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Bürgerbus Butjadingen Dreimal um die Welt in einem Jahr

Ulrike Krebs
Die Ukrainerin Mariia Kharuna und ihre Tochter sind die Fahrgäste Nummer 150.000 und Nummer 150.001 beim Bürgerbus. Sie stiegen an der Haltestelle in Waddens in den von Volker Auffarth (rechts) gefahrenen Bus. Der Vereinsvorsitzende Jürgen Sprickerhof überreichte einige Geschenke.

Die Ukrainerin Mariia Kharuna und ihre Tochter sind die Fahrgäste Nummer 150.000 und Nummer 150.001 beim Bürgerbus. Sie stiegen an der Haltestelle in Waddens in den von Volker Auffarth (rechts) gefahrenen Bus. Der Vereinsvorsitzende Jürgen Sprickerhof überreichte einige Geschenke.

privat

Butjadingen - Als Mariia Kharuna und ihre Tochter an der Haltestelle in Waddens auf den Bürgerbus warten, wissen sie noch nicht, dass ihnen Jürgen Sprickherhof Präsente überreichen wird. Die Frau aus der Ukraine ist der 150 000 Fahrgast.

Der Vereinsvorsitzende hat ein Geschenk der Tourismus-Service Butjadingen (TSB) GmbH, Schokolade und einen Gutschein für drei Monate Neun-Euro-Ticket mitgebracht. Wenige Tage sagte er auf der Jahreshauptversammlung des Vereins: „Hier zeigt sich, dass wir eine soziale Aufgabe haben.“ Es gebe viele Menschen in Butjadingen, die nicht motorisiert und in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, so Jürgen Sprickerhof.

8484 Fahrgäste

Die meisten Vereine wurden coronabedingt in den vergangenen zwei Jahren in ihren Aktivitäten massiv eingeschränkt. Nicht so der Butjadinger Bürgerbus, der allein 2021 8484 Fahrgäste beförderte. 1516 von ihnen waren im Besitz einer Gästekarte. Die Gesamtstrecke, die die beiden Niedrigflurbusse zurücklegten, beläuft sich auf 138 000 Kilometer.

Wahlen

Bei der Jahreshauptversammlung wurde der Vorstand gewählt. Es handelte sich weitestgehend um Wiederwahlen, da lediglich das Amt des Schriftführers neu besetzt wurde. Alle Wahlen verliefen einstimmig.

Zum Vorstand gehören: Jürgen Sprickerhof (Vorsitzender), Bernd Markowsky (1. Stellvertreter), Lothar Schäfer (2. Stellvertreter), Heiko Dietz (Kassenwart) und Detlef Glückselig (Schriftführer). Erhard Beeken und Heino Wiggermann wurden erneut in ihrer Funktion als Fahrbetriebsleiter bestätigt. Kassenprüfer sind Harald Düser und Annegret Martens.

„Das sind trotz der Pandemie mehr als dreimal um die Welt“, sagte Jürgen Sprickerhof. Hinzu kommt, dass der 2008 gegründete Verein personell eng aufgestellt war. Einige Ehrenamtliche übernahmen daher deutlich mehr Fahrten, als ursprünglich geplant. Die Situation hat sich verbessert, nun gibt es 17 Busfahrer. Das sind allerdings immer noch zu wenige, daher werden noch weitere Mitstreiter gesucht. Bürgermeister Axel Linneweber würdigte das hohe Engagement der freiwilligen Fahrer: „Dreimal um die Welt zu fahren, das ist schon eine Riesenleistung.“

Um einen der beiden Niederflurbusse fahren zu dürfen, ist der Erwerb des Personenbeförderungsscheins erforderlich, der an den Besitz des Führerscheins Klasse B, eine zweijährige Fahrpraxis, ein Mindestalter von 21 Jahren und das Bestehen eines Gesundheitschecks gebunden ist. Die Kosten hierfür trägt der Verein.

Neuanschaffungen

Der Vorstand berichtete, dass die in 2018 angeschafften Busse mittlerweile in die Jahre gekommen und damit reparaturanfälliger geworden sind. Der Kauf neuer Fahrzeuge wurde daher auf der Versammlung diskutiert. Da Elektro-Busse mit ihrer Batterie nach wie vor ein sehr hohes Eigengewicht haben, wird der Verein höchstwahrscheinlich auf Dieselfahrzeuge zurückgreifen, in denen acht Fahrgäste Platz finden und Rollstühle mitgenommen werden können. Aufgrund der derzeit langen Lieferzeiten werden die alten Busse, die bereits einen Kilometerstand von 300.000 Kilometern aufweisen, voraussichtlich bis Februar beziehungsweise Dezember 2023 im Einsatz sein.


Ein anderes Thema war das neue Neun-Euro-Ticket, das in ganz Deutschland ab kommendem Mittwoch und bis Ende August gültig ist und überall im öffentlichen Personennahverkehr genutzt werden kann. Es ist nicht übertragbar und berechtigt nicht zur Mitnahme von anderen Personen, Fahrrädern und Hunden. Soweit ausreichend Platz im Bürgerbus ist, besteht hier eine Beförderungspflicht. Grundsätzlich gilt, dass Fahrgäste angesichts der begrenzten Mitnahmekapazitäten in den Kleinbussen an den Linienverkehr der Verkehrsbetriebe (VBW) verwiesen werden können.

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