) gebaut. Ein Jahr später lief ein Schwesterschiff, die „Marcon“, gleichfalls dort vom Stapel. Beide waren bis Mitte der 1990er Jahre in Fahrt.

Die Schiffsfinanzierung erfolgte über einen sogenannten Fonds, an dem 225 Gesellschafterinnen und Gesellschafter beteiligt waren. Die Reederei setzte die Schiffe in der weltweiten Trampfahrt ein. Beide Schiffe erfüllten die Anforderungen der großen Container-Reedereien in Europa, Amerika und Fernost.

Führung durch die Ausstellung

Die Sonderausstellung präsentiert besondere Exponate aus der Sammlung des Museums. Geführte Führungen gibt es montags am 31. Juli, 7. August, 14. August, 21. August und 28. August jeweils ab 18 Uhr im Haus Borgstede & Becker, Breite Straße 9 in Brake.

Durch die Ausstellung führt Museumsleiterin Dr. Christine Keitsch. Bei einem Glas Wein oder Saft können die Teilnehmer die Atmosphäre der Ausstellung genießen und sich auf interessante Hintergrundgeschichten freuen. Der Eintritt beträgt 5 Euro, eine Anmeldung ist unter Telefon 04401/6791 oder der E-Mail info@schiffahrtsmuseum-unterweser.de erforderlich.

Heyo Janssen (1927-2017) stammte aus Südgeorgsfehn. Sein jüngerer Bruder Horst Werner Janssen (1933-2017) machte sich Ende der 1960er Jahre mit einem Schifffahrtsunternehmen in Elsfleth selbstständig. Die Reederei Heyo Janssen schuf sich nach den Worten der Museumsleiterin ab Mitte der 1980er Jahre ein weiteres Standbein auf Zypern. Horst Werner Janssen sei zeitlebens dem Schifffahrtsstandort Elsfleth eng verbunden geblieben. Er zeichnete sich auch durch ein hohes gesellschaftliches Engagement aus. „Die Brüder waren von wesentlichem Einfluss auf die regionale Frachtschifffahrt“, sagt Christine Keitsch. Dessen seien sich viele Menschen in der Region nicht bewusst. Das Modell ist laut Christine Keitsch eine Schenkung von Mareike Janssen (Hamburg).

Ulrich Schlüter
Ulrich Schlüter Redaktion Brake
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