Butjadingen/Horneburg - An Eisenbahnstrecken orientieren sich die Lokführer an Kilometersteinen beziehungsweise -tafeln. So war es auch bei der Butjadinger Bahn. Die Steine standen immer rechts vom Gleis in einem Abstand von 100 Metern in Richtung der Kilometrierung, also in Richtung Eckwarderhörne.

Kilometersteine waren schon im „Bahnpolizei-Reglement für die Eisenbahnen Deutschlands“ vom 4. Januar 1875 unter Paragraph 6 vorgeschrieben: „Die Bahn ist mit Abtheilungszeichen zu versehen, welche bei Tage vom Zuge aus deutlich zu erkennen sind und Entfernungen von ganzen und 1/10 km angeben.“

In seinem Buch „Eisenbahn in der Wesermarsch“ berichtet Adolf Blumenberg, dass am 25. Mai 1907 alle Kilometer- und Hektometersteine aus Quarz-Sandstein im Wert von 554 Mark für den Einbau an der Strecke der Butjadinger Bahn bereitlagen; die Inbetriebnahme des 9,8 Kilometer langen ersten Streckenabschnitts von Nordenham bis Stollhamm erfolgte am 12. August 1907. Die Butjenter Bahn stellte 1956 den Personenverkehr ein. Es wurden aber weiterhin Güter transportiert. Daher waren auch immer noch Streckenarbeiter nötig, zu deren Aufgaben es gehörte, die Kilometersteine sauber und leserlich zu halten.

Kilometersteine wurde noch bis in die 30er Jahre aus Sandstein hergestellt. Später wurde Beton verwendet, weil das schneller ging und billiger war. Heute gibt es noch immer „Kilometersteine“ – allerdings in Form von Blechschildern. Trotz moderner Techniken wie GPS sind die Kilometerangaben entlang der Strecke weiter wichtig. Sie dienen, zentimetergenau vermessen, noch immer der Orientierung der Lokführer.