Nordenham - Für ihre Projekte und kreativen Ideen in der Corona-Zeit hat die Nordenhamer Buchhändlerin Anne von Bestenbostel jetzt eine besondere Auszeichnung erhalten. Sie zählt zu den Preisträgern, die mit einer Anerkennungsprämie aus dem Rettungs- und Zukunftsprogramm „Neustart Kultur“ bedacht wurden. Mit der Bewertung „Spitzenleistung“ landete die Nordenhamerin in der höchsten Kategorie.
Kulturorte stärken
Mit dem Förderprogramm unterstützt die Bundesregierung den Kultur- und Medienbereich mit zusätzlichen Mitteln. Die daraus finanzierte Anerkennungsprämie wurde ausgelobt, um das Engagement von Buchhändlern in der pandemiebedingten Krise zu würdigen. Zudem sollen auf die Weise kleinere und mittlere Buchhandlungen als Kulturorte gestärkt werden. Das Team der Buchhandlung von Bestenbostel hat sich einiges einfallen lassen, um durch die schweren Zeiten zu kommen.
Dazu gehörten zum Beispiel Kioskverkauf, Kundenberatung per WhatsApp, Auslieferung per Fahrrad, Online-Aktionen und eine Lesung unter freiem Himmel. Auch bei einem Sofa-Shopping war die Buchhandlung vertreten. Und das alles mit Erfolg: „Die Umsätze in unserem Webshop haben sich vervielfacht“, erzählt Inhaberin Anne von Bestenbostel.
„Die vielen herausragenden Bewerbungen haben einmal mehr gezeigt, mit welcher Kreativität und Leidenschaft die Buchhändlerinnen und Buchhändler Deutschlands ihrer Liebe zum Buch nachgehen“, betont Kulturstaatsministerin Claudia Roth in ihrer Begründung für die Anerkennungsprämie.
Gratulation
Um Anne von Bestenbostel zu der Auszeichnung zu gratulieren, statteten Bürgermeister Nils Siemen und Wirtschaftsförderer Jürgen Mayer ihr einen Besuch ab. „Die kreativen Ideen und Aktivitäten sind ein hervorragendes Beispiel, wie unser innerstädtischer Einzelhandel die Kundinnen und Kunden nicht nur in der Corona-Zeit zu überzeugen weiß“, sagte der Bürgermeister.
Wie genau Anne von Bestenbostel und ihr Team die Prämie in Höhe von 25.000 Euro investieren wollen, haben sie noch nicht entschieden. „Wir könnten teurere Autorinnen und Autoren einladen, nach Nordenham zu kommen, oder eine bessere Warenwirtschaft anschaffen“, sagt Anne von Bestenbostel, „vielleicht sind aber auch erstmal bequemere Klappstühle dran.“
