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Butjadinger Aktion „Deich hilft Deich“ Mädchen verkaufen für Flutopfer ihre Spielsachen

Detlef Glückselig
Lina Fuist, Rieke Hemsing und Sonja Buchberger (von links) verkauften an einem Flohmarktstand für die Opfer des Hochwassers unter anderem ihre Spielsachen.

Lina Fuist, Rieke Hemsing und Sonja Buchberger (von links) verkauften an einem Flohmarktstand für die Opfer des Hochwassers unter anderem ihre Spielsachen.

Butjadingen/Seefeld - Die Initiative „Deich hilft Deich“ zieht ungeahnte Kreise. Initiator Johann Evers aus Feldhausen hatte im Stillen gehofft, dass am Ende mit viel Glück vielleicht 10.000 Euro unter dem Strich stehen würden. Diese magische Grenze war bereits Dienstagmittag erreicht – gerade mal vier Tage nach dem Start der Aktion.

Butjenter Privatleute und Firmen haben gespendet. Die bislang wohl charmanteste Spendensammlung spielte sich allerdings in der Nachbargemeinde ab: In Stadland haben drei Mädchen ganz spontan einen Flohmarkt-Stand organisiert, um Geld für die Opfer des Hochwassers im Ahrtal einzunehmen.

Zwei Adressaten

Johann Evers hatte Kontakt mit der Kreisverwaltung in Ahrweiler aufgenommen, um zu erfragen, wo am dringendsten Geld benötigt wird. Die Initiative „Deich hilft Deich“ einigte sich schließlich darauf, dass ein Teil der Spenden an eine Kindertagesstätte in Hönningen gehen soll, deren Krippe samt Mobiliar und Inventar zerstört wurde. Der zweite Teil der Spenden ist für den Verein Zukunft Bad Bodendorf bestimmt, der das Geld an jene Menschen in dem knapp 4000 Einwohner zählenden Ort verteilt, die durch das Hochwasser besonders hart getroffen wurden.

Deich hilft Deich

Die Aktion hat zwar die 10.000-Euro-Marke geknackt, sie soll deshalb aber keineswegs bereits beendet werden. Wer über die Initiative Geld für die Hochwasseropfer im Ahrtal spenden möchte, kann bei Johann Evers unter Telefon 0162/6196169 die Kontodaten erfragen.

Auf der „Butjadingen“-Seite auf Facebook läuft unterdessen die Versteigerung des von Günter Franke mit viel Liebe zum Detail gebauten hölzernen Spielzeug-Reitstalls weiter. Ebenfalls ersteigern kann man über die Seite drei Gutscheine für je ein Drei-Gänge-Menü in dem Restaurant Oh Julia im Park Nordseeküste von Center Parcs in Tossens.

Von der „Deich hilft Deich“-Aktion hatte auch die elfjährige Rieke Hemsing aus Seefeld erfahren – und spontan beschlossen, ebenfalls etwas zu tun. Rieke hat schon Erfahrung im Spendensammeln. Vor zwei Jahren ist sie zusammen mit ihrer Mutter Sylke, deren Freundin Daniela Nordenholt und deren Tochter Jule sowie zwei Shetland-Ponys 50 Kilometer durch Butjadingen gelaufen, um Geld für eine Kinderkrebshilfe zu sammeln. Da war es fast Ehrensache, dass sich Rieke nun auch für die Flutopfer ins Zeug legen würde – zumal sich ihre ältere Schwester Laura nur eine Woche vor dem Hochwasser noch in Ahrweiler aufgehalten hatte.

Eine Mitstreiterin war schnell gefunden. Die Hemsings beherbergen auf ihrem Bauernhof Feriengäste. Zu ihnen gehört zurzeit die achtjährige Lina Fuist aus Paderborn. Die Mädchen hatten schnell eine Idee, wie sie helfen könnten: mit einem Flohmarkt. Sie stöberten auf dem Dachboden, kramten in Riekes Zimmer und fanden ausreichend Dinge, mit denen sich Geld für die gute Sache einnehmen ließe.

Ponyreiten per Los

Als Dritte im Bunde gesellte sich die zehnjährige Sonja Buchberger aus Eisenach dazu, die inzwischen ebenfalls als Feriengast auf dem Hof eingetroffen war. Die drei Mädchen zogen los und bauten ihren Verkaufsstand vor dem „Nah & gut“-Markt in der Seefelder Ortsmitte auf, weil da mehr los ist als auf dem etwas abgelegenen Hof der Hemsings. Und dann klingelte trotz lausigen Wetters die Kasse.


Die Mädchen verkauften nicht nur ihre Spielsachen und andere Dinge. Man konnte – für 50 Cent die Runde – auch Ponyreiten kaufen oder per Los gewinnen. Geritten wurde daheim auf dem Hof bei Rieke. Dort gab’s von den Mädchen ein wenig Theorie in Sachen Pferdehaltung gleich noch gratis dazu.

Der Erlös der Aktion: 112 Euro, die nun an die „Deich hilft Deich“-Initiative gehen – und auf die die Mädchen wahrhaft stolz sein können.

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