Brake/Wesermarsch - Caritas-Geschäftsführer Ralf Bunten ist neuer Sprecher der Kreisarbeitsgemeinschaft (KAG) der Wohlfahrtsverbände in der Wesermarsch. Der Geschäftsführer der Caritas Wesermarsch folgte am 1. November Peter Deyle nach. DRK-Kreisgeschäftsführer Peter Deyle übte die Sprecherfunktion seit dem 1. Mai 2021 vorläufig aus, weil die seit dem 1. April amtierende Sprecherin Mirjam Tünschel von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) den Arbeitgeber gewechselt hat und damit aus dem Amt ausgeschieden war. Deyle ist seit dem 1. November stellvertretender Sprecher. Der Vorsitz in der Arbeitsgemeinschaft von DRK, AWO, Paritätischer Wohlfahrtsverband und den kirchlichen Organisationen Diakonie und Caritas wechselt alle zwei Jahre zwischen den Verbänden. Zum 1. November 2023 wird die AWO die Sprecherfunktion übernehmen.
Erster Ansprechpartner
Die Arbeitsgemeinschaft ist erster Ansprechpartner für den Landkreis auf allen Gebieten der freien Wohlfahrtspflege. Sie entsendet daher beratende Mitglieder in die Kreistagsausschüsse für Jugendhilfe, für Soziales und für Ordnung und Sicherheit. Auch im Beirat des Jobcenters ist die Kreisarbeitsgemeinschaft vertreten. Ralf Bunten und Peter Deyle verweisen auf erfolgreiche gemeinsame Projekte der Kreisarbeitsgemeinschaft: Hinter dem Projekt Leihoma und Leihopa steht die Idee, dass viele junge Familien nicht die Möglichkeit haben, im Alltag Unterstützung durch Großeltern zu erfahren. Entweder sind diese bereits verstorben, die Beziehung zu den eigenen Kindern ist gestört oder sie wohnen zu weit weg. Dann können eine Leihoma oder ein Leihopa für ein paar Stunden den Eltern Luft für andere Aufgaben verschaffen.
Das gemeinsame Projekt KAIM füllt eine Lücke im Angebot der frühen Hilfen für Zuwanderungsfamilien. Kontakt, Austausch, Information für Mütter (KAIM) wird alle 14 Tage in Lemwerder, Elsfleth, Brake und Nordenham angeboten. Zielgruppe sind Frauen in etwa 500 Flüchtlingsfamilien vieler Nationalitäten.
Thema Geburt
Das gemeinsame Krabbelgruppeninfoteam (KINT) bietet den Erfahrungsaustausch für werdende Eltern und Eltern mit Kindern bis zum dritten Lebensjahr an. Das Krabbelgruppen-Info-Team hatte einen Fragebogen rund um die Geburt entwickelt. „Immer wieder führen in unseren „Cafe KINT-Treffen“ Gespräche zu dem Thema Geburt, verbunden mit dem Bedauern, nicht mehr in der Wesermarsch entbinden zu können“, sagen Waltraud Ralle-Klein und Jutta Wetjen vom KINT Süd.
Nicht jeder der fünf Verbände müsse alles allein machen, beschreibt Ralf Bunten die Stärke der KAG, wenn sie Aufgaben bündelt. Eine der dringlichsten Anliegen sei es, sich um den Fachkräftemangel in den Organisationen zu kümmern, sagt er. „Wir müssen politisch Druck machen“, betont Bunten, denn es fehle an Fachkräften in den Kindertagesstätten und in der Jugendhilfe.
