Butjadingen - Die Gemeinde Butjadingen soll 128.000 Euro investieren, um in insgesamt 16 Räumen in ihren vier Kindertagesstätten sowie in der Grundschule sogenannte Raumlufttechnische (RLT) Anlagen zu installieren. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 640.000 Euro. Die Gemeinde hofft auf Fördermittel in Höhe von 512.000 Euro, die aus einem Programm des Bundes beantragt werden sollen.
Das Förderprogramm des Bundes hängt mit der Corona-Krise zusammen. Kinder und Jugendliche ab dem Alter von 12 Jahren können sich mittlerweile impfen lassen, jüngere Kinder bislang nicht. Daher will der Bund gewährleisten, dass es in den Kitas und Grundschule ein gutes Raumklima mit einem permanenten Luftaustausch gibt. Dafür sollen RLT-Anlagen installiert werden. Als Corona schon dramatische Züge annahm, es aber noch Präsenzunterricht gab, hatten die Schulen und Kitas, die über solche Anlagen nicht verfügen, darauf gesetzt, die Fenster zu öffnen – keine dauerhafte Lösung, wie nun auch der Butjadinger Gemeinderat befand, zudem echtes Stoßlüften mit Durchzug wegen des Zuschnitts der Räume gar nicht in allen Einrichtungen möglich ist.
Unsicherheitsfaktor
Ab Mitte Oktober 2020 hatte der Bund zunächst einzig die Um- und Aufrüstung bestehender Anlagen gefördert. Das kam für Butjadingen nicht in Frage. Im April wurde das Förderprogramm um Einrichtungen in privater Trägerschaft erweitert und war daher wiederum kein Thema für Butjadingen – die Kitas befinden sich in Trägerschaft der evangelischen Kirche; Trägerin der Grundschule ist die Gemeinde.
Im Juni folgte die zweite Novellierung der Förderrichtlinie, nach der nunmehr auch Neuinstallationen von RLT-Anlagen gefördert werden. Diese Chance will Butjadingen nutzen. Der Fördertopf ist mit 500 Millionen Euro gefüllt. Die Antragsfrist läuft Ende des Jahres aus. So lange will die Gemeindeverwaltung aber nicht warten, sondern das Geld jetzt gemäß dem Ratsbeschluss beantragen.
Ein Unsicherheitsfaktor, den die Gemeinde als „erheblich“ bezeichnet, sind die tatsächlichen Kosten, die am Ende unter dem Strich stehen werden. Um überhaupt einen Antrag stellen zu können, hat die Gemeinde für Anschaffung und Einbau auf Basis „einer ersten baulichen Grundlagenermittlung“ pro Anlage 40.000 Euro kalkuliert. Die Kitas Waddens, Burhave, Tossens und Stollhamm sollen je zwei und die Grundschule acht Anlagen erhalten – mach 16 Anlagen. Bezüglich der Kindergärten will die Gemeinde noch prüfen, inwieweit hier die Kirchengemeinden als Träger einzubinden sind.
Ausschuss klärt Details
Mit der nun getroffenen Entscheidung, Fördermittel zu beantragen, soll die Sache für den Rat nicht abgehakt sein. Der Beschluss beinhaltet auch den Passus, dass sich der Bauausschuss mit den technischen Details beschäftigt, sobald ein positiver Förderbescheid vorliegt.
CDU-Ratsherr Ralph Krümpelmann stellte die Frage, ob die Anschaffung der Anlagen wirklich sinnvoll ist, oder ob die Kinder nicht vielmehr „mit dem Virus leben“ müssten. Er stimmte dann letztlich aber ebenfalls dafür, die Fördermittel zu beantragen.
