Ovelgönne/Göttingen/Braunschweig/Oldenburg/Osnabrück - Sie ist 20 Jahre jung, kommt aus Ovelgönne und hat vor einem Jahr am Gymnasium Brake ihr Abitur abgelegt. Amelie Blohm steht am Eingang zum Hort von Ovelgönne und kümmert sich um eine gute Ferienbetreuung. Am 1. September 2021 hat sie ihr Freiwilliges Jahr an der Grundschule Ovelgönne begonnen, am 31. August wird es enden.
Engagement: Der Bundesfreiwilligendienst ist ein Angebot an Frauen und Männer jedes Alters, sich außerhalb von Beruf und Schule für das Allgemeinwohl zu engagieren – im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich oder im Bereich des Sports, der Integration sowie im Zivil- und Katastrophenschutz.
Gewinn: Freiwilliges Engagement lohnt sich für alle und ist gerade auch für die Engagierten ein großer persönlicher Gewinn: Junge Menschen sammeln praktische Erfahrungen und Kenntnisse und erhalten erste Einblicke in die Berufswelt. Ältere Menschen geben ihre reichhaltige Lebenserfahrung an andere weiter, können über ihr freiwilliges Engagement auch nach dem Berufsleben weiter mitten im Geschehen bleiben – oder nach einer Familienphase wieder Anschluss finden. Auch als Einsatzstelle profitieren Sie von engagierter Unterstützung durch Freiwillige: Sie bringen frischen Wind und Anstöße von außen in Ihre Einrichtung.
Alter: Im Bundesfreiwilligendienst kann sich jeder engagieren, der die Vollzeitschulpflicht erfüllt hat: Menschen jeden Alters nach Erfüllung der Vollzeitschulpflicht (je nach Bundesland mit 16, manchmal auch schon mit 15 Jahren), Männer und Frauen. Jüngere Freiwillige erwerben und vertiefen ihre persönlichen und sozialen Kompetenzen, ältere Freiwillige bringen ihre eigene Lebens- und Berufserfahrung ein. Eine Altersgrenze nach oben gibt es nicht.
Dauer: In der Regel dauert der Bundesfreiwilligendienst zwölf Monate, mindestens jedoch sechs und höchstens 18 Monate. In Ausnahmefällen kann er bis zu 24 Monate geleistet werden.
Taschengeld: Der Bundesfreiwilligendienst ist als freiwilliges Engagement ein unentgeltlicher Dienst. Freiwillige bekommen aber ein Taschengeld von maximal 423 € monatlich (Stand 2022). Das konkrete Taschengeld wird mit der jeweiligen Einsatzstelle vereinbart. Darüber hinaus können die Einsatzstellen Unterkunft, Verpflegung sowie Arbeitskleidung stellen oder dafür Geldersatzleistungen zahlen.
Tränen zum Abschied
„Ich würde es immer wieder machen. Es hat mit sehr viel gebracht“, sagt die Bundesfreiwlligendienstleistende (Bufdi) im Gespräch mit unserer Redaktion. „Als ich von den Grundschülern vor Beginn der Sommerferien verabschiedet wurde, da sind bei mir schon einige Tränen geflossen“, gesteht sei. Zum Wintersemester möchte sie nach ihrer Bufdi-Zeit ein Lehramtsstudium aufnehmen – in den Fächern Biologie und Englisch. Beworben hat sie sich bei den Universitäten in Göttingen, Braunschweig, Oldenburg und Osnabrück.
Beweggründe
Im Blick zurück fasst Amelie Blohm ihre Beweggründe für das Bufdi-Jahr so zusammen: „Eigentlich wollte ich nach dem Abi mit dem Studium anfangen, wegen Corona war ich mir dann aber unsicher und bin dann per Zufall auf einen Zeitungsartikel aufmerksam geworden und habe mich direkt bei der Grundschule beworben. Da es meine alte Grundschule ist und ich sowieso vor hatte, Lehramt zu studieren, hat sich die Stelle natürlich sehr angeboten.
Was hat es gebracht?
Ich habe durch das Jahr vor allem sehr viel im Umgang mit Kindern gelernt. Ich hatte davor noch nicht allzu viele Berührungspunkte mit kleineren Kindern. Durch den BFD habe ich gelernt, wie man auf Kinder zugeht, Streit schlichtet und noch so vieles mehr. Rückblickend glaube ich, dass es ganz gut war, nach der Schule nicht direkt ins Studium zu gehen. Das Jahr an der Grundschule hat mir sehr viele Eindrücke und Erfahrungen gebracht und mich nochmals darin bestärkt, dass es genau das ist, was ich in Zukunft machen will.
Vielfältige Aufgaben
Vormittags habe ich die Kinder in der Schule begleitet. Ich hatte einen eigenen Stundenplan, wodurch ich abwechselnd in jeder Klasse war. Vor allem in der 1. Klasse war ich oft, das hat mir große Freude bereitet. Rückblickend ist man schon ein bisschen stolz auf die Kinder, wenn man sieht, was sie in einem Jahr so alles gelernt haben. Nach der Schule ging es dann direkt in den Hort. Um ehrlich zu sein, hatte ich gar keine großen Vorstellungen von der Arbeit hier, aber es hat mir erstaunlicherweise sehr gut gefallen. Man teilt dort das Mittagsessen aus, hilft den Kindern bei den Hausaufgaben und beschäftigt sich generell mit den Kindern über gemeinsames Basteln und Spiele spielen.
