Burhave - Michael Heinze ist in seiner Freizeit Trainer der D-Junioren-Fußballer der TSG Burhave. Er arbeitet als Diplom-Sozialarbeiter und Sozialpädagoge und ist zertifizierter Anti-Gewalt- und Deeskalationstrainer. Seine berufliche Erfahrung und Ausbildung fließen in die Gestaltung des Trainings mit ein. „Ich bin schließlich mit vollem Herzen Pädagoge und Vater“, sagt er.
In den ersten Trainingseinheiten nach der pandemiebedingten Sportpause seien alle Kinder einfach nur erleichtert gewesen, sagt er. „Es war, als hätte man sie entfesselt. Sie waren einfach nur glücklich, dass sie wieder auf dem Fußballplatz stehen durften.“
Unsicherheit
Aber er habe auch eine Unsicherheit bemerkt – gerade in Bezug auf die geltenden Corona-Regeln. Was dürfen wir machen? Was nicht? „Einige standen mit der Maske auf dem Platz“, sagt er. „Die Pandemie hat etwas mit den Kindern gemacht.“ Sobald das Training laufe sei sie aber kein Thema mehr, sagt Michael Heinze.
Mit Blick auf die persönliche Entwicklung der Kinder hofft er, dass sie auch in den kommenden Wochen trainieren dürfen. Denn jedes Training sei auch ein soziales Training. Auch in den künftigen Einheiten werde er darauf achten, wie sich die Spieler verhalten. Über den Fußballsport könne er sie auf viele verschiedene Punkte des Lebens vorbereiten. Zum Beispiel sage er seinen Spielern immer wieder, dass Überheblichkeit ein schlechter Ratgeber sei. „Manchmal schätzen sie sich ein wenig zu hoch ein.“
Respekt zeigen
Ihm sei es wichtig, dass sie ihrem Gegenüber immer Respekt zeigten. „Das fängt bei ganz einfachen Dingen an“, sagt er – zum Beispiel, dass sie sich nach einem Foul entschuldigen. Beleidigungen hätten auf dem Fußballplatz deshalb nichts zu suchen. „Da schaue und höre ich auch nicht weg. Dann interveniere ich“, sagt Michael Heinze und betont, dass die Entwicklung der Mannschaft gerade in diesen Punkten ohne die Eltern nicht möglich sei.
Allerdings sagt er auch, dass ein gesundes Maß an sportlicher Aggression zum Fußball dazugehöre. „Es ist sehr wichtig, dass die Jungs diese Aggression auf dem Platz rauslassen. Das lasse ich zu“, sagte er. „Aber ich möchte, dass wir auf einem guten Niveau miteinander umgehen. Das haben die Jungs verstanden, und das wird von den Eltern gerne gesehen.“
