Brake - Bereits vor Arbeitsbeginn hätte ihn die ersten Kunden zu Hause angerufen, berichtet Mathias Ostendorf vom Reisebüro Holiday Land in Brake. „Das Telefon steht bei uns nicht mehr still“, so Ostendorf. Ohne Pause würden Kunden in das Reisebüro kommen und um Informationen bitten. Viel Zeit für die NWZ bleibt da nicht.

Auch bei anderen Reisebüros in der Wesermarsch laufen die Drähte heiß. „Wir wissen leider nicht, wie es weiter geht“, erzählt eine Angestellte. Man versuche zunächst herauszufinden, welche Kunden überhaupt betroffen sind. Bislang habe man keine Erfahrung mit Insolvenzen einer Reisegesellschaft. „Wir wurden heute morgen ins kalte Wasser geschmissen und stecken jetzt mitten in der Krise. Wir müssen schauen, ob sich der Reiseveranstalter bei uns meldet.“

Vieles sei unklar, jedoch: „Die, die unterwegs sind, fallen vermutlich nicht in unsere Zuständigkeit“, erläutert die Mitarbeiterin des Reisebüros. Denn deutsche Pauschalreisende verfügen über einen Reisesicherungsschein, der vor Insolvenzen schützen soll.

Auch aus einem anderen Reisebüro ist zu hören, dass die Informationen, die eintreffen, sehr spärlich seien. Dies bestätigt Barbara Ranft vom TUI Reise Center in Brake. „Wir wissen nicht viel mehr als das, was man in der Presse liest. Wir wären sehr froh, wenn wir eine klare Ansage bekommen würden oder einen Leitfaden hätten“, so Ranft. Auch beim TUI Reise Center stehen die Telefone nicht mehr still. „Die Kunden kontaktieren uns aus den Urlaubsorten und fragen, wie sie zurückkommen. In zehn Tagen beginnen die Herbstferien.“ Man versuche zu helfen wo man kann. Die Zahl der Betroffenen konnte von keinem der Reisebüros exakt angegeben werden. Ranft spricht von einer Vielzahl Betroffener.

Auch der Umfang des Schadens ist nicht klar. Wie Thomas Cook mitteilte, könne die Durchführung von Reisen mit Abreisedatum 23. und 24. September nicht gewährleistet werden. Der Tochtergesellschaft Condor, die anfangs noch einige Urlauber zu den jeweiligen Zielorten flog, wurde dies untersagt.